Speyer Denkmal: Stadt will Erklärtafel nicht ändern

Umstritten: Das Denkmal für die Separatisten-Attentäter auf dem Speyerer Friedhof.
Umstritten: Das Denkmal für die Separatisten-Attentäter auf dem Speyerer Friedhof.

Die Stadt will am geplanten Anbringen einer Erklärtafel am Denkmal für die Separatisten-Attentäter auf dem Speyerer Friedhof und an dem dafür vorgesehenen Text festhalten.

Gudrun Weiß und Carmen Wiesmann, Nachkommen des damals zu Tode gekommenen Attentäters Ferdinand Wiesmann, der mit dem 1932 errichteten Denkmal geehrt wurde, hatten den Text kritisiert, da ihr Onkel beziehungsweise Großonkel darauf in die Nähe von Rechtsextremen und Nazis gerückt wird. Die beiden Frauen aus Franken, die anlässlich des 100. Jahrestags der Geschehnisse Speyer am Dienstag besuchten und am Denkmal Blumen im Gedenken an ihren Verwandten niederlegen wollten, hatten Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) deshalb einen Brief geschrieben.

„Keinen Zweifel am Wortlaut“

„Der Text wurden von unserem Stadtarchiv nach ausführlicher Recherchearbeit und der Sichtung unterschiedlicher historischer Quellen verfasst“, hat Seiler den beiden Frauen geantwortet. Das Schreiben der Oberbürgermeisterin, in dem Seiler auf einen einstimmigen Beschluss des Kulturausschusses von November 2019 verweist, ist laut Stadtverwaltung bereits am 4. Januar verschickt worden, war bis Montag aber noch nicht bei Weiß und Wiesmann eingegangen. „Angesichts der umfangreichen Recherchen, die unser Stadtarchiv betrieben hat, habe ich und hatten auch die Ausschussmitglieder keinen Zweifel an dem Wortlaut des Textes“, argumentiert Seiler darin.

Sie respektiere, dass Gudrun Weiß und Carmen Wiesmann als direkte Angehörige und Nachfahren von Ferdinand Wiesmann eine andere Sicht auf die Geschehnisse und deren historische Einordnung haben, schreibt die Speyerer Oberbürgermeisterin. Angesichts der Beschlusslage und den vorliegenden Nachweisen und Quellen werde die Stadt aber an dem Wortlaut festhalten.

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