Speyer Der Ansprechbare
Als CDU-Kandidat ist er der natürliche Favorit bei der Wahl des neuen Römerberger Ortsbürgermeisters: Mathias Müller aus Berghausen hat sich trotzdem mit ganzer Kraft in den Wahlkampf gestürzt.
Der Berghausener Müller ist der einzige Kandidat, der nicht in Mechtersheim wohnt. Trotzdem hat er sich für den Fototermin mit der RHEINPFALZ einen Platz im südlichen Ortsteil ausgesucht. Auch um zu signalisieren: Mechtersheim wird nicht vernachlässigt. „Ich habe mich wie kaum ein anderer für die Nahversorgung dort eingesetzt“, sagt der 51-Jährige. Dass es keinen Supermarkt dort gebe, sei eben eine kaufmännische Entscheidung. Mechtersheim habe dafür auch Vorteile: das Naherholungsgebiet, die Vereinsstruktur oder die vergleichsweise geringe Verkehrsbelastung. Für das Amt des Ortsbürgermeisters zu kandidieren, habe er Anfang 2018 zusammen mit seiner Frau entschieden, sagt Müller. Viele Projekte habe er bereits als CDU-Fraktionsvorsitzender im Ortsgemeinderat mit auf den Weg gebracht. Das Bürgermeisteramt biete noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten. „Transparenz und Bürgerbeteiligung“ nennt Müller als Stichworte für den Stil, den er pflegen will. Sinnbildlich dafür steht die „Ansprech-Bar“, mit der Müller im Wahlkampf durch Römerberg tingelt: An der Theke aus Weinkisten und einer Arbeitsplatte, können die Bürger Müller ansprechen – und bekommen auch ein Gläschen zu trinken. „Mit Abstand das größte Problem in Römerberg“ ist Müllers Ansicht nach der Verkehr. „Da will ich dranbleiben, auch wenn wir zum Teil fremdbestimmt sind“, sagt er. Gemeint sind die Durchgangsstraßen, die in Kreis- oder Landeshoheit sind. Hier wünscht er sich mehr Sicherheit, vor allem für Kinder, zum Beispiel durch Tempo 30. Neue Wohngebiete sollen außerdem nicht zu einer noch stärkeren Belastung der Hauptstraßen führen. Hoffnungen setzt Müller zudem in die angekündigte Ortsumgehung. Ebenfalls auf Müllers Agenda: Die angestoßenen Projekte Trainingshalle und Kunstrasenplatz „in einem vertretbaren Kostenrahmen“ zu Ende bringen. Gleiches gilt für die Radwege zwischen den S-Bahnhöfen und den Bau einer siebten Kindertagesstätte. Für die Pfarrheime, welche die katholische Kirche zum Teil verkaufen will, möchte der CDU-Kandidat eine Lösung finden, damit sie als Begegnungsstätte erhalten bleiben. „Das ist ein Thema, das die Bürger umtreibt“, hat er beobachtet. Die Seniorenarbeit will Müller ebenso fördern wie die Vereinsarbeit. „Ich bin über die Vereine in die Politik gekommen“, sagt er. Über seinen womöglich härtesten Konkurrenten im Kampf um das Ortsbürgermeisteramt, Matthias Hoffmann von den Grünen, sagt Müller: „Wir schätzen uns.“ Inhaltlich gebe es keine allzu großen Unterschiede, gibt er zu. Für Müller selbst spricht dessen Ansicht nach seine Erfahrung sowohl als Vorsitzender der größten Fraktion im Rat als auch in einer Führungsfunktion einer großen Behörde – Müller leitet bei der Kriminaldirektion Ludwigshafen das Fachkommissariat zur Bekämpfung der „Organisierten Kriminalität“. Einen Ausgleich zum Beruf findet Müller in seinen Hobbys: Wandern im Pfälzerwald und Landwirtschaft – bei letzterem kommt auch der von ihm restaurierte Porsche-Traktor zum Einsatz. Sollte er gewählt werden, will der Vater einer 18-jährigen Tochter und eines siebenjährigen Sohns beruflich kürzer treten, so dass er sich „mindestens einen Tag pro Woche“ ganz auf das Bürgermeisteramt konzentrieren kann. „Das wird mit Sicherheit sportlich. Aber man kann auch etwas bewegen“, sagt er.