Speyer Edbauer nach Portugal und Italien
«FRANKFURT/ODER.» Da brannten nicht nur die Beine. Auch aus dem Körper hatte er seine letzten Reserven herausgeholt. Kaum hatte Elias Edbauer (RV 08 Dudenhofen) die Bahn verlassen, fiel er buchstäblich vom Rad. Der 16 Jahre alte Bahnrad-Sprinter musste sich erst mal übergeben. Der Lohn: Die Silbermedaille in neuer persönlicher Bestzeit in 1:04,233 Minuten über die 1000 Meter – und das Ticket für die Junioren-EM und WM im Sommer.
Da ging einfach nichts mehr. Elias Edbauer lag auf dem Hallenboden. Seine Physiotherapeutin Alexandra Welte kniete an seiner Seite. Der Wahl-Pfälzer aus Passau hatte gerade auf dem 250 Meter langen Lattenoval in der Oderlandhalle einfach alles rausgehauen. Seine Schmerzen waren ihm deutlich anzusehen. Er hatte Mühe, wieder auf die Beine zu kommen. Der Blick auf die Anzeigetafel: neue persönliche Bestzeit. 1:04,233 Minuten. Noch vor knapp drei Wochen blieb die Uhr bei 1:05,9 Minuten stehen. Trotz der enormen Leistungssteigerung reichte es bei seiner Premiere bei den Junioren noch nicht zu Gold. „Zunächst bin ich etwas enttäuscht, dass es nicht zum Sieg gereicht hatte. Aber die Zeit lässt hoffen“, meinte Edbauer im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Um 0,123 Sekunden war Valentin Schuhmann (Chemnitzer PSV) schneller als Edbauer. „Ich bin ein Wettkampftyp und kann mich da noch unheimlich pushen. Es macht auch einfach mehr Spaß, vor einem Publikum zu fahren.“ Da strahlte er wieder. Bei der Siegerehrung gab es auch einen dicken Kuss von seiner Freundin Maraike Lange (SSV Gera). „Ich wusste nicht, dass ich so an meine Grenzen gehen konnte. Und noch nie habe ich nach einem Wettkampf gebrochen.“ Der sympathische Niederbayer, der im Internat der Eliteschule des Sports, dem Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern, lebt, vergisst in seinem Glücksmoment auch nicht sein inzwischen vertrautes Umfeld. „Frank Ziegler ist für mich der beste Trainer. Er hat mir Mut gemacht, auf die Bahn zu gehen, und hat mir das Vertrauen gegeben, um diese sportliche Entwicklung zu gehen“, sagte Edbauer ein wenig gerührt. Ihm traut auch Bundestrainer Jörg Winkler (Frankfurt/Oder) international eine erfolgreiche Zukunft zu, unter anderem, weil er in der nächsten Saison noch dem Juniorenkader angehört. Das Ticket für die Europameisterschaft in Anadia/Portugal (18. bis 23. Juli) und für die WM in Montichiari/Italien (23. bis 27. August) hat er ebenfalls in der Tasche. Unmittelbar danach plant Edbauer den Start beim Sprint-Grand-Prix auf seiner Hausbahn in Dudenhofen. „Gerade auf der neu renovierten Bahn macht es noch mehr Spaß. Das ist ja auch ein zusätzlicher Ansporn, dort zu fahren“, erzählte Edbauer. Doch zunächst geht die Jagd nach Edelmetall weiter. Sowohl im Teamsprint (heute) als auch im Keirin (Sonntag) will er ebenfalls ganz weit vorne landen. Dabei träumt er auch von einem ganz großen Coup. Zusammen mit seinen beiden Vereinskollegen Sascha Deringer und Timo Bichler will er im Teamsprint endlich Gold. Das wäre auch der krönende Abschluss für seinen Teamkollegen Sascha Deringer, der nach dem Sprint- Grand-Prix auf seiner Hausbahn im September sein Rad an den berühmten Nagel hängt und sich auf sein Abitur am Speyerer Gymnasium am Kaiserdom konzentriert. Sport