Speyer Eine ganz persönliche Premiere
Prinzessinnen, Königinnen, Kobolden, Liebenden und Leidenden hat Marie-Sophie Caspar schon ihre Stimme geliehen. Beim Schubertfest der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ist die Opernsängerin am 1. Juli als „Die chinesische Nachtigall“ im Alten Stadtsaal Speyer zu hören und zu sehen.
Begonnen hat alles mit „Prinzessin Anna“, die sie vor fünf Jahren an gleicher Stelle sang. „Seitdem bin ich noch einige Male nach Speyer zurück gekommen“, erzählt Caspar. So wirkte sie in der Weihnachtsproduktion „Wachgeküsst“ und in „Euer Diener Johann Sebastian Bach“ mit. Dieses Stück habe ihr am meisten von allen am Herzen gelegen. Inzwischen lebt die Sopranistin in Köln. Vor zweieinhalb Jahren kam ihre Tochter zur Welt. „Danach war erst mal Pause mit Singen“, sagt sie. Jetzt will Caspar wieder einsteigen. Am Zürcher Opernhaus ist sie als „Zuzüger“ fest engagiert – also als Sängerin, die bei Bedarf hinzu gezogen wird. Im Herbst wirkt sie dort in Wolfgang Amadeus Mozarts „Entführung aus dem Serail“ mit. In Köln arbeitet Caspar zudem freischaffend als Konzertsängerin. Der Speyerer Premiere des musikalischen Märchens unter der Regie von Matthias Folz sieht sie gleichermaßen ent- und gespannt entgegen. „Das Stück trägt die Singstimme gut mit“, erklärt sie, wie mühelos sie die Atmosphäre der Schubert-Lieder aufnehmen kann. „Gretchen am Spinnrad“ oder „An die Musik“ seien eigens für die Produktion arrangiert, betont die 34-Jährige. Die Rolle komme ihr sehr entgegen: „Ich habe nur wenig Sprechtext, aber viel zu singen.“ Gespannt ist Caspar auf die Reaktion ihrer Tochter, wenn die ihre Mutter zum ersten Mal auf der Bühne sieht. „Das ist meine ganz persönliche Premiere.“ Die Idee, Märchen und Musik der Zeitgenossen Hans-Christian Andersen und Franz Schubert in der „chinesischen Nachtigall“ zu kombinieren, habe sie sofort fasziniert, erklärt Caspar ihre spontane Zusage. „Diese schönen Lieder mit kleinem Streichorchester und Flöte vorzutragen, ist etwas ganz Besonderes.“ Es sei gelungen, das melancholische Andersen-Märchen so mit Musik zu untermalen, dass das Publikum unmittelbar für 40 Minuten in der Welt der Romantik versinken und am Ende erlöst wieder auftauchen könne. Dafür pendelt Marie-Sophie Caspar gern zwischen Köln und Speyer hin und her. Zu Hause warten Partner und Kind auf sie, im Kinder- und Jugendtheater Kollegen, die sie sehr schätzt. Fürs nächste Jahr wünscht sie sich in beruflicher Hinsicht „eine gute Mischung aus Zürich und Speyer“. Termine und Vorverkauf —Aufführungen am 1. und 3. Juli, jeweils 15 Uhr, im Alten Stadtsaal Speyer —Eintrittskarten gibt es beim RHEINPFALZ-Ticketservice unter der Telefonnummer 0631 37016618 und der Internet-Adresse www.rheinpfalz.de/ticket.