Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Dudenhofen: Projekt Vis-a-vis organisiert Rikscha-Fahrten für kranke Menschen

Mit der Rikscha in Dudenhofen unterwegs: Monika Kreckel, Leiterin des Rikschas-Projekt, als Fahrerin und Angela Glaser, Gründeri
Mit der Rikscha in Dudenhofen unterwegs: Monika Kreckel, Leiterin des Rikschas-Projekt, als Fahrerin und Angela Glaser, Gründerin von Vis-a-vis als Mitfahrerin. Foto: Thea Konrad

Kranken Menschen und ihren Angehörigen helfen – das ist seit sieben Jahren das Ziel von Vis-a-vis, einem Projekt der evangelischen Kirchengemeinde Dudenhofen. Seit Kurzem trägt auch eine eigene Rikscha dazu bei, es zu erreichen.

„Das Miteinander und Gegenüber von kranken und gesunden Menschen, aber auch von Kirchengemeinde und Diakonie“ – so umschreibt Angela Glaser (56), Gründerin von Vis-a-vis, den Zweck des Projekts. Es ist seit 2010 Teil der evangelischen Gemeinde Dudenhofen. Vis-a-vis wurde geboren aus der Idee des „Parish Nursing“ (Gemeindepflege), wie sie im angelsächsischen Raum verbreitet ist. Weltweit verfolgen bereits 26 Länder dieses Prinzip. In Deutschland ist es Vis-a-vis Deutschland, unter anderem in der evangelischen Gemeinde in Dudenhofen.

Hier gibt es bereits vier verschiedene Bereiche. Angefangen hat das Projekt mit einem Gebetskreis für Kranke. 2012 entstand durch Vis-a-vis der „Treffpunkt Hoffnung“. Über diesen können Bücher und Flyer zu verschiedenen Krankheiten gekauft oder ausgeliehen werden. Auch Karten, Engelsfiguren oder spezielle Kissen für Brustkrebserkrankte sind zu bekommen. Wer Fragen hat, kann sich beim „Treffpunkt Hoffnung“ auch kostenlos beraten lassen. „Oft kommen Menschen aus der Gemeinde, um sich zu erkunden, beraten zu lassen oder kranken Angehörigen eine Freude zu bereiten“, berichtet Glaser. Vis-a-vis-Fachkräfte sind auch ein Teil des gesamten Projekts. Nach einem einwöchigen Seminar können Pflegekräfte dann Krankenbesuche erledigen oder beispielsweise mit Flüchtlingen arbeiten und diese bei Kommunikationsproblemen unterstützen.

Die Fahrt dauert rund eine Stunde

Ganz neu ist das Rikscha-Projekt. Es ist der Öffentlichkeit bereits beim Aktionstag „Radeln ohne Alter“ Anfang September begegnet. Ein Bonner Verein fuhr damals vom Bodensee aus bis nach Bonn – auf Rikschas. Hierfür hatte die evangelische Gemeinde Dudenhofen bereits ihre Rikscha zur Verfügung gestellt.

Doch die Rikscha ist häufiger in Dudenhofen im Einsatz. Mit ihr fahren die Vis-a-vis-Leute kranke Menschen oder Menschen mit eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten durch Dudenhofen und die Umgebung. Insgesamt unterstützen zehn ehrenamtliche Mitarbeiter das Rikscha-Projekt. Die Fahrten sind auf ungefähr eine Stunde angesetzt und finden nach Absprachen statt. „Die Leute können entscheiden, ob sie lieber Richtung Stadt, Wald oder Land fahren möchten, und die Fahrer können dann eine passende Route aussuchen“, erklärt Monika Kreckel (56), die das Rikscha-Projekt leitet. Die Leute werden vor der Fahrt abgeholt und wieder zurückgefahren. Während des Ausflugs genießen die Insassen den Fahrtwind, die Aufmerksamkeit anderer Leute und die Möglichkeit, sich draußen zu bewegen. Die Hoffnung von Monika Kreckel ist es, dass sich weitere Institutionen oder Städte zu solchen Rikscha-Projekten zusammenschließen, und es so in Zukunft für noch mehr Menschen die Möglichkeit gibt, raus zu kommen und die Natur genießen zu können.

Mehr zum Thema
x