Speyer Die Amerikaner staunen

Besondere Perspektive: Im Garten von Josefa und Gunter Braun steckt viel Liebe zum Detail.
Besondere Perspektive: Im Garten von Josefa und Gunter Braun steckt viel Liebe zum Detail.

«Römerberg.»Josefa und Gunter Braun haben sich in ihrem Garten hinter ihrem Haus in Berghausen ein blühendes Paradies geschaffen, das sogar regelmäßig amerikanische Besucher ins Staunen versetzt.

Einmal im Monat bekommen die Brauns Besuch von amerikanischen Urlaubern, die in Speyer zu Gast sind und sich anschauen wollen, wie Menschen in Deutschland leben. Die Familie Braun ist eine von einigen Gastgebern in Römerberg, die für ein paar Stunden ihre Türen für die amerikanischen Gäste öffnen. Hin und weg seien die Amerikaner, wenn sie den Garten von Josefa und Gunter Braun betreten. Verständlich, denn die Besucher erwartet ein wahres Blumenparadies: „Bei mir blüht’s den ganzen Sommer“, sagt die 62-Jährige. Und wie: Große lila-weiße Petunien, die in zwei Hängetöpfen an der Terrasse wachsen, strahlen mit roten Geranien, rosa Dahlien, weißen Margeriten, lila Lavendel und dem gelb-orangenen Wandelröschen um die Wette. Und das sind nur einige Blumen, die im Garten der Familie Braun blühen. Im Winter, wenn die Pflanzen ruhen und nicht ihre Farbenpracht entfalten, setzt das Ehepaar auf andere Effekte. Sowohl der Brunnen mit drei runden Steinen als auch die Mauer seien beleuchtet, sagt Josefa Braun. Außerdem stellt sie Kerzen auf, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Vor 15 Jahren hat sich das Ehepaar sein Gartenparadies selbst angelegt. Vorher dominierte ein großer Rasen, darum waren Beete mit Nutzpflanzen. „Den Rasen haben wir nicht mehr gebraucht, und er hat nur Arbeit gemacht“, begründet die 62-Jährige die Umgestaltung. Für die Umsetzung war Gunter Braun zuständig. „Ich bin die Designerin, er der Worker“, sagt Josefa Braun zu der Arbeitsteilung, die amerikanische Gäste so passend beschrieben haben. Zurzeit pflastert der 62-Jährige den Weg zur „Buddha-Ecke“ neben dem Haus, ansonsten gebe es immer mal wieder etwas zu tun: „Wenn ein Busch zu groß wird, setzt mein Mann ihn um“, nennt Josefa Braun ein Beispiel. Die schweren Kübel vor dem Winter in die Garage zu stellen, ist ebenfalls seine Aufgabe. „Ich bin für’s Blütenabzupfen, Düngen und Gießen zuständig“, sagt die Berghäuserin, die mit ihrem Mann seit 37 Jahren in dem selbstgebauten Haus lebt. Anregungen für die Gartengestaltung holt sie sich unter anderem von Gartenmärkten, wo sie sich oft auch Keramik-Stecker für ihre Beete kauft. Ansonsten beruht das Aussehen des Gartens, das sich immer mal wieder ändert, auf eigenen Ideen. „Gartenarbeit ist für uns ein Hobby“, sagt die 62-Jährige. Entspannen kann das Ehepaar auf einer der zwei Sitzecken, die es in dem nach Norden ausgerichteten Garten clever angelegt hat. Im Früh- und Spätjahr sitzen die Brauns auf ihrer Terrasse mitten im Garten, auf die die Sonne scheint. Daneben sprudelt der Brunnen. Im Sommer nutzt das Ehepaar die Schattenterrasse am Haus, das die Sonne abhält. Immer wenn es das Wetter zulasse, seien sie draußen, gegessen werde ebenfalls oft im Garten, erzählt Josefa Braun. Für die amerikanischen Gäste, die meistens zwischen 60 und 70 Jahre alt seien, deckt die 62-Jährige auch den Tisch auf der Terrasse und serviert Kaffee und Kuchen. Nächstes Jahr möchte sie noch öfter als einmal im Monat amerikanische Urlauber für ein paar Stunden zu sich nach Hause einladen. „Ich mache das gerne, und Kuchen backe ich auch gerne“, sagt Braun und lächelt. Die Amerikaner werden sich freuen: Sie kommentieren das blühende Paradies immer mit einem anerkennenden „Wow“ und zücken ihre Fotoapparate, erzählt Josefa Braun und freut sich.

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