Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Ein 88-Jähriger geht immer noch auf Torejagd

Immer wieder freitags wird Fußball gespielt (von links): Pfarrer Andreas Buchholz, der 88-jährige Hans Ackermann und Gruppenbetr
Immer wieder freitags wird Fußball gespielt (von links): Pfarrer Andreas Buchholz, der 88-jährige Hans Ackermann und Gruppenbetreuer Danny Scharffenberger.

Hans Ackermann ist 88 Jahre alt. Das hält ihn nicht davon ab, jeden Freitag mit den Freizeitkickern der protestantischen Kirchengemeinde Waldsee seinem Hobby nachzugehen.

Ja, der Hans, der ist schon ein Phänomen. Da sind sich die Freizeitkicker der protestantischen Kirchengemeinde in Waldsee einig. Mit seinen 88 Jahren kommt Hans Ackermann jeden Freitag pünktlich um 15 Uhr zum Fußballtraining und schießt ein Tor nach dem anderen. Dafür hat er von Pfarrer Andreas Buchholz anlässlich seines 88. Geburtstages eine Urkunde bekommen.

„Der Hans Ackermann ist ein Jungbrunnen“, sagt der Pfarrer. „Ich kriege ja immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich ihn sehe.“ Er selbst, obwohl fast 30 Jahre jünger, könne schon seit langem nicht mehr mittrainieren. Gegründet hatten Buchholz und sein Neuhofener Kollegen Richard Zurheide die Freizeitkicker 1994.

Die Seele des Fußballs

„Zwei Pfarrer, eine Fußballseele“, blickt Buchholz zurück auf die Anfangsjahre der meist völlig bunt zusammengewürfelten Gruppe. Hier spielten Alt und Jung zusammen, so der Pfarrer. „Auch Eduard Fahrrad, ehemaliger Oberligaspieler in Mechtersheim und jetzt Trainer der 1. Herrenmannschaft beim ASV Waldsee hat als Zwölfjähriger schon bei den Freizeitkickern mitgespielt“, erinnert sich Buchholz. Immer mal wieder sind Konfirmanden dabei, dann auch wieder der ein oder andere Vereinsspieler – und von Anfang an Hans Ackermann.

„Ich bin durchtrainiert“, sagt der rüstige Senior und kickt zum Beweis den Ball hüfthoch in die Luft. „Das geht noch alles“. Zwei bis drei Stunden Kicken am Freitagnachmittag sei kein Problem, nur das Rennen überlasse er inzwischen den jüngeren. „Das sind alles meine Freunde hier“, sagt er und zeigt auf die deutlich jüngeren Mitspieler.

Zweikämpfe sind tabu

Eine Sonderbehandlung brauche der Hans nicht, versichern die Sportkameraden. Nur harte Zweikämpfe seien natürlich tabu, sagt Ackermann, mit 88 müsse er schließlich auf seine Knochen aufpassen. Das nutzt er hin und wieder aus und luchst dem Nachwuchs den Ball ab und versenkt diesen im Tor.

Die Corona-bedingte Trainingspause empfand Ackermann schon als blöd. „Wenn ich nicht zum Fußball gehe, bin ich müde. Ich brauche Bewegung“, gibt er zu. Man merkt dem Senior an, dass er sein ganzes Leben lang Sport getrieben hat.

Aufgewachsen ist Ackermann in Lautersheim bei Grünstadt, wo er beim SV spielte und mit 17 Jahren zur Südwest-Jugendauswahl gehörte. Später arbeitete er bei der US Army in Karlsruhe, dort spielte er mit dem VfB Südstern in der zweiten Amateurliga. 1962 verließ er die Armee, zog nach Waldsee und war als Fernfahrer in ganz Europa unterwegs. In seiner Freizeit kickte er im AH-Team des ASV Waldsee. Außerdem war Ackermann begeistertet Skifahrer und hat bis ins hohe Alter Tennis gespielt.

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