Speyer Diakonissen zweifeln an Bedarf für weiteres Hospiz

Wilhelminenstift: Hospiz-Standort der Diakonissen.
Wilhelminenstift: Hospiz-Standort der Diakonissen.

In der Vorderpfalz gebe es viel zu wenige Plätze in Hospizen. Mit diesem Argument untermauert der Frankenthaler Palliativmediziner Jakob Emrich im RHEINPFALZ-Interview sein Plädoyer für ein Nachbessern etwa mit einer neuen Einrichtung in „seiner“ Stadt. Eines der schon bestehenden Hospize ist das Wilhelminenstift in Speyer. Dessen Träger, die Diakonissen, kommen zu einem etwas anderen Urteil als Emrich: „Da sich die stationäre und vor allem die ambulante Versorgungsstruktur für Palliativpatientinnen und -patienten in den letzten Jahren stetig verbessert hat, sehen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Notwendigkeit für ein weiteres Hospiz in der Region“, so Sprecherin Barbara Fresenius auf Anfrage.

Die Diakonissen prüften jedoch – auch im Hinblick auf den demografischen Wandel – permanent, „ob das Angebot noch dem Bedarf entspricht“, teilt Fresenius mit. Das Hospiz im Wilhelminenstift verfügt über sieben Plätze für schwerkranke Menschen, die in der Regel immer belegt sind. Für weitere Interessenten gebe es eine dynamische Warteliste.

Diakonissen verweisen auf Kooperationen

Falls das Interesse an einem Platz die Kapazitäten übersteigen sollte, könnten individuelle Lösungen angeboten werden: So besteht eine Kooperation mit dem Palliativnetz Süd- und Vorderpfalz, das zu den Diakonissen Speyer gehört und eine Versorgung der Betroffenen zu Hause ermöglicht. Auch die Ambulanten Hospizberatungsdienste seien in die Versorgungskette eingebunden. „Zudem arbeitet das Speyerer Hospiz eng mit den beiden Hospizen der Diakonissen in Bad Dürkheim und Landau und den Palliativstation in der Region zusammen, um sich regelmäßig über freie Kapazitäten auszutauschen“, betont Fresenius.

Das vollständige Interview mit Palliativmediziner Jakob Emrich lesen Sie hier.

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