Speyer Die 10 000er-Marke fest im Blick

Nur aus der Luft auf ein Bild zu bekommen: Römerberg mit seinen Ortsteilen Berghausen, Heiligenstein und Mechtersheim (von links
Nur aus der Luft auf ein Bild zu bekommen: Römerberg mit seinen Ortsteilen Berghausen, Heiligenstein und Mechtersheim (von links). Die Aufnahme entstand noch bevor das Baugebiet W3 in Angriff genommen wurde.

«RÖMERBERG.» Auch wenn Berghausen, Heiligenstein und Mechtersheim seit der Fusion ihren eigenen Charakter bewahrt haben: Für das Statistische Landesamt gilt Römerberg rückblickend als Einheit. Demnach hatten die drei heutigen Ortsteile im Jahr 1815 rund 1500 Einwohner, Mitte des 20. Jahrhunderts waren es schon mehr als 5000 und heute nochmals doppelt so viele. Nach Ortsteilen getrennte Statistiken kann die Verbandsgemeindeverwaltung liefern: Demnach hatte Berghausen im Januar dieses Jahres 3700 Einwohner, Heiligenstein 3123 und Mechtersheim 3389 – insgesamt 10212. In diesen Zahlen sind allerdings jene Einwohner, die nur ihren Zweitwohnsitz im Ort haben, eingerechnet. Betrachtet man nur die Menschen mit Hauptwohnsitz, dann hat Römerberg die Schallmauer von 10.000 Einwohnern noch nicht durchbrochen. 9720 waren es Stand Ende 2017. Bei einem Blick auf die Entwicklung der Einwohnerzahl in den vergangenen rund 40 Jahren zeigt sich, dass Römerberg vor allem zwischen Mitte der 1980er-Jahre und Mitte des ersten Jahrzehnts im neuen Jahrtausend stark gewachsen ist. Um mehr als 1000 Einwohner pro Jahrzehnt hat der Ort in diesem Zeitraum zugelegt. Der Altersschnitt liegt heute in allen drei Ortsteilen zwischen 44 und 45 Jahren. Der Anteil der über 65-Jährigen ist seit der Jahrtausendwende von knapp 14 Prozent auf rund 19 Prozent gestiegen. Der Anteil der unter 20-Jährigen lag im Jahr 2015, dem letzten, zu dem das Statistische Landesamt Daten vorlegt, nur noch knapp über dem der Senioren. Auch Bevölkerungsbewegungen – durch Geburten und Sterbefälle einerseits sowie durch Zu- und Fortzüge andererseits – werden vom Statistischen Landesamt erfasst. Das geburtenstärkste Jahr seit 1975 war demnach 1997: 101 Kinder wurden damals geboren. Zuletzt pendelte die Anzahl der Geburten um 80. Seinen starken Bevölkerungszuwachs hat Römerberg dem positiven Wanderungssaldo zu verdanken. Bis auf wenige Ausreißer ist stets eine mindestens zweistellige Anzahl an Menschen mehr in den Ort gezogen, als ihn verlassen haben. Der Anteil der Kirchenmitglieder ist auch in Römerberg rückläufig. Noch rund 44,8 Prozent der Einwohner sind katholisch, vor zehn Jahren waren es noch mehr als die Hälfte. 23,8 Prozent sind Protestanten. „Offen für Neubürger“ Den enormen Bevölkerungszuwachs um rund 50 Prozent seit zirka 1970 erklärt Ortsbürgermeister Manfred Scharfenberger (CDU) so, dass in jener Zeit Römerberg von vielen, die in den umliegenden Wirtschaftszentren arbeiten, „als interessanter Wohnort“ entdeckt worden ist. Neubaugebiete in allen Ortsteilen seien entstanden: zum Beispiel die Krautgartenäcker in Mechtersheim, das Baugebiet an der Bahnlinie in Berghausen oder aktuell W3 in Heiligenstein. Dass für die Ortsteile durch die vielen Zuzüge ein Stück Identität verloren gegangen ist, glaubt Scharfenberger nicht. „Die Neubürger, die interessiert sind, sich einzubringen, werden von Vereinen mit offenen Armen aufgenommen“, lobt er die Integration Zugezogener in den Ort. Damit auch den Belangen der wachsenden Zahl Älterer Rechnung getragen wird, hat sich im vergangenen Jahr ein Seniorenbeirat etabliert (wir berichteten). Ein regelmäßiger Seniorentreff werde gut angenommen. Dass Römerberg bald die 10.000-Einwohner-Marke überschreiten wird, ist abzusehen. Eine konkrete Änderung ergibt sich für den Ort dann bei der Größe des Ortsgemeinderats: „Der Rat wird 28 statt 24 Mitglieder haben“, erklärt Scharfenberger. Das Zehnthaus soll unter anderem deshalb umgebaut werden. Außerdem gelte es, sich bei der Infrastruktur – insbesondere Kitas und Schulen – auf das Wachstum einzustellen. „Im Moment passt noch alles“, sagt der Ortsbürgermeister. Die Schulen seien noch groß genug. „Im Neubaugebiet W3 gibt es außerdem noch eine Freifläche, wo eine weitere Kita gebaut werden könnte.“ Kleine Geschäfte gebe es in Römerberg nur noch wenige, sagt Scharfenberger. Dass fast alle eingesessenen Bäcker und Metzger mittlerweile geschlossen haben, bedauert er. „Die Kleinen haben keine Chance. Zum Teil wird das weggefallene Angebot durch die Einkaufsmärkte aufgefangen.“ Davon gibt es in Römerberg drei: Edeka, Lidl und Netto. Keiner davon befindet sich in Mechtersheim, was immer wieder beklagt wird. Allerdings hätten es viele Berghausener mindestens genauso weit zu einem Supermarkt wie die Mechtersheimer, sagt Scharfenberger. Die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr sei mit zwei Bahnhaltepunkten in Berghausen und Heiligenstein „sehr gut“, findet der Bürgermeister. Für Mechtersheim sei wichtig, dass die Busverbindungen auf die Bahnanschlüsse abgestimmt seien. Leerstände gebe es im Ort immer wieder. Doch seien diese von den Eigentümern zum Teil auch gewollt und die Ortsgemeinde habe keine Möglichkeit, hier einzugreifen. Potenzial für weitere Neubaugebiete ist laut Scharfenberger noch vorhanden. „Einzelne Flächen bieten sich noch an, die auch die Ortsteile weiter zusammenbringen könnten“, sagt er. „Wir haben aber das Riesenproblem, dass wir nur zwei Straßen haben, die den Verkehr abführen.“ Die Ankündigung der Landesregierung, dass der Bau einer Ortsrandstraße vorangetrieben werden soll (wir berichteten), ist für den Bürgermeister daher ein „Lichtblick am Horizont“.

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