Speyer „Du hoschd so bleed gelacht“

Placeholder-Image

Zuschauer schenken während der Vorführung Schnaps aus und weisen den Schauspielern den Weg. Das kann man bei dem Schwank „Tante Lene und die Millionen“ von Wilfried Reinehr erleben, der am Wochenende von der Theatergruppe des Männergesangsvereins Frohsinn 1862 Mechtersheim (MGV) aufgeführt wurde. Das Publikum war begeistert.

Unter der Regie von Barbara Hecht verwandelte sich die Bühne im Vereinsheim zu einem „scheinbar“ behaglichen Wohnzimmer, in dem es jedoch drei Stunden lang turbulent und witzig zur Sache ging. Die Laienschauspieler sorgten mit ihrer Nähe zum Publikum und ihrer direkten Ausdrucksweise für einen Lacher nach dem anderen. Die alte Tante Lene, hervorragend verkörpert von Beate Müller, wohnt bei ihrem Neffen Theodor im Bügelzimmer. Da sie keine reiche Erbtante ist, wird sie von den Frauen ihrer beiden Neffen regelmäßig schikaniert. „Die Ehefrauen leiden mehr unter mir, als ich unter ihnen“, versichert Tante Lene dennoch. Als Lenes Freundin zu Besuch kommt, ist wieder mal die Haustür abgeschlossen. Marie, authentisch gespielt von Melanie Amourette, muss über das Fenster einsteigen – und wird vom Publikum für diese Leistung mit Lachern und Applaus belohnt. Marie schlägt Tante Lene vor, ihrer Familie weiszumachen, sie habe einen Millionenbetrag in der Klassenlotterie gewonnen. Und als ein fingierter Lottobote die Nachricht übermittelt, reißen sich plötzlich die Leiterin der privaten Seniorenresidenz in Berghausen und die Ehefrauen der Neffen um die Gunst der alten Dame. Als der Schwindel aufgedeckt wird, fliegen die Fetzen. Die beiden Ehefrauen, gespielt von Elisabeth Berger und Elke Lischer, wechseln gekonnt zwischen ganz lieb und ganz bösartig. Das Publikum fühlte sich mittendrin im Geschehen und reagierte auf jede Wendung des Stückes. Absichtlich wurde es immer wieder mit einbezogen – so etwa ein Zuschauer aus der ersten Sitzreihe. „Du hoschd so bleed gelacht“, sagt Tante Lene und lässt ihn zwölf Schnapsgläser befüllen, die sie im Publikum seelenruhig verteilt, obwohl es auf der Bühne mehrmals an der Haustür klingelt. „Konn mol enner uffmache?“, schreit Tante Lene. Und wenn Samuel Kutscher, Lenes Freund, fragt: „Wo wohnt Lene?“, dann antworten einige Zuschauer: „Die Tür raus und dann links die Treppe hoch“. Die Zuschauer schwärmen: „Von Anfang an jagte gleich ein Knaller den anderen, und es war eine super Stimmung im Saal. Ich finde es sehr gut, dass die Schauspieler das Publikum mit einbeziehen. Das schafft Nähe“, erzählt Ulrike Smith aus Hanhofen. Und Ute Heissenberger aus Speyer meint: „Wir kommen jedes Jahr her. Die Stücke sind immer hervorragend ausgewählt. Wir haben immer viel zu lachen. Die Darsteller spielen wirklich sehr gut, es sind schon richtige Urgesteine.“ (smoh) Termine Die Aufführungen am 4. und 5. März sind ausverkauft. Für Sonntag, 6. März, 18 Uhr, im Vereinsheim des MGV Frohsinn 1862 Mechtersheim, sind Restkarten zu acht Euro erhältlich. Reservierung: Telefon 06232 82319. Ein Benefiz-Abend des Pfälzerwaldvereins zugunsten der Kita St. Dominikus findet am Sonntag, 13. März, 18 Uhr, in der Heilbruckhalle in Harthausen statt. Eintritt acht Euro. Karten: Sebastianus Drogerie, Gaststätte Wasserhaus in Harthausen, Lehmann Elektronik in Speyer.

x