Speyer „Eine Art Weckruf“

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Die Diskussion um die Verkehrssituation rund um die Grundschule und die katholische Kindertagesstätte St. Pankratius in Berghausen ist nicht neu. Seit mehr als 30 Jahren versuchen Eltern immer wieder, mehr Sicherheit für ihre Kinder zu erreichen. Aktuell sind Vertreter der Grundschule und der Kindertagesstätte aktiv, um die Lage in der Germersheimer und der Berghäuser Straße zu verbessern. Gestern Morgen wurden 306 Unterschriften an Ortsbürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU) übergeben.

Die Hände in den Schoß gelegt hat die Ortsgemeinde bislang nicht. Schilder an den Ortseinfahrten mit dem Aufruf „Freiwillig Tempo 30“ zu fahren oder einen Testlauf mit einer Fußgängerampel an der Kreuzung Germersheimer Straße/Eisenbahnstraße, die auf Drücken reagiert, hat es gegeben. Letzteres habe sich nicht bewährt, sagte Scharfenberger. Zu gering sei die Nutzerquote gewesen. Alexander Korte, Elternsprecher der Grundschule Berghausen, machte auf die veränderten Gegebenheiten aufmerksam: „Die Einwohnerzahl erhöht sich stetig, was sich auf die Verkehrsinfrastruktur auswirkt.“ Gerade durch die Neubaugebiete Kolpingstraße und W3 in Heiligenstein seien weitere Familien zugezogen beziehungsweise würden noch erwartet. Parallel dazu wachse das Verkehrsaufkommen. Zu etlichen gefährlichen Momenten sei es in den vergangenen Monaten an der Germersheimer Straße und am Zebrastreifen an der Berghäuser Straße gekommen. Tempo-30-Zonen wünschen sich daher der Schulelternbeirat und der Elternbeirat der Kindertagesstätte St. Pankratius. „Vor Kurzem standen wir mit den Vorschulkindern am Zebrastreifen, um zur Grundschule zu laufen. Angehalten hat niemand“, berichtete Kita-Leiterin Elke Schall. Christine Guhmann vom Elternbeirat der Kita sagte, dass die Hinweisschilder auf den Zebrastreifen nur schwer erkennbar seien, wenn die Bäume bald wieder in voller Blüte stünden. Scharfenberger sagte, dass dies geprüft und dann entsprechend gehandelt werden solle. In Vorgesprächen mit dem Ortsbürgermeister hatten die Initiatoren der Unterschriftenaktion bereits die Problematik aufgezeigt. Zur Verkehrsbelastung der angesprochenen Straßen sagte Scharfenberger: „Entlastung bekommen wir dort erst mit der Fertigstellung der Ortsrandstraße – und das wird noch einige Jahre dauern.“ Über 90 Prozent der Fahrzeugbewegungen in der Ortsgemeinde würden von den Einwohnern selbst verursacht. Deshalb regte der Ortschef an, für Alternativen wie das Fahrrad zu werben. Die Unterschriften kommen laut Scharfenberger zu einem günstigen Zeitpunkt, da zurzeit eine Änderung des Landesstraßengesetzes diskutiert wird. Ergebnis soll sein, dass an Kitas, Schulen und Seniorenheimen Tempo-30-Bereiche eingerichtet werden können. Das Problem: „Das gilt nur für Einrichtungen, die unmittelbar an qualifizierte Straßen – sprich: Landes- oder Kreisstraßen – angrenzen.“ Die Grundschule Berghausen und die Kita St. Pankratius lägen zwar im Einzugsbereich, aber nicht direkt an den Straßen. Trotzdem solle ein Vorstoß gewagt werden, sagte Scharfenberger. Zum Wunsch der Eltern nach einer Ampel an der Germersheimer und Berghäuser Straße und einem Zebrastreifen an der Germersheimer Straße verwies der Ortschef an den Landesbetrieb Mobilität, der dafür zuständig sei und sich an genaue Vorgaben, unter anderem zum Personenaufkommen an den Straßen, halte. „Wir wollen nicht, dass aus Beinahe-Unfällen Ernst wird“, machte Korte auf die von den Eltern gesehene Handlungsdringlichkeit aufmerksam. Besonders kritisch sei der Zustand beim Öffnen der Bahnschranke nach der Durchfahrt eines Zuges. „Für uns ist diese Unterschriftenaktion auch eine Art Weckruf“, betonte Schulelternsprecher Alexander Korte.

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