Speyer Dudenhofener in den USA

Placeholder-Image

Im Buch „Bürger und Fremde in Dudenhofen/Pfalz“ (2004) schreibt Erwin Franz Ofer über die Auswanderung nach Amerika: Am 9. Oktober 1845 schrieb Pfarrer Carl Wies in Dudenhofen seinem Amtsbruder in Troy* im Staat Indiana, USA, einen Brief, in dem er eine Auswanderungsgruppe aus Dudenhofen seiner „bischöflichen Obsorge“ empfiehlt. Dieser Brief wird heute noch im Pfarramt St. Ferdinand, Indiana, als „Dudenhofen Document“ aufbewahrt. Pfarrer Wies nimmt in dem Brief Bezug auf drei Familien, die sich schon 1844 in Indiana niederließen. Er erwähnt besonders einen Adam Josef Bredel, der sich seit 1834 dort (Troy?) aufhält, während seine Gattin Franziska, geborene Mönig, noch in Dudenhofen wohnt. Wahrscheinlich wurde durch diesen Adam Bredel der Staat Indiana zum Anlaufpunkt für Auswanderer aus Dudenhofen und seiner Umgebung, wie eine Einwanderungsliste der Pfarrei St. Ferdinand zeigt. Floyd Edward Lindauer, ein Urenkel der Auswanderer, mit dem ich einen regen Briefverkehr hatte, schrieb mir einmal, dass ihm sein Großvater Anton von der Reise von Le Havre nach Troy erzählte. Die Familien Lindauer, Ofer und Nord kamen im November 1844 in New Orleans an. Nach dem Umladen des Gepäcks auf ein Dampfboot ging es wieder circa zwölf Tage auf dem Mississippi und dem Fluss Ohio bis zum Landeplatz der Stadt Troy im Staat Indiana. Die Jahreszeit war gut, da der Fluss Ohio erst zu dieser Zeit mit ausreichendem Wasser schiffbar war. Die Fahrt von Le Havre in Frankreich nach New Orleans dauerte, wie sich sein Großvater erinnerte, der damals ein Bub von sieben Jahren war, 45 Tage. Aus anderen Quellen erfuhr ich, dass die Auswanderer auf einem Segelschiff auf dem circa 150 Personen untergebracht wurden, die meisten im sogenannten Zwischendeck sich selbst verpflegen mussten. In einem Schiffsakkord vom 29. April 1847 wird festgelegt, dass pro Person 80 Gulden und für Kinder von einem bis zehn Jahren 65 Gulden bezahlt werden müssen, dabei ist auch die Fahrt nach Le Havre beinhaltet. Es ist bekannt, dass Georg Adam Lindauer und Johann Adam Ofer in der Nähe von Mariah Hill* Farmen erwarben, die noch von den Söhnen und Enkeln bewirtschaftet wurden.

x