Speyer Ehepaar muss aus Keller gerettet werden
Die Eröffnung des Frühlingsfests in Heiligenstein war seit ein paar Stunden vorbei, als der Himmel über Römerberg in der Nacht von Freitag auf Samstag seine Pforten öffnete: Es blitzte und donnerte ohne Unterlass, Wassermassen stürzten über den Ort herein, Straßen wurden überschwemmt, Keller geflutet. Wenig später gingen die ersten Hilferufe bei der Feuerwehr ein. Auch am Sonntag waren die fleißigen Helfer noch im Einsatz.
Laut einer Polizeimeldung erreichte die Beamten in der Nacht vom Freitag auf Samstag aufgrund der Unwetter eine Vielzahl von Notrufen. In Römerberg liefen mehrere Keller voll, darunter auch der Keller der im Umbau befindlichen Volksbank Heiligenstein. Die Feuerwehr musste zudem ein Ehepaar befreien, welches sein Hab und Gut aus dem Keller retten wollte. Den beiden war wegen einer durch die Wassermassen zugefallenen Tür der Rückweg versperrt, weshalb die Feuerwehr die Tür schließlich aufbrechen musste. Die Feuerwehr Römerberg wurde laut einer Pressemeldung zum ersten Mal gegen 1.30 Uhr zu einem Wassereinbruch im Kirchenweg in Heiligenstein gerufen. Während des Ausrückens der ersten Kräfte erfolgten weitere zahlreiche Notrufe, darunter die Meldungen „Personen in überflutetem Keller eingeschlossen“, „Wassereinbrüche in Wohngebäude“, „Fahrbahnüberflutungen“ und „ausgespülte Kanaldeckel“. Um die Flut der Alarmmeldungen bewältigen zu können, forderte die Feuerwehr Nachbarschaftshilfe von den Feuerwehren Dudenhofen und Harthausen. Aus Römerberg waren 25 Mann in sechs Fahrzeugen, aus Harthausen neun Mann in einem Fahrzeug und aus Dudenhofen neun Mann in einem Fahrzeug im Einsatz. Bis 5.30 Uhr waren zwölf Schadensstellen zu beseitigen. Die Nachbarschaftshilfen aus Dudenhofen und Harthausen konnten dann verabschiedet werden. Die Wache in Römerberg arbeitete noch zwei weitere Einsatzstellen mit einem Fahrzeug und drei Mann bis gegen 8 Uhr ab. Kaum eingerückt und zu Hause, schlugen Bürger schon wieder Alarm: Wassereinbrüche wurden in Wohngebäuden in Heiligenstein und Berghausen gemeldet, vier Fahrzeuge und 18 Mann rückten wieder aus. Gegen zwölf Uhr spitzte sich die Lage nach einem erneuten Starkregen in Mechtersheim extrem zu, es drohten weitere Wohngebäude in der Schwegenheimer Straße geflutet zu werden. Durch umfangreiche Abpumpmaßnahmen eines Feldbereiches konnte ein erneutes Eindringen von Wasser in die Wohngebäude verhindert werden. Zu diesem Zeitpunkt kamen mehrere Anrufe von Tierhaltern und Landwirten: Das Tiefgestade in Mechtersheim (Riedgraben/Wiesengräben) sei komplett überflutet und erste Anwohner im Bereich Jahnstraße/Wiesenstraße meldeten steigendes Wasser in Kellern. Die Verbandsgemeindewerke wurden zur Überprüfung des Schöpfwerkes der Philippsburger Straße gerufen. Dorthin soll das Wasser eigentlich durch die Entwässerungsgräben neben den Feldern gepumpt werden. Vor Ort wurde aber festgestellt, dass das Schöpfwerk völlig überlastet war und durch einen technischen Defekt auch nicht auf Volllast arbeitete, eine Reparatur aber erst nach abklingen der Hochwasserlage veranlasst werden kann. Um den weiteren Anstieg des Pegels im Tiefgestade (Siedlung/Riedgräben) zu verhindern, wurde das Technische Hilfswerk (THW) gegen 14.15 Uhr hinzugezogen. Der THW Ortsverband Ludwigshafen, als Ansprechpartner für den Rhein-Pfalz-Kreis, organisierte eine Facheinheit Pumpen aus Frankenthal. Im Einsatz sind bis auf weiteres eine Großpumpe und vier Tauchpumpen mit einer Pumpenleistung von etwa 10.000 Litern pro Minute, welche im Schichtbetrieb mit vier bis fünf THW-Kräften bis voraussichtlich Montag die Schöpfwerkpumpkapazität verstärken. Weiterhin betreibt die Feuerwehr Römerberg bis zum Abschluss des THW-Einsatz seine Einsatzzentrale mit zwei bis drei Kräften. Auch am Sonntag wurden wieder Wasserschäden aus Gebäuden gemeldet und mit zehn Mann in zwei Fahrzeugen beseitigt. Insgesamt gab es bis Sonntagmittag 26 Einsätze im Gemeindegebiet. Manfred Scharfenberger (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen, sagte: „Im Großen und Ganzen ist es glimpflich verlaufen.“ Der Römerberger Wehrleiter Werner Huber sagte am Sonntagnachmittag: „Die Lage entspannt sich langsam, zum Glück hat es heute kaum noch geregnet.“ Laufe alles nach Plan, könne auch das Abpumpen am frühen Montagmorgen gegen 7 Uhr eingestellt werden. (seed)