Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Duschen in der Schwerd-Sporthalle: Ein Grund zum Schämen?

Rostpartikel im Wasser: sanitäre Anlagen in der „Schwerd“-Sporthalle.
Rostpartikel im Wasser: sanitäre Anlagen in der »Schwerd«-Sporthalle.

Gegrummelt wird immer wieder über den Zustand der sanitären Anlagen in Speyerer Schulsporthallen. Offizielle Beschwerden sind jedoch selten. Zwei Aktive schämen sich.

Simon Lais und Marco Decker spielen bei den Basketballern des TSV Towers Speyer-Schifferstadt. Sie trainieren wöchentlich in der Sporthalle des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums (FMSG). Danach wird in den Kabinen geduscht – mit immer mehr Unbehagen, wie sie betonen. „Meiner Meinung ist es sehr fahrlässig und gesundheitsgefährdend, solche Duschen überhaupt benutzen zu dürfen“, sagt Lais, der den Zustand vorige Woche dokumentiert hat.

Auffällig sind neben Verfärbungen im Fensterbereich vor allem die Rostspuren im Bereich von Wasserarmaturen. Becken und Böden sind damit verschmutzt. „Die Zustände sind eine Zumutung“, so Lais und Decker. Sie erinnern daran, dass auch die Jugendmannschaften der Towers die Anlagen nutzen. „Wir ziehen uns in den Umkleiden um und duschen nach jedem Training beziehungsweise Spiel in diesen Duschen.“ Phasenweise fließe nur kaltes Wasser. Die Gegner kämen aus ganz Rheinland-Pfalz. „Wir schämen uns schon für unsere sanitären Anlagen. Die Toiletten sehen genau so schlimm aus“, so die Basketballer.

Brief an die Stadt

Lais und Decker haben auch an die Stadtverwaltung geschrieben, die als Schulträgerin für die Sporthallen verantwortlich ist und diese außerhalb der Unterrichtszeiten Vereinen kostenlos überlässt. Sie hoffen, dass öffentlicher Druck für Verbesserungen sorgt: „So sollten in Deutschland keine sanitären Anlagen aussehen, auch nicht in Speyer.“ Auch Schüler des FMSG seien betroffen, vor allem aus den Sport-Leistungskursen.

Die Stadt hat schon geantwortet und betont, sie nehme „die Hinweise zu den Duschen im FMSG sehr ernst“. Die beschriebenen Verfärbungen und der metallische Geschmack des Wassers seien auf Ablagerungen in alten, verzinkten Stahlrohren zurückzuführen, deren Schutzschicht sich im Laufe der Jahre abgebaut hat. „Vor allem an selten genutzten Entnahmestellen – wie den Duschen – können dadurch Rostpartikel ins Wasser gelangen“, so Sprecherin Sabrina Albers. Die Schule wurde in den 1960er-Jahren errichtet.

Wasserqualität okay

Unabhängig davon werde das Trinkwasser an allen städtischen Schulen und Sporthallen regelmäßig beprobt. Die jüngste Untersuchung habe bestätigt, dass alle hygienischen Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllt seien. Somit bestehe keine Gesundheitsgefährdung. „Der entsprechende Bericht liegt uns vor“, betont Albers.

Die Stadtverwaltung sei sich des Sanierungsbedarfs an den Schulen bewusst. „In den vergangenen Jahren lag der Fokus unserer Sanierungsmaßnahmen auf den WC-Anlagen.“ Diese würden von vielen Schülern täglich genutzt. Bei den Duschen sehe das anders aus, „weswegen wir diese erst nachfolgend sanieren“. Zunächst seien jedoch noch Toiletten an der Reihe: „Aktuell werden die finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen für die Sanierung weiterer WC-Anlagen geprüft.“ Hinweise aus den Schulgemeinschaften und Vereinen zu mangelhaften Lern- und Sportbedingungen würden bei den Planungen stets berücksichtigt.

Schäden an Fenster und Decke: Zustand mangelhaft.
Schäden an Fenster und Decke: Zustand mangelhaft.
Im Becken und auf dem Boden: rostige Spuren.
Im Becken und auf dem Boden: rostige Spuren.
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