Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Der Domgartensteg hat eine noch längere „Schwester“

Domgartensteg: Hier geht es zu Fuß am schnellsten zum Sealife.
Domgartensteg: Hier geht es zu Fuß am schnellsten zum Sealife.

Der Domgartensteg ist 1980 ziemlich spontan entstanden. Heute hat er vor allem für die Touristen in Speyer eine große Bedeutung.

Wohin des Weges?

Wer aus dem Domgarten ans Rheinufer kommen will, muss nicht mehr über den Schillerweg sprinten oder den Umweg zur Ampel am Minigolfplatz nehmen, seit es den Domgartensteg gibt. Er hat in den fast zwei Jahrzehnten, seit das Sealife-Aquarium viele Besucher anlockt, nochmals an Bedeutung gewonnen, weil er die beste fußläufige Verbindung zu dem Besuchermagnet darstellt. Ansonsten erfüllt er für Einheimische wie Touristen gleichermaßen eine wichtige Verbindungsfunktion. Unter der Woche ist er oft auffallend leer, weil er kaum zu Wohnungen, sondern zu Sehenswürdigkeiten führt.

Wie kam’s dazu?

Florian Benner von der Tiefbauabteilung der Stadtverwaltung Speyer bezweifelt nicht die Bedeutung des Domgartenstegs, berichtet aber, dass dieser letztlich gebaut worden sei, „weil Finanzmittel übrig waren“. Ein Jahr zuvor sei nach dem Wegfall des Bahnübergangs am „Spinnrädel“ in der Iggelheimer Straße nämlich die Schneckennudel-Brücke am Bahnhof gebaut worden, und 1980 habe es noch für eine zweite Verbindung in genau derselben Bauart gereicht. Sie wurde im Domgarten angesiedelt.

Welche Werte sind wichtig?

So lange wie die „Schneckennudel“ mit ihren 265 Metern ist der Domgartensteg nicht, aber auch seine 113,50 Meter können sich sehen lassen – ebenso wie das gesamte Bauwerk. Wie das Schwesterbauwerk spannt sich der Domgartensteg lang, schlank und filigran über Natur und Asphalt. Die lichte Höhe beträgt bis zu 4,65 Meter. In einer Bauwerke-Auflistung der Stadtverwaltung ist die lediglich für Fußgänger und Radfahrer freigegebene Brücke mit der noch guten Zustandsnote 2,2 verzeichnet.

Wie lange hält sie noch?

Sie ist laut Benner 2011 erneuert worden und somit nicht grundsätzlich sanierungsbedürftig. „Es sind ein paar Kleinigkeiten dran, aber nichts Dramatisches“, sagt der Ingenieur. Die ganz spezielle Bauweise habe Vor- und Nachteile. Beton könne Druck gut aushalten, aber keinen Zug. Mit diesem kämen die Stahlbewehrungen in der Brücke besser zurecht. Diese rosteten jedoch, und der Beton platze an einzelnen Stellen ab. Bei Brücken aus den 1970er- und 1980er-Jahren komme das immer wieder vor, weil die Beton-Überdeckung damals nicht so wuchtig gewesen sei wie heute. Beim Domgartensteg stelle das aber noch kein grundsätzliches Problem dar.

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