Speyer „Ein bisschen wie zu Hause“

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RÖMERBERG. Das Kinderland Sternschnuppe in Berghausen veranstaltet am Samstag, 4. Juli, 14 bis 18 Uhr, ein Sommerfest in der Werkstraße 24. Gefeiert wird das zehnjährige Bestehen der Einrichtung, die Speyerer Außenstelle Tafelsbrunnen wird fünf Jahre alt. Ein Clown-Besuch, Kinderschminken, ein Bobby-Car-Rennen, Musikaufführung und eine Tombola sind geplant. Sara Brunn hat mit der Leiterin Alexandra Köpper über die Anfänge und Pläne für die Zukunft gesprochen.

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, sich mit einer privaten Kindertagespflege selbstständig zu machen?

Es hat 2005 angefangen. Ich habe selbst drei Kinder, war damals noch am Studieren und habe eine Tagesmutter gesucht. Dabei habe ich mich durch den verfügbaren Markt „gewühlt“ und festgestellt wie schwierig es ist, jemand Geeignetes zu finden. Da hatte ich die Idee, es einfach selbst zu machen und habe mit fünf Kindern begonnen. In die Räume hier in der Werkstraße in Berghausen sind wir dann 2012 eingezogen. Worin bestand für Sie der größte Wandel in den vergangenen zehn Jahren? Wir sind mit den Jahren gewachsen, haben immer auch Angebote wie den Eltern-Baby-Treff dazu genommen und uns weiterentwickelt. Jetzt wollen wir aber nicht mehr größer werden, damit wir uns den familiären Charakter bewahren können. Und die politischen Rahmenbedingungen haben sich durch den kostenfreien Betreuungsanspruch der Zweijährigen verändert. Die Unter-Dreijährigen sind Ihre Zielgruppe. Wie stark spüren Sie die Auswirkungen der kostenlosen Kita-Betreuung? Man merkt es schon, die Fluktuation ist größer. Aber ich glaube, dass die Qualität in den Kindergärten durch die Quantität abgenommen hat. Wir möchten weiter nah am Kind bleiben, und nicht nur eine Aufbewahrungsstelle sein. Wir sind nicht so groß wie normale Krippen oder Kitas. Aber uns ist das Familiäre und die Flexibilität sehr wichtig. So arbeitet zum Beispiel auch meine Mutter, „Oma Christel“, überall ein wenig mit. Und wir sind flexibel für die Eltern da, sodass diese auf den Arbeitsmarkt reagieren können. Ein Kind kann auch nur drei Tage in der Woche kommen, und daran bemisst sich dann auch der Preis. Was unterscheidet die Sternschnuppe von anderen Einrichtungen? Zum Beispiel unsere Küche. Wir haben hier die besondere Situation, dass es bei uns ein bisschen wie zu Hause ist. Die Kinder können zuschauen, was dort passiert. Außerdem kochen wir jeden Tag frisch, zweimal in der Woche vegetarisch, zweimal Fleisch und freitags gibt es Fisch. Süßes gibt es in unserem Haus dagegen überhaupt nicht. Zudem bieten wir einmal pro Woche musikalische Früherziehung an, auch für Kinder von außerhalb. Wie viele Kräfte unterstützen Sie? Wir haben insgesamt zwölf Mitarbeiterinnen im Team beider Einrichtungen, drei davon arbeiten in der Zweigstelle Tafelsbrunnen in Speyer. Darunter sind ausgebildete Erzieherinnen, Tagesmütter, eine Kinderkrankenschwester sowie zwei Köchinnen. Diese Mischung macht es im Team aus. Die ausgebildeten Erzieherinnen bringen viel Basiswissen und Theorie mit rein. Die Tagesmütter haben meist eigene Kinder und daher viel praktische Erfahrung. Kann man als private Einrichtung auf finanzielle kommunale Unterstützung zurückgreifen? Wir tragen uns rein über die Elternbeiträge, was natürlich nicht ganz einfach ist. Wir überlegen jetzt, beispielsweise interessierte Firmen ins Boot zu holen. Sie könnten Plätze buchen, uns durch Sachspenden oder handwerkliche Beiträge unterstützen und wir halten dann Plätze für die Kinder der Mitarbeiter frei. Das kann besonders für Frauen in Führungspositionen interessant sein, die nicht so lange zu Hause bleiben können. Wenn man sein eigenes Kind nicht mit zwei Jahren in eine kirchliche oder kommunale Kita geben möchte, hat man dann finanziell überhaupt eine Wahl? Die Eltern können beim Jugendamt eine Kostenbeteiligung beantragen, die auch für alle Eltern mit Kindern ab einem Jahr genehmigt wird, unabhängig von der Berufstätigkeit. Manche gehen dann aber freiwillig, andere werden „gezwungen“, weil es für sie schon einen großen Unterschied macht, ob man in der kommunalen Kita null Euro zahlt oder bei uns den vollen Elternbeitrag. Da würde ich mir wünschen, dass das Jugendamt mehr Wunschrecht einräumt und es auch von kommunaler Seite gefördert wird. Denn manche Kinder sind mit zwei Jahren einfach noch nicht soweit, sich in einer großen Kita durchzusetzen.

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