Judo RHEINPFALZ Plus Artikel Deutsche Meisterschaft: JSV Speyer startet beim Nachwuchs

Mit riesiger Gruppe bei der südwestdeutschen Meisterschaft: der Nachwuchs des JSV Speyer.
Mit riesiger Gruppe bei der südwestdeutschen Meisterschaft: der Nachwuchs des JSV Speyer.

Dem Nachwuchs des JSV steht die deutsche Meisterschaft ins Haus. Ein Mädchen findet ein weiteres Zuhause. Ein Junge ist stolz. Ihr Kamerad will einfach nur älter werden.

Der Judosportverein Speyer (JSV) geht mit acht Sportlern bei der deutschen Meisterschaft der Unter-18- und -21-Jährigen auf die Matte. Zwei rechnen sich Chancen aus. Einer muss noch auf seinen Einsatz warten. Gumru Islamzade (14) stammt aus Aserbaidschan. Vor vier Jahren kam sie mit ihren Eltern und den drei Geschwistern nach Deutschland, erst nach Hamburg, dann nach Speyer.

Dort stieß sie direkt auf den JSV. Ihr Training derzeit: fünfmal in der Woche bis zu zwei Stunden plus Zirkeltraining am Wochenende für Wettkämpfe. Die Liebe zum Judo ist Islamzade angeboren. „Meine Eltern haben Judo gemacht. Ich habe mal einen Wettkampf im Fernsehen gesehen und wollte das dann auch“, erinnert sich die Schülerin an den Auslöser für ihren eigenen Einstieg.

Islamzade zuhause

Die schönen Würfe beeindruckten Islamzade. „Ich wollte das auch ausprobieren“, sagt die Jugendliche. In ihrer Heimat fing sie mit dem Judo an. In Speyer machte sie weiter. „Wir sind nicht einfach nur ein Sportverein“, betont sie: „Alle sind supernett. Ich fühle mich richtig wohl. Der JSV ist wie mein zweites Zuhause.“

Schon als Kind träumte Islamzade von Gold bei Olympia. Darauf arbeitet sie hin, mit Trainingsfleiß und Motivation. „Ohne Disziplin kann man nichts erreichen“, weiß die Judoka und ergänzt: „Mir macht der Sport richtig Spaß. Deshalb will ich das durchziehen.“ Mitte Februar gewann Islamzade in der Gewichtsklasse bis 44 Kilo die südwestdeutsche Meisterschaft, der letzte Schritt auf dem Weg zu den nationalen Titelkämpfen. „Es war ein richtig schönes Gefühl, als ich gemerkt habe, dass es klappt“, erzählt sie. Ihre harte Arbeit sieht sie belohnt. Ihr Ziel für die DM ist klar: Gold. Islamzade hofft, dass das gelingt. Dankbar ist sie für die Unterstützung von Verein, Trainer und Familie.

Hartmann geehrt

Silas Hartmann lässt das Wunschergebnis offen. „Ich möchte so weit als möglich kommen“, fasst der 15-Jährige zusammen. Er startet in der Gewichtsklasse bis 73 Kilo. Es ist seine erste DM. Parallel dazu gehört Hartmann zum Kader Männerbundesliga. „Das ist für mich schon was Großes“, unterstreicht der Schüler am Nikolaus-von-Weis-Gymnasium.

Wie Islamzade wollte er schon als Sechsjähriger – so lange übt Hartmann Judo aus – was erreichen. Dafür steht er auch zwei bis drei Stunden pro Tag in der Halle. International strebt der junge Kämpfer große Medaillen an. Sein Traum deckt sich ebenfalls mit dem seiner Vereinskollegin: „Ich möchte zu Olympia.“

Titelverteidiger Berschauer

Für Roman Berschauer (12) ist der Weg dorthin noch länger als für die beiden Älteren. Doch einiges leistete er trotz junger Jahre bereits. Zweimal in Folge feierte er Platz eins bei der U15. In der Altersklasse gibt es zwar noch keine DM. Doch er drückt den anderen die Daumen. Mehr als zehn Turniere absolviert Berschauer im Jahr, berichtet er.

Zum Training kommt er regelmäßig aus Hockenheim, wo er mit seiner Familie lebt. „Dort gibt es nur einen kleinen Verein. Wir sind dann auf den JSV gestoßen, und hier hat es uns gefallen“, so der Gymnasiast. Sein Bruder und sein Vater frönen dem gleichen Hobby bis aufs höchste Niveau. Optimistisch blickt Berschauer auf künftige Wettkämpfe. „Wenn man sich gut vorbereitet und Lust drauf hat, klappt das“, meint er, wohl wissend, dass auch seine Gegner gut im Training stehen. Am meisten freut sich Berschauer darauf, ein paar Jahre älter zu sein. „Dann starte ich bei der U18 und darf zur DM“, verrät er.

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