Speyer Ein Wohlfühl-Ort für Senioren
In der Kulturhalle in Waldsee gab es beim Seniorennachmittag am Sonntag keine freien Plätze mehr. Gegeben wurde auf der Bühne wegen des Riesenerfolgs im vergangenen Jahr wieder eine Schlagerrevue mit den Hits der 60er-Jahre, gespielt und gesungen vom Theater-Ensemble der Alten Werkstatt Frankenthal.
Eine lockere Handlung hatte Platz für all die Schlager, die vor 50 Jahren überall zu hören waren. Der Titel: „Tipitipitipso in Bella Italia.“ Heftchen mit den Texten zum Mitsingen lagen auf den Tischen bereit, aber viele brauchten die gar nicht, sondern wussten wenigstens die Refrains noch auswendig. Spätestens nach der Pause herrschte eine Bombenstimmung. „Eingeladen zum Seniorennachmittag der Gemeinde wird man mit 65 Jahren oder wenn der Ehepartner wenigstens 65 Jahre alt ist“, erklärt Marlies Klauß, die stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirats. Und wie geht es Senioren in Waldsee? Da sind sich alle einig: „Man kann in Waldsee sehr gut leben als Senior und sich wohlfühlen. Es gibt genug Veranstaltungen, bei denen man auch als älteres Semester willkommen ist, und es ist leicht, Kontakt zu finden und zu pflegen.“ Waltraud Unruh, 66 Jahre, ist vor einem Jahr aus Rodalben hierher gezogen und sagt, dass sie es noch keinen Tag bereut hat. Auch Roswitha Otte, Erika Wolf und Marlies Klauß sind keine geborenen Waldseerinnen. Es sei hier auch als Frau leicht, unter die Leute zu kommen, meinen alle. Man müsse nur das Amtsblatt aufschlagen, sich eine Veranstaltung aussuchen und hingehen – auch alleine. „Ich bin mit offenen Armen empfangen worden“, sagt Waltraud Unruh. Und was macht man so, wenn nicht gerade Seniorennachmittag ist? Da biete sich das Bürgerfrühstück des Seniorenbeirats an, der auch für die Kinder bei den Ferienfreizeiten kocht. Auch die Awo biete viele Veranstaltungen an, vom Gedächtnistraining bis zur Modenschau. Clara Spindler-Dietrich trifft sich mit drei anderen jeden Dienstag im Café Christmann zum Rommé. Roswitha Otte und Erika Wolf haben schon viele Ausflüge des Pfälzerwald-Vereins mitgemacht. Auch die beiden Kirchen bieten Treffpunkte. Und die Männer? „Für die gilt das natürlich auch, aber vor allem sind die in den Vereinen – oft seit Jahrzehnten“, sagt Marlies Klauß. Und was ist mit den öffentlichen Verkehrsverbindungen? Es wäre schön, wenn da Verbesserungen möglich wären, findet sie. „Aber richtig weh tut das Warten nicht, denn es findet sich immer jemand, der einem mitnehmen kann.“