Fussball
Die Region reist mit dem 1. FC Kaiserslautern
Christian Schultz, Vorstand von Oberligist FV Dudenhofen, erlebt in Berlin sein erstes DFB-Pokalfinale: „Es geht mir vor allem um das Erlebnis, losgelöst vom Sportlichen. Mir war ab dem Viertelfinale klar, sollte das Finale erreicht werden, werde ich es mir nicht entgehen lassen. Ich war noch nie im Olympiastadion.“ Die Anreise erfolgt privat mit einem Sieben-Sitzer. Vereinskollege und Co-Trainer Timo Enzenhofer gehört zur Gruppe. Einziger Wermutstropfen: Zur gleichen Zeit findet in Dudenhofen das Spargelfest statt. „Das tut schon weh. Es wäre mein erstes Spargelfest als Vorsitzender, und ich fehle direkt“, so Schultz, der sich der sportlichen Ausgangslage bewusst ist: „Mir geht’s um das Event. Ich war immer Realist. Mehr David gegen Goliath gab es seit Jahrzehnten nicht mehr. Alles andere als eine Niederlage wäre eine Riesenüberraschung. Ich weiß auch nicht, ob es so eine Serie wie die von Leverkusen noch mal im Profifußball geben wird.“ Vor allem freut sich Schultz auch auf die Atmosphäre. Er erwartet „euphorisierte Fans, die auch ohne Ticket nach Berlin kommen“. An das Finale 1996 denkt er vor allem gerne zurück, weil sein guter Freund und heutiger FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen auf dem Platz stand: „Das hat die Sache damals natürlich noch mal besonderer gemacht. Die Euphorie war auch damals riesig.“
Andreas Zimpelmann ist Vorsitzender bei A-Klassist FV Berghausen, war 1996 in Berlin und erinnert sich an ein schönes Wochenende: „Das Olympiastadion war nicht überdacht, und es war ein regnerischer Tag. Wir wurden nass, standen im Regen auf der Südtribüne, haben uns aber dadurch nicht vom Feiern abbringen lassen. Nach dem Spiel sind wir relativ schnell in die Stadt zum Feiern“, berichtet er. Zimpelmann erinnert sich an ein „sehr knappes Spiel, in dem der FCK einen Tick besser war, aber jederzeit der Ausgleich hätte fallen können“. Das Finale 2024 verfolgt er bei der Übertragung beim FV Berghausen. Großartigen Optimismus verspürt er nicht: „Alles andere als eine hohe Niederlage wäre eine große Überraschung. Leverkusen ist eine Übermannschaft. Alles unter vier Tore Unterschied wäre gar nicht so schlecht, Hauptsache, die Mannschaft wehrt sich mit Händen und Füßen und jagt jedem Ball hinterher, ohne sich aufzugeben.“
Für Elmar Stockenberger, Platzordner beim TuS Mechtersheim, ist das Pokalfinale mit dem FCK fast schon Normalität. 1981, 1990, 1996 und 2003 war er zugegen. Das 90er-Finale war für ihn am schönsten: „Die ganze Atmosphäre war unglaublich“, sagt er über das 3:2 gegen Bremen. 1996 habe er „keine Chance gehabt, trocken zu bleiben“. Er sei mit dem Bus angereist und fuhr nach dem Spiel direkt heim, anschließend mit dem Zug nach Kaiserslautern, um die Mannschaft zu empfangen. „Nach zwei Tagen bin ich wieder heimgekommen“, erinnert sich Stockenberger an eine unglaubliche Feier. Der Siegtreffer ist ihm genau in Erinnerung: „Das Tor von Martin Wagner war ein doppelter Beinschuss. Es war genau auf das Tor gefallen, wo wir standen.“ Nun geht’s wieder mit dem Bus nach Berlin. „Wir fahren um 5 Uhr los, damit wir rechtzeitig zum Fanfest auf dem Breitscheidplatz sind“, sagt er. Schon vor zwei Wochen war er am 33. Spieltag im Olympiastadion dabei. Er erinnert sich an bis zu 7000 Lautrer. Diesmal nennt er 27.000 als Zahl. Stockenberger glaubt an eine Sensation: „Was soll das immer? Vorher die Gegner hochloben, das Spiel muss erst mal gespielt werden. Die sind qualitativ besser. Aber der FCK kommt über den Kampf.“ Großes Vertrauen hat er in Trainer Friedhelm Funkel: „Er ist gekommen, hat am Anfang gesehen, was schief läuft und hat dann die Mannschaft erreicht, und wir sind nicht abgestiegen. Er stand auch selbst schon in Pokalendspielen und hat sogar mal gewonnen.“ Wann es für ihn ein gutes Finale gewesen sei? „Bei einem Sieg“, antwortet er trocken.