Speyer Ein Garten mit vielen Zimmern

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Der Garten von Heike Schories und Michael Schaffelhuber in der Neuhofener Straße 102 in Waldsee ist einen Besuch wert. Wer Lust hat, kann sich am Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr inspirieren lassen. Denn das Paar nimmt an der Aktion „Offene Gärten“ teil.

Heike Schories erzählt: „Wir wollten so gerne einen Garten mit mediterranem Flair, weil wir die Provence so lieben.“ Witterungsmäßig kein Problem in der Vorderpfalz. Also gibt es einen Feigenbaum, mehrere säulenförmige Zypressen, große Palmen in Kübeln auf der Terrasse, Lavendel und Kräuter und die eine oder andere Amphore als Gestaltungselement. Aber das haben viele Gartenbesitzer. Was den Garten von Heike Schories und Michael Schaffelhuber zu etwas Besonderem macht, ist, dass er aus vielen verschiedenen Räumen oder Abteilungen besteht, die wie Einzelgärten wirken. Von keinem Punkt des Gartens oder der Terrasse aus kann man den Garten vollständig überblicken, stets sieht man nur den Platz, an dem man sich befindet, und vielleicht noch die dekorative Grenze zum benachbarten Areal. Und in fast jedem der Areale ist eine Sitzecke, jede anders gestaltet. Das macht den Garten sehr heimelig und lässt ihn wie eine Wohnung mit vielen gemütlichen Zimmern wirken. Die Grundstücke in der Neuhofener Straße liegen auf einem alten Hochufer. Vorne sind die Häuser auf der gleichen Höhe wie die Straße, nach hinten fallen die Grundstücke steil ab bis zu einem Spazierweg, der an den Gärten entlang führt. Terrassen sind da schon von Natur aus vorgegeben. Die über die Breite des Grundstücks gehende Terrasse von Familie Schories/Schaffelhuber fällt in vier großen, leicht geschwungenen Stufen ab zu einer unregelmäßigen Rasenfläche, in die ein kleiner Gartenteich mit Seerosen, Sumpf-Schwertlilien und anderen passenden Gewächsen eingelassen ist. Fische haben sie keine, zur Enttäuschung eines Reihers, der regelmäßig kommt, aber jede Menge Frösche. „Die sitzen gerne am Teichufer, und kommen wir in die Nähe, gibt es ein allgemeines Gehopse“, erzählt Heike Schories. Auf den Stufen zum Garten kann man sitzen, selbstgezimmerte einfache hölzerne Beistelltische haben Platz für Glas oder Tasse, und überall stehen Teelichter in Gläsern. Leere Thunfischdosen, magentafarbig angesprüht, tun es aber auch, oder gleichfarbige Katzenfutterdosen, mit dem Schraubenzieher Löcher hinein gebohrt, und an Drahthenkeln in Büsche oder auf Gestelle gehängt. Am Ende des Gartens wurde aus einem Schuppen eine Sommerküche mit Esstisch, Kühlschrank, Kochplatten und Schränken. Einer besteht aus alten Weinkisten übereinander, unten wurden Rollen angebracht. Der Unterschrank besteht aus den Einlegebrettern eines Kleiderschranks, darauf alte Schubladen. Mit einfachen Mitteln selbstgemacht, wirkt alles schick wie vom Raumausstatter. „Bei uns kommt nichts weg“, so Heike Schories. Das Metallgestell eines Pavillons, der einen Sturm nicht überstand, wurde zu einem Regal für Kräutertöpfe. Darin stecken als Namensschilder Weinkorken, quer angebohrt, auf Stäbe gesteckt, mit Filzschreiber beschriftet. Die kreativen Ideen hat meist Heike Schories, ihr Mann Michael Schaffelhuber ist der Praktiker, der das Ganze umsetzt und seine eigenen Ideen zufügt. „Wir sind ein Team“, sagen die beiden. Das Haus haben sie 2002 gekauft, seit 2005 gestalten sie den Garten von 800 Quadratmetern, ganz ohne Gartenplaner oder fremde Hilfe. Heike Schories sagt: „Wir haben einfach angefangen, manches ist gut geworden, manche Idee hat nicht funktioniert und wurde durch anderes ersetzt.“ Termin Offener Garten am Sonntag, 6. September, 11 bis 18 Uhr, Neuhofener Straße 102 in Waldsee. Der Eintritt ist frei. Es werden Weine aus Spanien, der Pfalz und Frankreich und andere Getränke ausgeschenkt.

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