Speyer Dankbar für die Hilfe

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Karl-Heinz Osche aus Dudenhofen ist eigentlich immer da, wo die Musik spielt. Für einen professionellen Künstlermanager und Konzertveranstalter ist das sinnvoll. Die Musik führte ihn schon in entlegene Weltgegenden, ob mit Jazzgitarristen nach Moldawien oder zu den Pferdekopfgeigern in der Mongolei. Die jüngste Reise führte ihn allerdings in eine Gegend, in der die Menschen weniger um den richtigen Ton als vielmehr um das Überleben bemüht sind: nach Nepal.

Mit der Kinderhilfe Nepal in Neustadt ist der Dudenhofener Karl-Heinz Osche seit mehreren Jahren in den Aufbau eines Kinderdorfes in Dhading, 80 Kilometer von der Hauptstadt Kathmandu entfernt, involviert. Gründer dieser Organisation ist der Neustadter Lothar Schmid, der mit Ehefrau Gertrud Schmid-Moritz ein Kind aus Nepal adoptiert hat. Vor etwa drei Jahren wurde das spendenfinanzierte Projekt mit großem Bahnhof vom nepalesischen Familienminister eröffnet, aber im April verwüstete das schwerste Erdbeben in der Geschichte weite Teile des Landes. Besagtes Kinderdorf liegt lediglich 30 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt, aber durch viel Glück und die solide Bauweise blieben die Gebäude nahezu unbeschädigt. Nur an zwei Häusern wurden Wasserleitungen in Mitleidenschaft gezogen. Dennoch wollten sich die Helfer aus Europa selbst einen Eindruck vor Ort verschaffen und so flog die Gruppe um Lothar Schmid und Karl-Heinz Osche los, um Sach- und Geldspenden in die Erdbebenregion zu bringen. Zum Höhepunkt stifteten die Unterstützer ein „MoMo“-Essen für Kinder und Angestellte. Die traditionellen nepalesischen Teigtaschen kann sich die Einrichtung sonst höchstens einmal im Jahr leisten. Meistens steht „Dhal-Bat“, Reis mit Gemüse, auf dem Speiseplan. Trotz ihrer schon vor dem Erdbeben prekären Lage haben die Menschen nichts von ihrer Gastfreundlichkeit verloren, so Osche. Die Gruppe fuhr auch in die vom Erdbeben am stärksten betroffenen Gebiete, wo vor allem die Holz- und Lehmhäuser, besonders aber die Denkmäler und Tempelanlagen (auch in Kathmandu) teilweise komplett zerstört wurden. Dort sind tausende Menschen nach wie vor in provisorischen Zeltstädten untergebracht, wo sie lediglich unter einer Plane vor direktem Regen geschützt auf einer Pritsche leben müssen. Der Wiederaufbau läuft zwar, viel Schutt sei bereits weggeräumt und jeden Tag fahren Lastwagen mit Baumaterial die Berge hinauf, aber dennoch steht das bitterarme Land am Rande einer humanitären Katastrophe, wenn der Winter einbricht, berichtet Osche. Das hält die Menschen dennoch nicht davon ab, ihr Weniges zu teilen. So erzählte Karl-Heinz Osche eine Geschichte, die sich am letzten Reisetag ereignete. Um die letzten Stunden vor der Abreise nicht sinnlos im Hotel totschlagen zu müssen, ging er nochmals in der Hauptstadt Kathmandu spazieren und kaufte einer älteren Frau einige handgearbeitete Taschen ab. Dabei kamen sie ins Gespräch und als er erzählte, er sei mit dem Kinderdorf verbunden, stellte sich heraus, dass die Frau selbst ein Kind dort hat, um ihm eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Umgehend wollte die Dame ihm unbedingt für einen Großteil des eben eingenommen Geldes ein für Einheimische sehr teures Erfrischungsgetränk amerikanischer Provenienz spendieren und eine Mahlzeit kochen, was er ihr nur mit viel Mühe ausreden konnte. (cplo) Kontakt Wer sich gerne über die Arbeit der Kinderhilfe Nepal informieren möchte, kann dies im Internet unter der Adresse www.kinderhilfe-nepal.eu tun. In naher Zukunft wird diese private Initiative in einen gemeinnützigen eingetragenen Verein überführt. Auf der Website der Kinderhilfe sowie bei Karl-Heinz Osche in Dudenhofen kann man außerdem den Fotokalender für das Jahr 2016 erwerben, dessen Erlöse ebenfalls an das Kinderdorf gehen. Die Kalender gibt es auch bei Veranstaltungen des Dudenhofener Kulturvereins zu kaufen.

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