Speyer Der Schiri hat immer recht

DUDENHOFEN. Der Knabe mit den roten Hosen begeistert Andreas Eberle am meisten. Der Schiedsrichter des Fußballverbands lobt die Strategie und den Einsatz des Jungen am Ball. Und er wagt eine Prognose mitten im Turnier der kleinen Grundschulen in der Dudenhofener Ganerbhalle: „Limburgerhof wird’s machen.“
Spielerisch seien die Domholzschüler den anderen deutlich voraus, stellt der Unparteiische im Gespräch mit der RHEINPFALZ fest. Er schaut sich die Begegnung mit der Johannes-Fink-Grundschule Böhl-Iggelheim von der Zuschauerbank aus an. Referee-Kollege Alexander Edinger pfeift auf dem Feld. Nicht unbegründet ist die Meinung Eberles. Schon in den ersten beiden Spielen des Turniers, organisiert vom Rhein-Pfalz-Kreis, behalten die Kicker aus Limburgerhof die Oberhand. Ein 4:2 gegen die Grundschule Heiligenstein und ein 2:1 gegen Berghausen beflügeln. Gegen Böhl-Iggelheim einen Stich zu landen, fällt jedoch schwer. Während auf dem Platz der Kampf gegen die unbarmherzig verrinnende Zeit beginnt, klären die Grundschüler aus Hochdorf-Assenheim auf der Tribüne anderes. „Ich will den Pokal aber auch halten“, ruft ein Junge mit flockiger Elvis-Tolle. „Leute, wir haben doch noch gar nicht gewonnen“, ruft ihn ein Mitschüler zur Vernunft. Berghausen macht sich derweil für die Begegnung mit Heiligenstein bereit. Die rechte Feld-Hälfte gehört den Grundschülern, ungewohnt, waren sie bei den zwei Spielen zuvor doch links aktiv. Eine Verwirrungstaktik der Verantwortlichen? Mitnichten, die Herausforderung bleibt die gleiche. Und der Berghausener Nachwuchs meistert sie großartig: 4:0 gegen die Nachbarschule – das sitzt. Katrin Frank, Stellvertreterin des Kreissportberaters für Grundschulen, Philipp Kettenbach, ist zufrieden mit dem Turnierverlauf. Vor allem eines beeindruckt sie: „Alle Begegnungen verlaufen sehr fair. Da gibt es gar nichts.“ Spannend seien alle Spiele, wenngleich deutlich zu sehen sei, welche Mannschaft Vereinskicker unter sich hat. „Wichtig ist, dass alle mit Spaß dabei sind“, stellt Lehrerin Frank heraus. Einziger Wermutstropfen: Nur fünf Grundschulen meldeten sich diesmal an. Dass der Vorjahressieger – die Kurpfalzschule Dannstadt-Schauernheim – diesmal aufgrund ihrer höheren Schülerzahlen beim Turnier für große Grundschulen in der vergangenen Woche startete, reicht als Erklärung nicht aus. Dafür gehen die Kinder pro Spiel jetzt zwölf statt acht Minuten im Jeder-gegen-Jeden-Modus zur Sache. Kurz vor 12 naht die Stunde der Wahrheit – und die Erkenntnis, dass ein Schiri immer recht hat. Limburgerhof gewinnt mit zehn Punkten vor Berghausen. (xsm)