Speyer Der Gott des Höllenfeuers kehrt zurück

Schillernde Persönlichkeiten (von rechts): Arthur Brown und Mani Neumeier von Guru Guru, der Band mit dem Hit „Elektrolurch“.
Schillernde Persönlichkeiten (von rechts): Arthur Brown und Mani Neumeier von Guru Guru, der Band mit dem Hit »Elektrolurch«.

Wenn der „Elektrolurch“ dem „Feuer“ begegnet – dann schlägt in Dudenhofen wieder die Stunde der Rockhistoriker: Am Donnerstag, 12. Oktober, 20 Uhr, präsentiert der Kulturverein in der Festhalle die deutsche Krautrockgruppe Guru Guru. Im Vorprogramm soll mit Arthur Brown eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Musikgeschichte auftreten. Die RHEINPFALZ dokumentiert Wissenswertes zu dem Briten.

Wer ist Arthur Brown?

Geboren 1942 in der englischen Grafschaft North Yorkshire, studierte Brown zunächst Philosophie und Jura in London, gründete aber schon bald seine erste Band. Während eines ungefähr einjährigen Aufenthalts in Paris widmete er sich vor allem der Schauspielerei, um schließlich bald nach seiner Rückkehr nach London die Gruppe The Crazy World Of Arthur Brown ins Leben zu rufen. Was zeichnet seine Musik aus? In seinen jungen Jahren verfügte der Sänger über eine mehrere Oktaven umfassende Stimme. Am gleichnamigen Debütalbum von The Crazy World Of Arthur Brown (1968) wirkten unter anderem Schlagzeuger Carl Palmer, Keyboarder Vincent Krane und Who-Gitarrist Pete Townshend als Produzent mit. Stilistisch gilt Brown als ein Vertreter psychedelischer und progressiver Rockmusik. Wofür ist Brown berühmt? Der Engländer machte von Anfang an durch spektakuläre Bühnenauftritte von sich reden. So trug er beispielsweise in Methanol getränkte Metallhelme, die er regelmäßig anzündete. Darüber hinaus verwendete Brown grelles Gesichts-Make-up und zog während Konzerten all seine Kleidung aus. Nach einem Auftritt bei einem Festival in der sizilianischen Stadt Palermo im Juli 1970 wurde er deshalb verhaftet und aus Italien ausgewiesen. Was ist Arthur Browns Erkennungsmelodie? „I am the God of Hellfire, and I bring you...“, ruft Brown zu Beginn seines einzigen kommerziellen Hits „Fire“. Die Aufnahme kam 1968 in Großbritannien auf Platz eins der Hitparade, in den USA auf Rang zwei und in Deutschland auf Position drei. Der markante Songauftakt, später auch gern von verschiedenen Radiomoderatoren zu Beginn ihrer Sendungen eingesetzt, brachte Brown in der Musikbranche den Beinamen „Gott des Höllenfeuers“ ein. Wie verlief Browns Karriere weiter? Ein weiterer auch nur annähernd so großer Erfolg wie „Fire“ gelang Brown nicht mehr. Er veröffentlichte drei Alben unter dem Namen Arthur Brown’s Kingdom Come und wirkte in der Verfilmung der Who-Rockoper „Tommy“ mit. Für das Alan Parsons Project sang er eine Hauptstimme auf dem Konzeptalbum „Tales Of Mystery And Imagination“. Zwischenzeitlich zog er sich vorübergehend vom Musikgeschäft zurück, um zu meditieren. 1994 erlitt er während eines Konzerts einen Schlaganfall, von dem er sich nur langsam wieder erholte. Mit der deutschen Formation Die Krupps nahm er 1997 „Fire“ neu auf. 2011 und 2012 war er mit Chris Farlowe und der Hamburg Blues Band auf Deutschlandtournee. Worin liegt Arthur Browns rockhistorische Bedeutung? Trotz seines eher bescheidenen kommerziellen Erfolgs gilt Brown als einflussreiche Inspiration für viele Musiker der Sparten Heavy Metal und Shock Rock sowie, ganz allgemein, für jene, die verstärkt theatralische Elemente in ihre Bühnenauftritte einbauten. Dazu zählen Alice Cooper, Marilyn Manson, Kiss, Iron Maiden und Ozzy Osbourne ebenso wie David Bowie und Peter Gabriel. So verwundert es nicht, dass Alice Cooper den 75-jährigen Brown vor wenigen Tagen als besonderen Gast beim brasilianischen Festival „Rock in Rio“ auf der Bühne präsentierte. Vorverkauf Eintrittskarten gibt es bei den RHEINPFALZ-Servicepunkten und beim RHEINPFALZ-Ticketservice unter der Telefonnummer 0631 37016618 sowie der Internet-Adresse www.rheinpfalz.de/ticket.

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