Speyer Das war spitze!

Lecker: Hier genießen die Gäste der „SpargelSpitze“ Makkaroni-Spargel-Ragout.
Lecker: Hier genießen die Gäste der »SpargelSpitze« Makkaroni-Spargel-Ragout.

Kein Gemüse wird umworben wie der Asparagus: Anstich im März, Halbzeitgedenken, Abstechen Anfang Juni, allgegenwärtige Verkaufsschilder, jedes Jahr die alten Rezepte in neuen Zeitschriften. Nicht so in Dudenhofen: Einfallsreich vermarktet die Gemeinde ihren einzigen Bodenschatz – von Bürgermeister Peter Eberhard als „weißes Gold“ gepriesen. Vom Hotdog über Safransüppchen oder Tartelette konnten sich die Teilnehmer der kulinarischen Wanderung „SpargelSpitze“ am Wochenende durchkosten.

Zwischen Festplatz und Wingartsmühle gibt es Spargel satt: auf den Feldern ringsum oder veredelt an den Verpflegungsständen. Brigitte und Horst Schultz probierten „fast alles“. 2016 fuhren sie zufällig vorbei, hielten an und kamen dieses Jahr aus Altlußheim wieder. Bei dem „reichen, überraschenden Angebot“ wollten sie nichts auslassen, verweilten länger am Stand des Kinderhospizes Sterntaler, um den „ausgezeichneten Spargelsalat“ zu kosten und die Quiche zu probieren (siehe „Zur Sache“). Geschmeckt hat es ihnen überall. Horst Schultz: „Wir wurden nicht enttäuscht.“ Klasse fand Brigitte auch den Schmuck-Strick-Holz-Allerlei-Kunsthandwerkermarkt, aber das Paar „verpasste leider“ das musikalische Begleitprogramm. Einziger Punktabzug: „Die Lücken zwischen den Buden waren etwas zu groß.“ Spargelbratwurst bei den Fußballern, „fruchtiger Spargelsalat“ der Jungen Kirche, wahlweise mit Erdbeeren und Rucola oder Melone und Schafskäse. Susanne und Cornäl Baust aus Plankstadt sind Stammgäste bei der Kilianer AG/Kita St. Kunigunde. Den Tipp bekam Susanne von einer Kollegin mit dem Zusatz: „Geh’ am Samstag hin – und früh! Da ist es nicht überlaufen.“ Ihr ultimatives Lob: „Die Spargelwanderung in Schwetzingen kann mit Dudenhofen nicht mithalten.“ Die Spargeltartelettes (Spargel, Ziegenkäse, Honig, Thymian in Blätterteig), die Pralinen und das Spargel-Safran-Süppchen bereitet die Kita-Köchin Birgit Wolny mit ihrer Schwester Anja Seiler zu. Sie nennt die Eigenkreationen „was Handliches, Kleines, Feines zum Wein“. Wie sie auf die ausgefallenen Leckereien kommt? „Wenn man im Spargeldorf aufwächst, muss man sich irgendwann etwas einfallen lassen.“ Vor dem Genuss müssen die Stangen gestochen werden. Und daran versuchen sich auf dem Versuchsfeld des Gartenbauvereins Christine Kapp, Helene und Frank Belle, die „durch Mundpropaganda neugierig geworden sind“ und aus Kaiserslautern anreisten. „Wir haben das schon mal im Fernsehen gesehen.“ Immerhin reichte ihre Ausbeute zu einem Suppenspargel. Die „SpargelSpitze“ fanden sie „schön, idyllisch, vielfältig, ganz toll für Familien“. Nächster Halt SunseeBar mit „Jumbo-Spargel“ und Wurstsalat mit Spargel. Über der Brücke haben Kirchenchor und Partnergemeinde Martell Stellung bezogen, auf der Karte Schlutzkrapfen mit Spargelfüllung, Spargelragout. Obwohl im Vinschgau „nur hie und da als Nebenerwerb angebaut“, ist Martells Bürgermeister Georg Altstätter der Asparagus vertraut. Er kommt seit 30 Jahren her und wird von Gegenbesuchsgästen beliefert. Altstätter erlebte die zwei Tage „fasziniert“. Nach dem Spargellauf noch einen Spargel-Hotdog vom Turnverein und Spargel-Wrap von Rewe. Blieb als kulinarischer Rückzugsort Kaffee und Kuchen von der Clemens-Beck-Grundschule und der Realschule plus.

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