Speyer Der Masterplan verzögert sich

Placeholder-Image

Dass die Konversion in Speyer ein einfaches Thema werden wird, hat nie jemand behauptet. Bei mehr als 100 Hektar Land- und Wasserfläche, für die nachmilitärische Lösungen zu finden sind, ist das auch kein Wunder. Stadt und Land sind optimistisch, bis zum endgültigen Bundeswehr-Abzug Ende 2015 die Planungen vorangetrieben zu haben. Erste „Lösungsszenarien“ sollen noch 2014 vorliegen, der Abschluss des Prozesses „Masterplan Konversion“ verzögert sich aber.

Es wurden schon viele Daten genannt, zu denen es Ergebnisse geben sollte. Vor einem Jahr hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die über die vier Liegenschaften in Speyer und Dudenhofen verfügt, auf ein fertiges Konzept 2014 gehofft, die Stadtverwaltung die Vorlage eines „Masterplans“ für Mitte dieses Jahres angepeilt. So schnell werde es nicht klappen, sagte gestern auf Anfrage Silvia Gonsior, städtische Konversionsbeauftragte und Referentin des Oberbürgermeisters. Der Auftrag für die Erstellung des Masterplans – nach früheren Schätzungen ein Projekt mit Kosten von bis zu 100.000 Euro – sei erst zum Jahreswechsel 2013/ 14 vergeben worden, nicht wie geplant schon Mitte vergangenen Jahres. Den Zuschlag hat das Kaiserslauterer Fachbüro Firu mbH erhalten. Es steuert und begleitet den auf zwei Jahre angelegten Prozess. Bislang haben die Raum- und Umweltplaner aus der Westpfalz vor allem mit Vertretern der Stadtverwaltung gesprochen, bei der es einen eigenen Arbeitskreis Konversion gibt. In der zweiten Jahreshälfte soll laut Gonsior aber auch der Ausschuss für Konversion, der in der konstituierenden Stadtratssitzung zum ersten Mal besetzt werden wird, über Zwischenstände informiert werden. Die zuständige Firu-Mitarbeiterin sagt auf Anfrage, dass erste „Lösungsszenarien“ noch dieses Jahr den Speyerer Bürgern vorgestellt werden sollen. Firu bearbeite momentan mit vier Experten den Speyerer Auftrag. Dazu kämen zwei Mitarbeiter eines Gutachterbüros, die beauftragt seien, die Marktsituation darzulegen. „Wir sind im Stadium der Situationsanalyse und Grundlagenauswertung“, sagt Gonsior. Es gehe um alle Gesichtspunkte, die für die künftige Nutzung der Kurpfalzkaserne, des Wasserübungsplatzes im Reffenthal und des Polygon-Geländes wichtig sein könnten. „Es gibt eine unglaubliche Menge an Daten, die vor allem bei der Stadt und der Bundeswehr zusammengetragen werden muss“, so Gonsior. Sie hofft, dass nicht die vollen zwei Jahre Projektdauer nötig sind, um zu einer Basis für politische Beschlüsse auch über mögliche Bebauungspläne zu kommen. Die Landesregierung sieht die Umsetzung der Bundeswehrreform von 2011, mit der die Auflösung des hiesigen Standorts verkündet wurde, als „große Herausforderung für die Stadtentwicklung“ Speyers. In ihrem gestern in Mainz vorgestellten Konversionsbericht für die Jahre 2012/13 erwähnt sie unter anderem, dass in einem Projekt mit Universitäts-Begleitung interessierten Bürgern Gelegenheit gegeben worden sei, Ideen für die Konversion einzubringen. Aus städtebaulicher Sicht ist für die Landesregierung die Kurpfalzkaserne von besonderem Interesse: „Die Nachnutzungsmöglichkeiten sind prinzipiell als gut einzuschätzen“, heißt es in dem Bericht. Daran hätten vor allem die günstige Lage und die Verkehrserschließung ihren Anteil. Erwähnt wird auch die Idee des Technischen Hilfswerks, im Reffenthal ein Gelände für Katastrophenschutz-Übungen einzurichten. Für den Masterplan erhalte die Stadt finanzielle Hilfe der Bima und des Landes. Im Masterplan nicht enthalten ist das Übungsgelände in den Sanddünen, das dem Naturschutz vorbehalten bleiben soll.

x