Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Dudenhofens Seniorenbeiratsvorsitzender: Als Neuer für die Älteren

Lobt die Infrastruktur in Dudenhofen: Reimund Gebhard.
Lobt die Infrastruktur in Dudenhofen: Reimund Gebhard. Foto: Lenz

Da sage noch einer, auf dem Dorf habe man es als Neubürger schwer: Reimund Gebhard ist erst in diesem Jahr nach Dudenhofen gezogen und ist bereits Vorsitzender des Seniorenbeirats. Für die ältere Generation im Spargeldorf hat er viele Ideen.

„Das war eine göttliche Fügung“, sagt Reimund Gebhard auf die Frage, wie er ins Amt des Dudenhofener Seniorenbeiratsvorsitzenden gelangt ist. Schließlich ist der 67-Jährige erst in diesem Jahr mit seiner Frau aus Speyer ins Spargeldorf gezogen. „Ich habe den Vordruck, mit dem man sich für den Seniorenbeirat bewerben konnte, im Amtsblatt gesehen“, erzählt er. „Ich habe allerdings nicht damit gerechnet, dass ich als Neubürger eine Chance habe.“ Voraussetzung für die Bewerbung waren neben einem einwandfreien Leumund ein Wohnsitz in der Gemeinde und die Vollendung des 60. Lebensjahres. Ende September berief der Ortsgemeinderat die acht Bewerberinnen und Bewerber zu Mitgliedern des Seniorenbeirats. Zu ihrem Vorsitzenden wählten diese dann Reimund Gebhard. Vorgänger Klaus Schmieder hatte sich aus dem Gremium zurückgezogen. „Ich habe von meinen Erfahrungen als Gründungsmitglied des Stadtteilvereins Süd in Speyer berichtet“, sagt der Neu-Dudenhofener Gebhard. Seine Stellvertreterin ist eine Alteingesessene: Rike Polascheck. „Das gibt ein gutes Team“, ist Gebhard überzeugt.

Nach Dudenhofen hat es den gebürtigen Ludwigshafener gezogen, nachdem die beiden Töchter aus dem großen Haus in Speyer Süd ausgezogen waren und sich die Infrastruktur im Stadtteil immer mehr verschlechtert hatte. Bei der Suche nach einer Eigentumswohnung für sich und seine Frau sei die Wahl schnell auf Dudenhofen gefallen. „Wir wären auch gerne in Speyer geblieben, aber dort ist es mittlerweile einfach zu teuer“, sagt Gebhard, der bis zur Rente als Elektrotechniker im Außendienst gearbeitet hat. „Wir haben uns umgeschaut und festgestellt, dass Dudenhofen die beste Infrastruktur hat“, sagt der 67-Jährige. Den Umzug habe er noch keine Sekunde bereut. In Dudenhofen gebe es von Einkaufsmöglichkeiten bis zur Ärzteversorgung alles, was man brauche. Statt auf 240 wohnt das Ehepaar nun auf 95 Quadratmetern in einem neuen Mehrfamilienhaus in der Speyerer Straße. Auch die Schwiegermutter ist in eine Wohnung im gleichen Haus eingezogen. Und eine der Töchter Gebhards wohnt ebenfalls im Spargeldorf.

Plädoyer für Bürgerpark

Schnell habe er gemerkt, dass es sich bei seinem neuen Amt als Seniorenbeiratsvorsitzender um „einen tagesfüllenden Job“ handelt, sagt Reimund Gebhard. Zwei Themen, die Senioren in Dudenhofen bewegten, seien der Friedhof und die Pläne für einen Bürgerpark. „Die Friedhof ist nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch eine kulturelle Begegnungsstätte“, sagt Gebhard. Dem Anspruch werde der Dudenhofener Friedhof aber derzeit nicht gerecht: So lasse die Grünpflege zu wünschen übrig, und die Kapelle müsste restauriert werden. Weil mittlerweile viele Menschen im nahen Friedwald bestattet werden, gebe es viele Lücken zwischen den Gräbern.

Ein Bürgerpark nahe der Wingartsmühle wäre ein weiterer Gewinn für die ältere Generation. „Der Park ist schon ewig geplant“, sagt Gebhard. „Er wäre mittig im Ort und für Senioren gut erreichbar.“ Das Problem: Zunächst müsste laut Gebhard der Kreis die geplante Fischtreppe dort bauen. Außerdem seien die Mehrheitsverhältnisse im neuen Ortsgemeinderat so, dass die Gegner eines Bürgerparks gestärkt sind. „Es könnte ein Mehrgenerationenpark entstehen, der zur Begegnungsstätte wird“, wirbt Gebhard dennoch für die Idee.

Viele Ideen

Bewährt seien zwei Angebote des Seniorenbeirats, die der neue Vorsitzende weiter unterstützen will: die Fotofreunde 60 plus und der Computertreff. Für die Zukunft hat Gebhard „einen Strauß an Vorschlägen“, die er mit dem Seniorenbeirat, der sich das nächste Mal am 28. November trifft, diskutieren will: So schwebt ihm eine Seniorenbefragung vor, um herauszufinden, was sich Ältere überhaupt an zusätzlichen Angeboten wünschen. Ein Rollatortraining fände er „bei unseren krummen und schiefen Bürgersteigen“ ebenfalls gut. Weitere Ideen sind ein Bingo-Nachmittag, Tanzen, Kochen mit Kindern oder Seniorenschwimmen. Für seine Aktionen hat der Beirat jährlich ein Budget von 2000 Euro zur freien Verfügung. „Wenn es etwas Größeres ist, können wir einen Antrag an den Ortsgemeinderat stellen“, sagt Gebhard.

„Ja, von Anfang an!“, antwortet er ohne zu Zögern auf die Frage, ob er das Gefühl habe, dass sein Gremium von politisch Verantwortlichen ernst genommen werde. Wichtig ist ihm bei seiner Arbeit, die übrigen Beiratsmitglieder mitzunehmen. „Das soll keine One-Man-Show werden“, kündigt Gebhard an, der auch für den Kreis-Seniorenbeirat vorgeschlagen wurde, der am 25. November bestimmt wird. Der Dudenhofener Beirat sei altersmäßig gut durchmischt. Das „Küken“ ist Michael Langangki, der erst kürzlich 60 Jahre alt geworden ist. Von dort reiche die Spanne bis zu über 80-Jährigen wie Helga Schädler, der Gattin des früheren Landrats Paul Schädler.

Seniorenbeirat

Reimund Gebhard (Vorsitzender); Rike Polaschek (Stellvertreterin), Helga Schädler, Hans Wels, Johanna Nickchen, Peter Lorenz, Angelika Endress-Deißler, Michael Langanki.

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