Speyer Der neue Honigbär ist einfach zu süß

Hasenjagd: Die Schützen überprüfen ihre Treffsicherheit.
Hasenjagd: Die Schützen überprüfen ihre Treffsicherheit.

«Westheim.» Nur die Harten kommen durch. So ist das beim Bogenschützenclub (BSC) Lingenfeld, und das gilt auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Das Frühjahrsturnier am Wochenende war zwar nicht wie gewohnt ausgebucht. Aber die 154 gemeldeten Teilnehmer bissen sich mit der gleichen Euphorie wie gewohnt durch.

„Wir merken, dass der Bogensport einen Boom erlebt“, erzählt der stellvertretende Vorsitzende Gerd Stilgenbauer in der durch lange Planen vor Wind geschützten Westheimer Grillhütte im Gespräch mit der RHEINPFALZ. In dem angrenzenden Waldstück richtet der BSC seit 36 Jahren sein Turnier aus. Stammgäste, wie die aus Frankreich oder der Schweiz, reisten trotz frostiger Witterung an. Die vielen neuen Gesichter lassen den Rückschluss zu, dass Stilgenbauers These mit der neu entdeckten Leidenschaft für den Umgang mit Pfeil und Bogen zutrifft. Mit Bowhunter Recurve und Primitive Bow treten die Schützen an. Traditionell als Acht aufgebaut, durschreiten sie den Kurs unter der Federführung von Jürgen Hirsch. 30 Scheiben warten. „Das Kleinste ist ein Hase, der in etwa zwölf Metern Entfernung steht. Das Größte ist ein Keiler, rund 48 Meter weit weg“, sagt Stilgenbauer. Diesmal seien die Verantwortlichen mit dem Förster die Route vorher abgelaufen. „Wir haben geschaut, wo Rehe sich ihren Platz gesucht haben und wo ihr Fluchtweg ist“, erklärt der Funktionär. Entsprechend variabel seien die Scheiben gestellt worden. „Wir haben diesmal bewusst nicht so weite Entfernungen gewählt, da viel Bruchholz herumliegt“, informiert Stilgenbauer. Der Vorsitzende Patrick Fruh sieht darin auch eine Herausforderung. Attraktiv und reizvoll macht der Holzbruch, entstanden durch ein Unwetter, den Parcours. „Durch den Sturm hat sich vieles im Wald verändert, und das nutzen wir aus“, erläutert Fruh. Abwechslungsreich will der BSC sein Turnier zudem mit regelmäßigen Neuanschaffungen im Reigen der Zielobjekte halten. „Diesmal ist ein Honigbär dazugekommen“, informiert Fruh und fügt – nicht ohne Grinsen – an: „Darauf zu zielen, fällt manchen schon schwer, weil er so süß ist.“ Ausgereizt sei die Lagerfläche des Vereins für die Kunststofftiere mittlerweile, fügt Stilgenbauer hinzu. Wichtig sei die Vielzahl aber allemal. „Wir brauchen einen gesunden Mix von Tieren, Entfernung und Schwierigkeit. Dann bleibt unser Turnier interessant“, meint Fruh. Das große Plus der Lingenfelder laut des Vereinchefs: „Wir bieten eines der ersten Turniere des Jahres.“ Sichtbar werde der Trainingsmangel auf dem ausgeklügelten Parcours, ergänzt Stilgenbauer. Viele Vereine machten Winterpause – nicht so der BSC. Das Frühjahrsturnier erfuhr noch nie eine Absage. Stilgenbauer. „Selbst bei Schnee nicht.“ Den Beweis lieferten die Schützen gestern. Nur eines ist ärgerlich: „Die Pfeile sind nicht so gut zu sehen.“

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