Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Domgarten: Schausteller ziehen Bilanz und planen Weihnachtsmarkt

Aus früheren Tagen: So wird der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr wohl nicht aussehen.
Aus früheren Tagen: So wird der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr wohl nicht aussehen.

Von den acht Ständen verschiedender Schausteller im Domgarten bleiben fünf voraussichtlich noch bis Ende Oktober aufgebaut. Die Beschicker sind zufrieden. Derzeit beschäftigen sie aber Ungewissheiten in Hinblick auf den Weihnachtsmarkt.

„Ich bin zufrieden“, sagt Anja Ruppert-Keller, die das Märchen-Karussell im Domgarten betreibt. Normalerweise sei sie auf vielen Märkten wie beispielsweise dem Wurstmarkt in Bad Dürkheim oder dem Wormser Backfischfest unterwegs. Der mehrmonatige Stand in Speyerer Domnähe sei eine gute Kompensation hierfür, erzählt sie. Die Einnahmen seien zwar nicht wie auf den Jahrmärkten, dafür entfielen aber etwa die Transportkosten zwischen den einzelnen Messen.

„In den Ferien lief es wirklich gut“, meint auch Süßwarenstand-Besitzer Harald Klauder. Seit Schulbeginn werde die Nachfrage aber weniger, auch das zunehmend schlechte Wetter trage dazu bei. „In einer Touristenstadt steht und fällt das natürlich mit dem Wetter“, sagt Thilo von Olnhausen, dem ebenfalls ein Süßwarenstand und ein Imbiss im Domgarten gehören. Auch er zeigt sich mit der von der Stadt als Ersatz für das erneut ausgefallene Brezelfest ermöglichten Aktion sehr zufrieden: „So etwas wie im Domgarten gibt es nicht alle Tage. Wir merken aber jetzt gegen Abend, wenn es kälter wird, wird es schwieriger.“

Lob für die Stadt

Harald Klauder findet es „super von der Stadt, uns das zu ermöglichen. Es war zwar kein vollwertiger Ersatz, aber rentabel war es allemal.“ Gerade Aktionen wie Kinderschminken oder Live-Musik seien bei den Besuchern gut angekommen, meint Birgit Lemke-Krieg, die einen Biergarten betreibt.

Für die Schausteller ist das Angebot im Domgarten eine wichtige Einnahmequelle in der „Wartezeit“ auf den Weihnachtsmarkt. Wie dieser unter Pandemiebedingungen gestaltet werden kann, beraten sie derzeit mit der Stadt. Das Land Rheinland-Pfalz muss hier allerdings die Regeln vorgeben, erst dann kann über die genaue Verteilung der Stände entschieden werden. Denkbar wäre eine Lösung mit weiter auseinandergezogenen Ständen über die gesamte Maximilianstraße verteilt, die die Stadt anstrebt. „Eine gute Lösung“, findet Ruppert-Keller. Allerdings müssten auch Fragen bezüglich des Stromanschlusses oder der Anschlagssicherung geklärt werden. In jedem Fall sei der Weihnachtsmarkt als Standbein für die Schausteller enorm wichtig, betont Ruppert-Keller.

Weihnachtsmarkt räumlich ausgeweitet?

Auch für Klauder wäre eine Lösung mit Ständen über die Maximilianstraße verteilt „nicht das Verkehrteste“, wie er sagt. Dies sei unter Corona-Bedingungen realistischer als das dichte Gedränge normalerweise. Lemke-Krieg spricht sich ebenfalls für die Lösung auf der ganzen Maximilianstraße aus: „Das wäre das Optimum. Weihnachtsmärkte gehören in die Herzen der Innenstädte“, betont sie. Für Freddy Zinnecker, ebenfalls Biergarten-Besitzer, ist das Wichtigste, dass der Weihnachtsmarkt überhaupt stattfinden kann: „Wir sind da aber guter Dinge“, zeigt er sich zuversichtlich.

Von Olnhausen wäre natürlich der klassische Weihnachtsmarkt „am allerliebsten. Aber wir haben alle keine Glaskugel.“ Er schätzt, dass es noch zwei bis drei Wochen dauert, bis es etwas Klarheit gibt. Gerade die Bestellung von speziellen Artikeln wie Lebkuchenherzen sei momentan äußerst schwierig: „Es gibt drei Manufakturen in Deutschland, die das produzieren und auch eineinhalb Jahre fast still standen.“ Jetzt liefen seit knapp sechs Wochen langsam die Bestellungen wieder an. „Keine Chance, da aktuell ranzukommen“, sagt er.

Im Domgarten haben die Geschäfte in der laufenden Woche letztmals bereits ab Mittwoch geöffnet. Ab kommende Woche wird nur noch jeweils von Freitag bis Sonntag bis mindestens 20 Uhr geöffnet sein.

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