Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Dudenhofen: Kiosk am Abenteuerspielplatz nach Pächterwechsel wieder täglich geöffnet

Haben den Sprung ins kalte Wasser gewagt: die neuen Pächter des Kiosks am Abenteuerspielplatz Tanja und Sven Remle. Foto: Lenz
Haben den Sprung ins kalte Wasser gewagt: die neuen Pächter des Kiosks am Abenteuerspielplatz Tanja und Sven Remle.

Nachdem er monatelang nur unregelmäßig geöffnet war, bietet der Kiosk auf dem Abenteuerspielplatz in Dudenhofen seit Monatsbeginn wieder täglich Eis, Pommes und mehr an. Der Grund:Es gibt ein neues Pächterpaar, das auch einige neue Ideen für den Verkaufsstand mitgebracht hat.

„Fünf Mal Kaktus, vier Mal Melone und einmal Milch Flip“ – die Dame an vorderster Stelle der beachtlich langen Schlange vor dem Kiosk am Abenteuerspielplatz in Dudenhofen hat gleich eine größere Eis-Bestellung. Keine Frage, der Laden brummt beim Besuch der RHEINPFALZ in dieser Woche. Für Tanja und Sven Remle aus Hanhofen, die den Verkauf aus dem kleinen Häuschen heraus Anfang Juli übernommen haben, ist das eine Erleichterung. Schließlich ist der Betrieb des Kiosks auf dem Abenteuerspielplatz selbst ein Abenteuer für das Ehepaar: Erfahrung in der Branche haben die beiden praktisch keine. Sven Remle arbeitet weiter im Daimler-Werk in Wörth, doch seine Frau Tanja hat ihre Arbeitsstelle als Erzieherin aufgegeben, um sich ganz um das Büdchen samt Freisitz kümmern zu können.

Die Töchter helfen mit

Remles Vorgängerin musste laut dem scheidenden Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) aus persönlichen Gründen aufgeben. Seit März war der Verkaufsstand daher nur noch sporadisch geöffnet gewesen. „Am ersten Tag, an dem wir geöffnet hatten, war der Spielplatz wie leer gefegt“, erinnert sich Tanja Remle. Doch in den folgenden Tagen sah es zum Glück anders aus, bis zum vorläufigen Höhepunkt in dieser Woche. „So viel war bis jetzt noch nie los“, sagt Remle, während sie der Kundschaft weiterhin Eis, Pommes oder andere schmackhafte Dinge über den Tresen reicht. „Heute ist eben perfektes Spielplatz-Wetter.“ Die warmen Gerichte bereitet ihr Mann in der kleinen Küche zu. Auch die drei Töchter des Ehepaars helfen mal mit. Dass die Remles neu im Geschäft sind, ist kaum zu merken. Die kurzzeitige Befürchtung eines Ketchup-Notstands kann sogleich aus der Welt geräumt werden. Und wenn Tanja Remle mal vergisst, einer Kundin den Zettel mit der Bestellnummer in die Hand zu drücken, wird dieser kurz darauf mit einem Lächeln nachgereicht.

Als ihr Mann mit einer der drei Töchter des Hanhofener Ehepaars auf dem Abenteuerspielplatz gewesen sei, habe er den Aushang gesehen, dass neue Pächter gesucht werden, berichtet Tanja Remle. Der Wunsch, selbstständig zu arbeiten, sei dann entscheidend gewesen, sich daraufhin bei der Ortsgemeinde zu melden. Zwei Bewerbungen habe es gegeben, erzählt Peter Eberhard. Nachdem sich die Remles im Ortsgemeinderat vorgestellt hatten, habe das Gremium sich für die Hanhofener entschieden. Sie hätten überzeugend ihre Vorstellungen vermitteln können, für eine familien- und kinderfreundliche Atmosphäre auf dem Abenteuerspielplatz zu sorgen, sagt der Bürgermeister. „Das war der Ortsgemeinde wichtig“, betont Eberhard.

Den Abenteuerspielplatz – auch Modellspielplatz genannt – gebe es seit rund 40 Jahren, erzählt der Ortschef. Seitdem investiere die Ortsgemeinde kontinuierlich in den Platz. Zuletzt sei unter anderem die WC-Anlage renoviert worden, um die sich die Remles ebenfalls kümmern. Für die nähere Zukunft sei eine Erweiterung der Skater-Anlage geplant. Die Bürger danken der Ortsgemeinde ihr Engagement mit der regen Nutzung des Spielplatzes. „In früheren Jahren ist Steffi Graf mit ihren Kindern öfter hier gesehen worden“, plaudert Eberhard aus dem Nähkästchen.

Der Kiosk kam in den 1980er Jahren zum Spielplatz dazu. Die aktuellen Pächter orientieren sich beim Angebot derzeit noch an der Karte ihrer Vorgängerin. Nach und nach wollen sie aber Neues ausprobieren. „Ich liebäugele mit Flammkuchen“, nennt Tanja Remle als Beispiel. Dafür will sie auch noch einen extra Ofen anschaffen. Der bisher vernachlässigte Gastraum könnte für Kindergeburtstage genutzt werden. Im Herbst kann sie sich vorstellen, verstärkt Pfälzer Küche anzubieten.

Noch in der Experimentierphase

Am Experimentieren ist das Paar auch noch, was die Öffnungszeiten angeht. Von 11 bis 19 Uhr läuft der Verkauf derzeit. Am Wochenende kann es – je nach Wetter – auch über diese Zeiten hinausgehen. „In den Sommerferien haben wir jeden Tag geöffnet“, sagt Tanja Remle. Danach soll es dann einen Ruhetag, voraussichtlich dienstags, geben. Laut Peter Eberhard ist vertraglich festgelegt, dass der Kiosk vom 1. März bis 31. Oktober – von Betriebsferien und Ruhetagen abgesehen – täglich geöffnet ist. In der übrigen Zeit soll er am Wochenende bewirtschaftet werden.

Die zwischenzeitlich kleiner gewordene Schlange vor dem Fenster ist wieder gewachsen und Tanja Remle ist im Verkauf gefragt. „Haben Sie das neu übernommen?“, will eine Kundin wissen. „Das werde ich momentan ständig gefragt“, berichtet die Hanhofenerin wenig später. Dass die Spielplatz-Besucher derzeit noch überrascht sind über die neuen Gesichter im Kiosk, ist kein Wunder: Die Vorgängerin hat den Kiosk laut Tanja Remle 30 Jahre lang betrieben. Doch die neugierigen Fragen dürften bald nachlassen. „Vielleicht machen wir es ja die nächsten 30 Jahre“, sagt Remle.

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