Speyer Der Vorhang bleibt geschlossen

. „Sag mir, wo die Kohlen sind“: Das ist der Titel des Stückes, das die Theatergruppe Dudenhofen an den Wochenenden 19. bis 21. September, 26. bis 28. September und 3. bis 5. Oktober spielen wollte. Das Rätsel um die fehlenden Kohlen kann in diesem Jahr allerdings nicht mehr gelöst werden – eine irrtümlich von der Gemeinde vorgenommene Doppelbelegungen der Festhalle hat die geplante Aufführung des Boulevardstücks verhindert. Mitwirkende und Bürgermeister sind verzweifelt, wollen aber das Beste aus der verfahrenen Situation machen. Theatergruppen-Vereinsvorsitzender und Regisseur Andreas Burger fasste am Montag das Ende der Spielzeit 2014 noch vor ihrem Beginn zusammen: „Am eigentlichen Premierenwochenende 19. bis 21. September tanzen hier Hochzeiter mit 220 Gästen.“ Der Hausmeister der Festhalle habe den Fehler entdeckt, als das Brautpaar vor wenigen Tagen um einen Besichtigungstermin nachgesucht habe, erklärte Burger den kurzfristigen Stopp vier Wochen vor der Premiere. 15 enttäuschte Gesichter blickten auf vergebliche wöchentliche Proben seit April, auf den Leib der Darsteller geschneiderte und bereits bezahlte Kostüme, das fertige Bühnenbildkonzept, schon gebuchte Hotelzimmer für die Partner-Theatergruppe aus Luxemburg, bereits gedruckte Plakate und teilweise schon verkaufte Eintrittskarten für das von Edeltraud Müller geschriebene Stück. Rund 1000 Euro habe der Verein vorgelegt, sagte Burger. Schriftführer Helmut Vögeli betonte: „Das Geld steht aber nicht an erster Stelle. Was bleibt, ist Frust und drohender Prestige-Verlust für unsere Gruppe.“ „Das ist in 22 Jahren noch nie passiert“, sagte Burger. „Das wird auch nicht wieder passieren“, war Vögeli überzeugt. Trotz aller Enttäuschung brachten die Laienschauspieler Verständnis für den Fehler in der Gemeindeverwaltung auf. „Das kann passieren“, meinte die stellvertretende Vorsitzende Ursula Mönig. „Mir hat die Absage unwahrscheinlich weh getan“, sagte Ortsbürgermeister Peter Eberhard gestern auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Einzelnen Mitarbeitern wolle und könne er nicht die Schuld geben. Mehrere Listen seien im Rathaus kursiert. „Eins ist zum anderen gekommen“, berichtete er von zunächst drei doppelt vergebenen Aufführungswochenenden. „Zwei konnte ich rückgängig machen, bei der Hochzeitsgesellschaft gab es diese Möglichkeit nicht“, sagte Eberhard. Den Vertrag habe er zudem selbst unterschrieben, ohne die Doppelbelegung der Festhalle zu bemerken, räumte Eberhard ein. Alternativ von ihm angebotene Aufführungsstätten wie Pfarrheim oder Bürgerhaus habe die Theatergruppe wegen der ausschließlich für die Festhalle konzipierten Bühne ablehnen müssen. „Wir werden uns zusammensetzen und eine Lösung für den entstandenen Schaden finden“, kündigte Eberhard der Gruppe finanzielles Entgegenkommen an. Die Aufführungen der Gruppe waren jeweils Freitag-, Samstag- und Sonntagabend angesetzt. Das Spiel nur an zwei Wochenenden (sechs Termine) aufzuführen, hätte sich nicht gelohnt, erklärte Burger die Entscheidung zur endgültigen Absage der aktuellen Spielzeit: „Der Aufwand für nur sechs Vorstellungen ist zu hoch.“ Zeitliche Verschiebungen seien nicht möglich. „Wir richten unsere Zeit- und Urlaubsplanungen jeweils nach den Proben- und Aufführungsterminen“, sagte er. Derzeit denke die Gruppe über die Aufnahme des aktuellen Stücks in die kommende Spielzeit nach. Sollten Autorin und Mitglieder zustimmen, werde die Theatergruppe Dudenhofen 2015 endlich sagen, „wo die Kohlen sind“.