Speyer Eine reife Leistung

„Ich bin aus dem aktiven Bereich raus“, sagt . Er meint damit das Berufsleben. Seiner Partei wünscht der inzwischen 79-Jährige eine möglichst aktive Rolle im neuen Stadtparlament. Schwarz, der aus dem Remstal bei Stuttgart, mithin aus liberalem Kernland der Republik, stammt und so politisch sozialisiert ist, leidet darunter, dass das „liberale Element“ in der Bundespolitik seit September fehlt und dass seine Partei in der Domstadt zuletzt kaum positive Schlagzeilen machte. „Die Grüppchenbildung und das Gegeneinander haben mir überhaupt nicht gefallen. Dann auch noch der Beigeordnete Böhm“, bilanziert er im Gespräch mit der RHEINPFALZ die Legislaturperiode. Aber auch Ideen von 18 Prozent, wie sich einmal Ex-Außenminister Guido Westerwelle auf seine Schuhe malte, haben ihm nicht gefallen. „Zu groß nicht“, sagt Schwarz. Er hofft auf drei bis dreineinhalb Prozent, ein bis zwei Sitze im Rat. Drittstärkste Fraktion im Rat zu bleiben ist ein großes Ziel von . 1956 Mitbegründer der heutigen , deren Chef er lange Jahre war, als sie noch den Namen ihres Spitzenkandidaten trug, ist immer noch stolz darauf, dass sie auf Anhieb vier Sitze im Stadtparlament erreichte. „Wir kamen immer gleich nach SPD und CDU“, betont er stolz. Das soll auch so bleiben, hofft der heute 88 Jahre alte Kaufmann und Buchautor. Er weiß um das hohe Renommee für seinen Namen in Speyer und kalkuliert damit ganz offen – im Sinne seiner Nachfolger. „Ja ich verstehe mich sehr gut mit dem Vorsitzenden Frank Scheid und Fraktionssprecher Martin Roßkopf.“ Sein Rat werde immer wieder gefragt. Boegner sieht sich in der Reihe der „Elder Statesmen“. 26 Jahre lang war er Ratsmitglied. „Ich gehe davon aus, dass wir bei sechs Sitzen bleiben“, lautet seine Vorhersage für den 25. Mai. Eine Forderung hat er noch: Billigere Wohnungen müssten gebaut werden in Speyer. Der Älteste auf der -Liste, der ehemalige Berufssoldat , gehört sehr wahrscheinlich auch wieder dem neuen Stadtrat an. Er steht auf Platz zwölf. Es ist sein vierter Anlauf. Bisher kam er jedes Mal ins Ziel. „Ich habe ein offenes Ohr für die Bürger“, sagt der vielfach in Gremien, Ausschüssen, Kirche, Metropolregion und seit 50 Jahren für die deutsch-französische Freundschaft engagierte Speyerer. „Ich will für unsere Bürger etwas tun. Das Soziale ist meine Sache“, erklärt der 74-Jährige seine anhaltende Motivation. „Wenn ich helfen kann, helfe ich“, sagt er und nennt eine Reihe von Beispielen. Als mittlerweile „alter Hase“ im Politgeschäft werde er auf der Straße oft angesprochen. Natürlich ist Mussotter auch am Infostand. „Aber am meisten höre ich im Gespräch mit dem Bürger.“ Sein Wahlziel ist klar: Stärkste Fraktion soll seine Partei wieder werden. Wo er selbst landet, sei gar nicht so wichtig. Er will aber seinen Teil beisteuern. Von hinten das Feld aufrollen könnte unterdessen der älteste Kandidat der . Der frühere Realschullehrer aus Speyer-Nord („Ich habe einen guten Namen.“) wagt mit der Kandidatur den Neustart. Für die CDU hat er von 1984 bis 1996 schon einmal im Rat der Stadt gesessen. Dann kam ein Zerwürfnis, die BGS-Gründung und jetzt die Kandidatur. Auf der schwarzen Liste wurde er von Rang 22 auf sieben vorgewählt. Jetzt steht er auf Position 36 der Gruppe, in der seine beiden Söhne Claus und Frank die Geschicke bestimmen. „Ich will, dass wir vorwärts kommen“, sagt der Mann, der unter anderem auch als Sänger und Kirchenrechner aktiv und öffentlich bekannt ist. „Mein Thema ist die Umwelt“, sagt der Hobby-Imker. „Sechs Sitze wünschen wir uns, ich rechne mit fünf. “ Die Umwelt liegt auch am Herzen. Das ist für einen Kandidaten der nicht wirklich überraschend. Dem 80 Jahre alten Diplom-Ingenieur und Großvater von sechs Enkeln geht es um die künftigen Generationen: Erhalt des Auwalds, zügiger Abbau des Kernkraftwerks Philippsburg, aber auch bezahlbare Mieten seien ihm wichtig, betonte er im Gespräch mit dieser Zeitung. „Ich will mich so lange engagieren, wie ich es kann“, kündigte er an. Auf der Liste der Grünen steht er zum zweiten Mal, auf Platz 32. Sattel setzte sich schon für grüne Ziele ein, als er noch nicht in der Partei war. „Jetzt bin ich Mitglied“, bekennt er. Blind für positive Veränderungen ist er deshalb nicht geworden. „Man muss auch sagen, dass einiges auf gutem Weg hier ist“, bekennt der Kommunalpolitiker: das Ziel Klimaneutralität und die ÖPNV-Entwicklung. „Als Rentner Farbe bekennen“ will mit seiner Kandidatur für die . Demnächst wird der unter anderem als Karikaturist und Büttenredner in der Fastnacht überaus bekannte und beliebte Speyerer auch seinen Namen für seine Partei in die Waagschale werfen und „ein Zeichen setzen“. Es sei nie zu spät für Ziele einzustehen. Der noch 74-Jährige hat die Hoffnung, dass seine Partei „ein, zwei Mandate bekommt“. Fraktionsstatus wäre schön. „Ich glaube nicht, dass es große Veränderungen im Stadtrat gibt“, sagt er. Ernste Sorgen macht ihm auf europäischer Ebene die AfD, so eine Partei hätten wir ja schon, sagt er und nennt die Republikaner. „Erstmal bin ich Ur-Speyererin und dann habe nach wie vor Interesse am Gedeihen meiner Stadt.“ So kurz und bündig begründet ihre neuerliche Kandidatur auf dem „Ehrenplatz Nummer 44“ der SPD. Die „Grande Dame“ der Speyerer Sozialdemokratie feiert zehn Tage nach dem Wahltag, am 5. Juni, ihren 92. Geburtstag. Sie habe vor zehn Jahren bereits die Jugend nach vorne lassen wollen. Dann aber sei sie jedoch nach vorne gewählt worden. „Das Vertrauen, das die Wähler mir geschenkt haben, war mir eine Verpflichtung“, betont sie. Für den Fall, dass die Wähler sie am 25. Mai erneut in den Rat schicken, „dann gilt das als Ehrensache, dass ich das auch wieder annehme“, fügte sie gleich hinzu. Vor fünf Jahren holte sie die fünftmeisten Stimmen bei den Sozialdemokraten. Boiselle, die ihr Leben lang in der Öffentlichkeit stand, hat den Spagat zwischen Politik und Wirtschaft immer hinbekommen. „Entscheidungen müssen in der Wirtschaft viel schneller fallen“, weiß sie natürlich. „Ich denke mir meinen Teil dabei“, lautet ihre Strategie, um nicht enden wollende Ratsdebatten schadlos zu überstehen. Ihr Rat und ihre Erfahrung sind gefragt in der Fraktion. Sie hätte eigentlich weiter vorne nominiert werden sollen, verriet. Sie habe auf Platz 44 bestanden. Ihr Wort zählt, ihr Name hat Gewicht. Drei Themen treiben sie aktuell vor allem um: kostengünstige Regelung des Umbau Kernstadt Nord für die Bürger, Ausweitung der Öffnungszeiten an Kitas mit Blick auf berufstätige Mütter, Nutzung von Betreuung und Essensangebot in der Quartiersmensa durch Schüler umliegender Gymnasien. „Kinder sind doch unsere Zukunft, oder?“ Boiselle geht mit Anspruch in die Wahl und legt die Latte hoch: „Die SPD muss mehr Sitze bekommen als sie derzeit hat, weil sie das aufgrund ihrer Arbeit verdient.“ Boiselle sitzt seit 50 Jahren ununterbrochen im Stadtrat. Sie weiß, wovon sie redet. Am Wahlabend hat die rüstige Dame einen Termin: SPD-Wahlparty in der „Wunderbar“.