Speyer Ein Apfelbaum fürs Baby

In Hanhofen sind 2013 die Namen von 27 Neugeborenen ins Amtsregister eingetragen worden – mehr Jungs als Mädchen. Die Eltern und Kinder lud die Gemeinde am Freitagnachmittag zum „Neugeborenen-Empfang“ mit der Pflanzung von Apfelbäumen auf eine „versteckt“ liegende Streuobstwiese ein.
„Wie die Äpfel die Früchte des Baumes sind die Kinder die Früchte ihrer Eltern“, sagte Bürgermeisterin Friederike Ebli (SPD): „Wir möchten sie beim Heranwachsen begleiten, unterstützen, ihnen und den Eltern die Rahmenbedingungen für eine lebenswerte Zukunft schaffen.“ Schon weil die Kinder irgendwann von den Heutigen den Stab übernähmen, die Welt nach ihren Vorstellungen gestalten könnten. Mit dem Vorzeige-Kindergarten Villa Sonnenburg biete Hanhofen die besten Startchancen. Zur Aufnahme der Einjährigen habe die Gemeinde für die Kita eine Kinderkrankenschwester eingestellt. Kreisjugendamt und Familienpaten seien als Ansprechpartner ebenfalls vor Ort. Eblis Wunsch: „Ein gutes, ungestörtes Wachstum für die Kinder und die Bäume.“ Nach dem Anpflanzen der 30 Stämmchen von alten Apfelsorten – die Hälfte setzten die Eltern, den Rest die Mitarbeiter des Bauhofes, Ralf Hamann fuhr mit dem „Tankwagen“ zur Bewässerung an – konnten Vater und Mutter „ihren Baum“ mit dem Namenband des Sohnes oder der Tochter kennzeichnen. Kita-Leiterin Martina Henkel versprach den Eltern: „Mit unserem breit gefächerten, weit geknüpften Betreuungsangebot stehen wir ihnen jederzeit zur Seite.“ Michael Kinscherff und Isabel Sorg fühlen sich in Hanhofen, Wohnort seit 2006, gut aufgehoben. Und wenn Phil, sieben Monate alt, mal Äpfel mag, kann er sich die vom eigenen Baum pflücken. Natascha Kirsch ist Hanhöferin, Ehemann Mario kommt aus Landau. Er: „Die Aktion ist mal was anderes.“ Sie: „Es hat seinen Reiz bei Spaziergängen hier vorbeizuschauen.“ Im Hinblick auf Sohn Tim: „Für junge Familien wird im Dorf viel getan.“ Auch Heiko und Sonja Röther haben einen Sohn: Johnny, neun Monate alt. Zur Heirat pflanzten sie 2012 einen Baum im Hochzeitswald in Dudenhofen. Heiko ist in Mechtersheim aufgewachsen, wohnte in Dudenhofen, kürzlich kauften sie in Hanhofen ein Haus. Sonja schätzt das nachbarschaftliche Miteinander. Freunde zu finden sei kein Problem. Schon zwölf Jahre leben Sven und Doreen Zechinato in der Gemeinde. Vor drei Jahren wurde Lia geboren, vor neun Monaten Maja. In einem Mitarbeiterblatt der BASF (er kam zur Ausbildung aus Eisenhüttenstadt nach Ludwigshafen, sie von Sangerhausen zur Knoll AG) stießen sie auf die Wohnadresse Hanhofen. Weg wollen sie nicht mehr. Allein die Natur rundherum sei für die Kinder ideal. Eine Großfamilie: Oma Erni, Opa Sepp, Sohn Wolfgang, Schwiegertochter Andrea, Enkelin Jolina, sieben Jahre, Enkel Liam, sieben Monate. Alle mit Nachnamen Fischer. Andrea, Lingenfelderin, findet das Dorf „schön ruhig, familiär und dennoch zentral gelegen“. (län)