Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Dudenhofen: Jürgen Hook blickt bei Neujahrsempfang auf den Ort und in die Welt

Von Sport bis Musik: Dudenhofener haben im vergangenen Jahr in vielen Bereichen Besonderes geleistet und sind dafür nun geehrt w
Von Sport bis Musik: Dudenhofener haben im vergangenen Jahr in vielen Bereichen Besonderes geleistet und sind dafür nun geehrt worden. Foto: Lenz

Auch nach fünf Monaten im Amt ist Jürgen Hook (SPD) noch „mächtig stolz“, neuer Bürgermeister der Ortsgemeinde Dudenhofen zu sein. Bei der Rede anlässlich seines ersten Neujahrsempfangs blickte er auf anstehende Projekte wie die Erweiterung von betreuender Grundschule und Hort, neue Kita und Sanierung der Ganerb-Halle. Aber auch die Themen Klimawandel, Trump und die AfD schnitt Hook an.

Seine erste Rede beim Neujahrsempfang am Freitagabend in der Festhalle nutzte er, den Wählern und Parteien sowie seiner Mitbewerberin für das Bürgermeisteramt, CDU-Kandidatin Laura Fauß, für das respektvolle und anständige Miteinander zu danken. Hooks Ausblick: „Drei Mammutprojekte werden uns das ganze Jahr beschäftigen. Würde ich die Verkehrsproblematik erläutern wollen, säßen wir noch morgen früh hier.“

Mit dem Blick über den Tellerrand hätte sich Hook „einen schöneren und friedlicheren Start“ ins neue Jahr gewünscht. „Wahnsinn“ findet er, wenn angesichts der aktuellen Naturkatastrophen in Australien, wo mittlerweile ein Gebiet von der Größe Hollands brenne, und Indonesien, wo Hunderttausende vor Überflutungen und Erdrutschen fliehen, immer noch manche den Klimawandel leugneten. Was die Gemeinde zum besseren Umweltschutz beitragen könne, werde getan. Die plastikfreien Veranstaltungen SpargelSpitze, Kerwe und Weihnachtswaldbasar seien ein Anfang.

Besuch in Martell geplant

Leider habe es 2019 auch die Partnergemeinde Martell getroffen. Am 17. November hätten sich mehrere Lawinen gelöst und den Ort gestreift. Hook: „Tagelang war das Tal von der Außenwelt abgeschnitten. Glücklicherweise, wie durch ein Wunder, waren keine Toten zu beklagen.“ Vom 12. bis 16. Februar werde eine 18-köpfige Delegation Martell besuchen. Überhaupt will Hook im 45. Jahr des Bestehens die Partnerschaft intensivieren.

„Im falschen Film gelandet“ wähnte er sich bei den Welt-Nachrichten: „Der verrückte Donald spielt wieder mal den Sheriff, mit dem Weltfrieden. Während Unschuldige ihr Leben verlieren, reiben sich die Waffenlobbisten die Hände.“ Nach solchen Schlagzeilen war Hook „froh, im beschaulichen Dudenhofen zu sein.“ Von da gäbe es Schöneres zu berichten. Zum Beispiel über einen fairen Wahlkampf, eine Wahlbeteiligung von 70 Prozent und „dass die Alternative für Deutschland in Dudenhofen keine Alternative ist“. Aber: „Wir sollten auf der Hut und mutig sein, wenn in Stammtischmanier alles schlecht geredet wird, und ein paar Unverbesserliche in Nazimanier uns eines Besseren belehren wollen.“

In den ersten fünf Monaten habe er als Ortsbürgermeister bereits „viel Tolles“ erlebt. Hook zählte auf: Kreisfeuerwehrtag, Seniorenausflug und Seniorennachmittag, Neugeborenenempfang, Drechselausstellung, Kunstausstellungen im Bürgerhaus und Fotowettbewerb. Sein Dank ging an alle, die sich sozial, politisch, kulturell, schulisch, sportlich, in den Kirchen und Vereinen engagieren und „das Leben in unserem Dorf und deren Zukunft mitgestalten“.

Grundschule und Hort im Fokus

Im Fokus der politischen Arbeit und Entscheidungen stehe der Doppelhaushalt, der nach weiteren Ausschussberatungen am 30. Januar im Ortsgemeinderat verabschiedet werden soll. Trotz gestiegener Steuereinnahmen sei er „leicht defizitär“, was Hook unter anderem mit höheren Umlagen an Kreis und Verbandsgemeinde begründete. Oberste Priorität habe die Erweiterung von betreuender Grundschule und Hort. Wann und wie es weitergehe sei derzeit offen. Hook: „In den Gesprächen mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion wurde deutlich, dass wir noch Basis-, Überzeugungsarbeit leisten müssen.“

Zum geplanten neuen Kindergarten und dem Erwerb des Pfarrheimgeländes soll es „eine Entscheidung nicht nur im Sinne unserer Kleinsten“ geben. Voraussichtlich zwei Jahre werde die für Mitte 2020 angedachte Sanierung der Ganerbhalle dauern. Hook: „Ein Abriss und kompletter Neubau werden ebenfalls in Erwägung gezogen.“ Sein Appell in Sachen Verkehr: „Es sollen sich alle einfach mal an die Vorschriften halten.“

Zum Programm gehörten Musik von Julia Ackermann und Alexander Mudrow sowie Auftritte der Juniorengarde des Karnevalvereins und der Sternsinger.

Zur Sache: Im Ort Spuren hinterlassen

Beim Ehrungsteil des Neujahrsempfangs setzten der im Mai gewählten Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) sowie die Beigeordneten Reinhard Burck (Grüne) und Hartmut Lardon (FDP) auf Bewährtes: Das Vorschlagsrecht der Vereine sowie Umfang und Art der Auszeichnung haben sie von ihren Vorgängern übernommen.

Seit die ersten Flüchtlingskinder in Dudenhofen sind, bemüht sich Sabine Gilles um deren Integration ins Schulsystem und die Gesellschaft. Sie ist Mitglied des Asylkreises und nutzt ihre Erfahrung als ehemalige Leiterin der Grundschule. Dabei pflegt sie auch Kontakte zu den Behörden und Sozialarbeiter Nizar Trabelsi. Der Asylkreis charakterisiert sie als „einfühlsam, kompetent, immer ansprechbar und stets lösungsorientiert“.

Zur Nominierung von Markus Zürker beschränkte sich der katholische Kirchenbauverein auf einen Satz: „Er ist seit 2000, unserem Bestehen, der Kassenwart.“ Kurz fasste sich auch der Spargel- und Gartenbauverein zur Vorstellung von Johann-Josef Grill: Er war einige Jahre Schriftführer und ab 2008 zweiter Vereinsvorsitzender, der diesen nach außen vertritt, unter anderem bei SpargelSpitze und Walderlebnistag. Zudem macht Grill Führungen für Kinder.

Gregor Zerf war 1983 Mitbegründer des Waldbauvereins Ganerb und fünf Jahre dessen Vorsitzender. Er initiierte Fachvorträge und eine Laubholz-Durchforstungen. Heute ist er Ehrenvorsitzender. Ulrich Marte war Vorsitzender der Blaskapelle und ist seit 20 Jahre ihr musikalischer Leiter. Marte lernte in Kindertagen Tenorhorn und spielt heute Trompete und Orgel. 25 Jahre prägt Saxofonist Jürgen Nutz den Sound der Kapelle.

1954 unterschrieb Rupert Beck den Aufnahmeantrag der Liedertafel. Er singt den ersten Bass und ging vierteljährlich von Haus zu Haus, um Beiträge zu kassieren. Von 1978 bis 1993 war er Kassenführer. Die Liedertafel zu Peter Gleixner: Er finde als Stimmführer im zweiten Tenor immer die richtigen Töne und begeistere bei Festen mit der Mundharmonika. Unvergessen sei sein „Lilli Marleen“ zur Verabschiedung der Bundeswehr-Patenschaftskompanie.

Im Fußballverein verantwortet Petra Wilhelm die Mitgliederverwaltung. Sascha Weick spielte in der ersten Mannschaft, betreute die Juniorinnen in der Regionalliga und ist aktuell Trainer der U 23. 13 Helfer kümmern sich um die katholische Bücherei. Marliese Feuer, Mario Hertel und Christiane Dassler sind 20 Jahre dabei. Margarete Lang organisiert die Agility-Turniere des Schäferhundevereins. Wenn es etwas zu tun gibt, ist Karl-Heinz Busch immer dabei.

Die männliche A-Jugend der Handballer des Turnvereins wurde ohne Punktverlust Pfalzmeister. Trainer sind Gerd Zimmermann und Christian Thomas. Den Aufstieg in die Pfalzliga schaffte die erste Handball-Mannschaft der HSG Dudenhofen/Schifferstadt mit Trainer Siggi Oetzel und Michael Strauch. Gabriele Herzog leitet Gymnastikkurse wie FlexiBar, TouBrasil und Wirbelsäulengymnastik. Erfolgreich beim Tennisclub waren die Herren 60 (Aufsteiger in die Oberliga) und Herren 70 (Aufsteiger in die Verbandsliga).

x