Speyer Ein Loblied auf die Chöre

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Ein Mosaik musikalischer Meisterstücke hat die Liedertafel 1903 Dudenhofen bei ihrem Konzert am Samstagabend in der Festhalle geboten. Markante Melodien mehrerer Jahrhunderte machten rund 250 Zuhörern mächtig Laune.

„Vun allem ebbes“ hätte der Titel der Veranstaltung auf gut Pfälzisch lauten können. Die Liedertafel entschied sich für die etwas vornehmere Variante und damit für das Schlagwort „Melodienreigen“. Dahinter steckte eine variantenreiche Mischung von Gesangstücken, die sowohl in den Genres Pop und Musical als auch Schlager und Operette sowie in der Welt der Klassik angesiedelt oder aus Amerika herübergeschwappt sind. Frauen- und Männerchor aus Dudenhofen wurden ergänzt von den Pfälzer Weinkehlchen aus Neustadt. Bei allen drei Chören führt Andreas Fischer-Schmitt den Taktstock. Dem 35-jährigen Dirigenten, der die Liedertafel seit August 2012 leitet, war zudem der kurzweilige Programm-Mix aus Alt und Neu, beschwingt und beseelt zu verdanken, mit dem das Publikum fast drei Stunden lang verwöhnt wurde. Wer sich den abendlichen Genuss gegönnt hatte, konnte danach selbst ein Loblied singen.Eine harmonische Einheit bildeten rund 85 Mitwirkende zwischen sechs und über 80 Jahren bereits beim Auftakt. Mit Vangelis’ „Conquest of Paradise“ gelang ein klangstarker Einstieg ins Konzert. Stimmliche Stärke mussten die Gruppierungen nicht nur gemeinsam, sondern zusätzlich individuell beweisen. Zum sicheren Gelingen trug Fischer-Schmitt dank seines lockeren, aber äußerst engagierten Dirigats bei. Die Sänger brachten Gefühle und Stimmungen gut rüber. Beim Publikum hinterließ all das einen sehr angenehmen Gesamteindruck. Udo Jürgens stand neben Queen im Programmheft, Edward Elgar neben Bert Kaempfert, Strauß neben Frank Sinatra. Während sich die Damen und Herren der Liedertafel der deutschsprachigen Chorliteratur annahmen, setzten die Weinkehlchen englische Akzente – unter anderem mit einem Queen-Medley, das mit einem „Socken-Chor“ vorm schwarzen Leintuch als Hingucker untermalt wurde. Eine der meist verkauften Singles der Welt – „We are the world“ – wurde bei den Weinkehlchen zum Unikat. Dass dort tolle Simmen heranwachsen, stand schnell außer Frage. Die Intonation und die Regulierung der Lautstärke sprachen sowohl beim Nachwuchs als auch bei den Älteren der Liedertafel an. Charmant und einfühlsam verpackten die Männer und Frauen Texte in Melodien. „Klänge der Freude“ tönten zielgerichtet ins Ohr, Western- oder Folksongs auf Deutsch wurden unterhaltsam dargeboten, Wiener Walzerklänge verfehlten die mitreißende Wirkung nicht. Eine angenehme Ergänzung zum Chorgesang waren die Beiträge der Solisten wie das schmeichelnde Duett von Pia Köppler und Fischer-Schmitt „A whole new world“ aus dem Musical „Aladin“. In Schlagzeuer Daniel Fleischmann und Pianist Bernd Camin hatte die Liedertafel außerdem zwei begnadete Instrumentalisten gefunden.

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