Speyer Ein dreiviertel Jahrhundert vermählt

Verliebt wie am ersten Tag: Erich und Irma Weber.
Verliebt wie am ersten Tag: Erich und Irma Weber.

Erich und Irma Weber feiern am heutigen Dienstag ein sehr seltenes Ehe-Fest: die Kronjuwelen-Hochzeit. Sie sind seit 75 Jahren miteinander verheiratet. Ein Ehejubiläum, das noch mehr gemeinsame Jahre der Zweisamkeit feiert, gibt es nicht.

Beide feierten im Juli dieses Jahres erst ihren 96. Geburtstag. „Wir haben uns schon als Kinder gekannt, da wir im gleichen Haus in der Mörschgasse aufgewachsen sind“, erzählt Erich Weber. Später sei aus Freundschaft Liebe geworden. „Wir haben trotz der schlechten Zeit am 3. August 1946 in der Dreifaltigkeitskirche geheiratet. Beide Familien und Freunde haben zum Festessen beitragen, jeder hat etwas mitgebracht“, erinnert sich der Jubilar.

Irma Weber erzählt, dass sie Kindergärtnerin gelernt habe und in der Herdstraße tätig geworden sei. „Dieser Beruf hat mir sehr gut gefallen, auch die Kinder mochten ihre Tante Irmel“, berichtet sie. Später sei sie nach Berghausen versetzt worden. Nach der Geburt von Tochter Gerda sei sie zu Hause geblieben. „Wir haben auch einen Enkel, Andreas“, erzählt sie weiter. Ihr Mann berichtet, dass er schon als 17-Jähriger während des Kriegs im Reichsarbeitsdienst tätig sein musste. „Ich war am Bau von Befestigungsanlagen in Frankreich beteiligt. Das Gute daran war das Essen“. Erich Weber schwärmt regelrecht von der französischen Küche.

Als Rentner Garten im Kugelfang gepachtet

Dann berichtet er aber auch von Flugabwehr-Einsätzen im Osten bis zum Kriegsende. Nach dem Krieg hat der Jubilar zunächst als Lederzuschneider bei der Rovo und im Baugewerbe gearbeitet. „Dann habe ich 1962/63 EDV-Kaufmann gelernt und bei den Mannheimer Versorgungsbetrieben (MVV) gearbeitet, später als Leiter des Rechenzentrums“, erzählt Weber von seinem beruflichen Werdegang.

Mit Beginn des Rentenlebens im Jahr 1985 hörte die Freude daran, tätig zu sein und etwas zu bewirken bei dem Ehepaar nicht auf. Sie pachteten einen Garten im Kugelfang mit 900 Quadratmetern, bewirtschafteten ihn rege und bauten darauf ein wunderschönes Haus, umrahmt von 40 Rosenstöcken. Mittlerweile sei die Gartenarbeit nicht mehr möglich, weil sie Schwierigkeiten mit dem Laufen hätten. Doch davon abgesehen ist das Jubelpaar noch fit. Jetzt gestalteten sie dafür ihren Balkon mit schönen Blumen. Nur Fotografien und der 1,20 Meter große Gartenzwerg Hermännel, der auf dem Balkon steht, erinnern an die Zeit im Garten. RHEINPFALZ-Leser seien sie beide von deren erstem Erscheinungsjahr an, erwähnt Weber am Ende des Gesprächs.

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