Speyer Die Häuser von Berghausen

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Der Legende nach soll 1146 der Heilige Bernhard von Clairvaux in Berghausen eingekehrt sein, den einheimischen Trunk gekostet und gesagt haben: „Keiner wird zum Narren, der von diesem Wein trinkt.“ Das ist nur eine von vielen Reminiszenzen, die Richard Entzminger am Samstagmittag bei einem Streifzug durch die Ortsgeschichte von Berghausen erwähnt hat.

Treffpunkt der Tour, zu der der CDU-Ortsverband unter dem Motto „BergHäuser“ eingeladen hatte, war der „Pfälzer Hof“ in der Berghäuser Straße 79 bis 85. Es handelt sich dabei um das älteste und größte Hofanwesen (von drei Seiten bebaute Winkelhofanlage) des Dorfes, erbaut im Barock (1575 bis 1770), Sommerfrische der Speyerer Gesellschaft, einige Male mehr oder minder zerstört, Gaststätte und Herberge vieler Feste, 1990 zur Wohnanlage umgebaut, wobei die Grundstruktur erhalten blieb. Die Fassade wurde abgerissen, das „Kellnerhaus“ ist noch original und steht unter Denkmalschutz. Im Garten des Anwesens erzählt Richard Entzminger: „Das Wohnhaus erhielt 1858 nach Süden einen großen Anbau, als Peter Mattern ein Gartenlokal mit Tanzsaal einrichtete.“ Überliefert ist, dass am 1. Februar 1869 hier ein Weiberbratenfest stattfand, eine besondere Freude für die Frauen war der Besuch des Generalpostmeisters des Fürsten von Thurn und Taxis. Eine Weiberbratenfrau (bei der Hitze im Gewand) erinnerte mit einem Gedicht an die Tat ihrer Vorfahrinnen. In der Berghäuser Straße 60 ein zweiter, kleinerer Barockhof, der nicht unter Denkmalschutz steht. Am Kriegsdenkmal weiter übers „Brückel“. Entzminger: „Eines der umstrittensten Projekte der Gemeinde.“ Zur Befriedung der Rats- und Bürgergemüter baute die Kommune kurzerhand keine Brücke, nannte den Hohlübergang schlicht „Steg“. Auf dem Platz einer Kapelle (erwähnt 1348) wurde 1841 die Kirche errichtet, 1929 erweitert. „Vorübergehend“ ruhte auf dem Friedhof nebenan (1824 an den heutigen Standort umgesiedelt) ein Grimaldispross, Vorfahr derer von Monaco. Gegenüber das ehemalige Bürgermeisteramt, Wohnhaus eines Speyerer Tabakfabrikanten, dahinter die Zehntscheune, Eintreibungsstätte des Hochstifts der von den Pachtbauern abzuliefernden Zehntgaben. Am Weberplatz stand bis Anfang der 1990er Jahre die Malzfabrik. Fläche 15.000 Quadratmeter, in der Hoch-Zeit 100 Mitarbeiter. Beim Abriss mussten 6000 Tonnen Beton und 60 Meter hohe Türme gesprengt werden. Richard Entzminger erinnert sich: „Man hat sie beim Einsturz aufgefangen und abgefedert, sonst hätte die Erde gebebt.“ Durch die Straße der Blick auf den ehemaligen „Schwanen“, jetzt „Europa“, irgendwo daneben der „Engel“, auch mal, wie das Meiste in Berghausen, im Besitz des Speyerer Hochstifts. Am Seniorenheim vorbei in die Fraumersbergstraße. Links Siedlungshäuser der BASF. Endpunkt des Rundgangs der einstige Gartenpavillon der Familie Lichtenberger, Speyerer Klebstofffabrikant, gebaut 1835. Zurück geht’s dann „außenrum“ über die Berghäuser „Schleichwege“ zwischen Brombeerhecken. |län

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