Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Donaudeusche feiern ihre Bedeutung für Speyer

Tanz der Trachtengruppe: feierlicher Bestandteil des Donaudeutschen-Jubiläums.
Tanz der Trachtengruppe: feierlicher Bestandteil des Donaudeutschen-Jubiläums.

Als Nachfahren pfälzischer Auswanderer, die nun selbst entwurzelt waren, kamen viele Donaudeutsche nach dem Zweiten Weltkrieg nach Speyer. Sie haben nun Jubiläum gefeiert.

Dass die Mitglieder der Donaudeutschen Landsmannschaft in Speyer längst Wurzeln geschlagen haben, steht außer Frage. Allein die Resonanz bei ihrer 75-Jahr-Feier im Haus Pannonia belegte das: Rund 120 Gäste aus dem öffentlichem Leben sowie befreundeten Vereinen waren gekommen. Die Speyerer Gruppe selbst zählt 164 Mitglieder. Vorsitzender Siegfried Liebel sprach von einer gefestigten Gemeinschaft voller Zusammenhalt und Tatkraft. Ein besonderer Moment: die Ehrung von Hans Gallo, Leni Gallo und Elisabeth Schenke. Sie gehören zu jener Generation, die die Anfangsjahre der Landsmannschaft miterlebt hat.

„Die Gründung der Donaudeutschen Landsmannschaft in Rheinland-Pfalz im Januar 1951 und wenig später die Entstehung des Stadtverbandes Speyer waren Ausdruck dieses gemeinsamen Willens: das Erlebte nicht zu vergessen, Verantwortung füreinander zu übernehmen und in der neuen Heimat gemeinsam Zukunft zu gestalten“, heißt es in der Festschrift, die der Verein zum Jubiläum herausgegeben hat. Das Erlebte waren Flucht und Vertreibung überwiegend aus dem osteuropäischen Donauraum nach dem Krieg.

Gefragtes Vereinsheim

Ehrenvorsitzender Josef Jerger blickte auf die Geschichte, Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) würdigte in ihrem Grußwort das langjährige kulturelle Engagement des Vereins und die Bedeutung des Hauses Pannonia für die Stadt Speyer. Gründungsdatum war der 18. März 1951 in der „Alten Schwartz’schen Brauerei“. Nach dem Wachstum über die Jahre war die Einweihung des Hauses Pannonia in der Friedrich-Ebert-Straße ein Meilenstein, ebenso wie der personelle Umbruch in einer schwierigen Zeit um die Jahrtausendwende. „Mit dem bewussten Übergang von der Erlebnisgeneration hin zur in Deutschland geborenen Generation wurde ein Generationswechsel vollzogen, der den Verein nachhaltig prägte“, heißt es in der Chronik.

Gefeiert wurde nun mit Musik des Akkordeonorchesters Sogno Ranzenberger und einem Auftritt der Donaudeutschen Trachtengruppe, die traditionelle Volkstänze zeigte, darunter den seit 1951 überlieferten Tanz „Wixberscht“. Die Brauchtumspflege hat über die Jahrzehnte schon mehrere Generationswechsel überdauert: Die Trachtengruppe ist auch bei den Vereinsreisen etwa in die USA oder nach Frankreich immer wieder als Botschafterin gefragt.

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