Speyer
Das Herz Speyers: Einzelhandel braucht noch mehr Werbung
„Ich erwarte ein rezessives Jahr“, sagt Bödeker. Die Folgen des Kriegs im Nahen Osten belasteten die privaten Haushalte, die dann ihre Investitionen auf das Nötigste konzentrierten und sich etwa in für die Speyerer Innenstadt wichtigen Sortimenten wie Textil und Schuhe zurückhielten. Dagegen helfe nur, sich in der Stadt als optimaler Gastgeber zu präsentieren, noch mehr auf Dienstleistung in Handel und Gastronomie zu setzen und das entsprechend zu bewerben.
„Wir sind zu jeder Unterstützung der Stadt bereit“, sagt Bödeker für den von ihm geführten Verband, der zuletzt auf 78 überwiegend gewerbliche Mitglieder gewachsen sei. Er nennt als Beispiel die Baumspende für die Innenstadt 2024/25, die regelmäßige Anzeigenwerbung auf eigene Kosten anlässlich städtischer Veranstaltungen oder das Sponsoring für die Lichtfestspiele am Altpörtel zum Weihnachtsmarkt. Für eine Neuauflage 2026 unterstütze er bereits jetzt die Sponsorensuche. Er hoffe aber auf kleine Veränderungen wie eine sattere Musikuntermalung der besonderen Shows.
Stadt und Handel als „Symbiose“
Dass die Stadt die Ausrichtung von Veranstaltungen wie dem Bauernmarkt selbst übernommen habe, sei lebenswichtig für die Speyerer Innenstadt gewesen, so Bödeker. „Die erhöhten Auflagen kann kein Privater mehr erfüllen.“ Speyer könne „nur funktionieren, wenn Stadt und Handel eine Symbiose sind“, meint der Inhaber von mehreren Schuh- und Modegeschäften. Er wolle sich dabei als Verbandsvertreter eigentlich aus der Politik heraushalten, müsse aber Fehlentwicklungen ansprechen wie aus seiner Sicht die Erhöhung der Parkgebühren 2024. „Die Geschäfte müssen fußläufig erreichbar sein, wir dürfen die Kundenfrequenz nicht selbst abwürgen.“
Die Kundenfrequenz sei der wesentliche Faktor, das sage er auch als Inhaber eines großen Schuhhauses in der Maximilianstraße, dessen Fortbestand davon abhängig sei. „Das hängt alles an der Entwicklung der Innenstadt.“ Dass diese in den vergangenen Jahren gelitten habe, hat Bödeker mehrfach betont. Die Schließung von Haushaltswaren Christmann und Gerry Weber habe dazu beigetragen, wobei die Nachfolgegeschäfte Only und Jack & Jones besser seien als „noch ein Telekommunikationsanbieter“, so der Unternehmer.