Speyer Eine Schule zieht um
«RÖMERBERG/DUDENHOFEN.» „In rund 200 Arbeitsstunden war alles unter Dach und Fach“, berichtet Christiane Bösel, Inhaberin des „Montageservice Bösel“, vom Schulumzug. Wie Bauabschnitte hätten sie und die 14 Festangestellten das Unternehmen geplant. Den Umzug von Schulen managten sie zwar nicht oft, aber komplizierter als Arztpraxen inklusive Röntgengeräte und Büros zu verlagern oder auch Ortswechsel für Prominente zu organisieren, sei das auch nicht, sagt Bösel. „Erfahrung ist alles“, weist sie auf 26 Jahre hin, in denen sie und ihr Ehemann in Speyer und seit 2001 in Römerberg in diesem Geschäft seien. „Das größte Problem waren die herumlaufenden Kinder“, erzählt die Unternehmerin vom Abschrauben und Einpacken während des laufenden Schulbetriebs. „Für die Schüler waren die Umzugsarbeiten spannender als der Unterricht“, berichtet sie von ungewohnten Verrichtungen im Klassenzimmer. Rund 300 Umzugskartons habe sie der Schule bereits vor Wochen geliefert. „Die Lehrer und Schüler haben die Kisten nach Plan besser verpackt und beschriftet als Privatleute das üblicherweise tun“, lobt sie die freiwilligen Helfer. Pro Tag seien in der „heißen Phase“ in der vergangenen Woche drei bis sechs Bösel-Fahrzeuge zwischen Berghausen und Dudenhofen unterwegs gewesen. Abbau, Transport und Aufbau des kompletten Inventars hätten die Angestellten erledigen müssen. Am Donnerstag hätten sie die Arbeiten abgeschlossen, sagt Bösel. Im Gegensatz zu Privat-Umzügen hätten die Möbelpacker in beiden Schulgebäuden viel Platz für den Transport vorgefunden. „Früher waren die Zimmer klein und die Treppenhäuser groß. Heute ist es umgekehrt“, sagt sie. „Bisher gehörte der Teil des Gebäudes in Berghausen, in dem die Realschule plus untergebracht war, und die Turnhalle dem Rhein-Pfalz-Kreis.“ Das erklärt Landrat Clemens Körner (CDU) der RHEINPFALZ auf Nachfrage. Sinkende Schülerzahlen hätten zu der Entscheidung geführt, die Schule auch räumlich zusammenzulegen. „Dafür hat sich nur Dudenhofen angeboten.“ Der Kreis habe die bisher genutzten Räume inklusive Turnhalle an die Verbandsgemeinde zurückgegeben. Auf Anfrage bestätigte Verbandsbürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU) gestern die Rückgabe. „Ab dem ersten Ferientag können wir darüber verfügen“, sagte er. Demnach sollen die frei gewordenen Räume im Erdgeschoss ab dem neuen Schuljahr weitgehend der Grundschule Berghausen zur Verfügung stehen. „Hier steigen die Schülerzahlen stetig“, so Scharfenberger. Über die künftige Nutzung der Räume im ersten und zweiten Obergeschoss hätten die Gremien noch nicht entschieden, wies Scharfenberger auf noch nicht abgeschlossene Beratungen hin. „Die Turnhalle steht sowohl den Grundschulkindern als auch den Berghausener Vereinen offen“, betonte er.