Speyer Den Tod überwinden
Die Nacht vor Ostern ist Christen heilig. Sie glauben an die Auferstehung von Jesus Christus. Viele Kirchengemeinden entzünden ein Feuer, mit dem sie an die Überwindung des Todes erinnern wollen.
In jeder seiner sechs katholischen Gemeinden gebe es heute Nacht Auferstehungsfeiern inklusive Osterfeuer, sagt Josef Metzinger, Pfarrer der Pfarrei Hl. Hildegard, auf RHEINPFALZ-Anfrage. „Spektakulär sind die Feuer nicht“, weist er auf Schalen etwa in der Größe von Feuerpfannen hin, um die sich die Gläubigen zu Beginn der kirchlichen Osternacht versammelten. „Seien sie auch noch so klein, für uns sind die Feuer wichtig“, betont Metzinger. Verschwendet wird bei den Katholiken nichts. Was gesegnet sei, werde nicht einfach weggeworfen, erklärt der Pfarrer, warum Palmsonntag-Zweige und mit Chrisam- oder Katechumenenöl getränkte Wattebäusche aus dem Vorjahr zusammen mit den aufgeschichteten Holzscheiten verbrannt würden. Aus der Asche des Osterfeuers wird demnach dann die Asche für den Aschermittwoch des Folgejahres gesiebt. Entzündet würden die Feuer vor Beginn der kirchlichen Osternacht, beschreibt Metzinger den jeweils gleichen Ablauf in den sechs Dörfern, für die er zuständig ist. Am geweihten Osterfeuer werde die Osterkerze entzündet. „Damit beginnt die Osternacht“, betont der Pfarrer. In feierlicher Prozession mit dreimaligem Singen des „Lumen Christi“ (Licht Christi) werde das erste Licht in die dunkle Kirche getragen. Daran zündeten die Gläubigen ihre Kerzen an, deren Lichter die Kirche nach und nach erhellten. Auch die Osternacht der evangelischen Gemeinde Dudenhofen beginnt am Feuer. Pfarrer Volker Glaser berichtet von der symbolischen Wache am Feuer der Osternacht. Auch die Protestanten tragen das Licht und ihre Kerzen in die dunkle Kirche, singen Lieder dazu und kommen damit der Hoffnung auf Vergebung ihrer Sünden und ein ewiges Leben näher. Im Licht von Feuer und Kerzen begrüßen die Dudenhofener Protestanten das Osterfest kurz nach Tagesanbruch mit einem Frühstück. „Das wird in den meisten evangelischen Kirchen in unserer Region so oder so ähnlich gefeiert“, sagt Glaser. Vor der katholischen Kirche in Waldsee wird das große Osterfeuer sogar von der Feuerwehr bewacht, berichtet Frank Aschenberger, Pfarrer der Pfarrei St. Christophorus. Sie umfasst die Gemeinden Altrip, Limburgerhof, Neuhofen, Otterstadt und Waldsee. Entzündet werde das Feuer in einer Metallwanne. Nach der Segnung wird es demnach vor Gottesdienstbeginn in die Kirche getragen und an die Gläubigen weiter gegeben. Osterfeuer —Karsamstag: katholisch: Dudenhofen 19.30 Uhr(neben dem Haupteingang); Hanhofen (vor der Trauerhalle) und Heiligenstein (Haupteingang) 20 Uhr; Waldsee 21 Uhr; Berghausen 21.30 Uhr (vor dem Pfarrheim). —Ostersonntag: katholisch: Mechtersheim 6 Uhr (Haupteingang); Harthausen 6.30 Uhr (zwischen Pfarrheim und Kirche); evangelisch: Dudenhofen 6 Uhr (vor der Kirche).