Speyer
Countertenor Valer Sabadus singt in der Dreifaltigkeitskirche
Aufgewachsen ist Valer Sabadus in Landau. Nicht in dem in der Südpfalz, sondern in dem an der Isar. Mit fünf Jahren kam der in Rumänien Geborene nach Deutschland. Früh begann er mit 17 Jahren seine Gesangsausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in München bei Gabriele Fuchs und schloss seine Ausbildung als Mitglied der Bayerischen Theaterakademie August Everding 2013 in der Meisterklasse Musiktheater mit Auszeichnung ab. Wegweisend war die Produktion von Johann Adolph Hasses „Didone abbandonata“, die er mit der Hofkapelle München und Michael Hofstetter aufnahm.
Spezialist für Händel
Schon während dieser Zeit trat er in spektakulären Produktionen auf. Bei der Händel-Festspielen in Karlsruhe begeisterte er 2011 in der Oper „Partenope“ – und im Sommer dieses Jahres war er Rinaldo in Händels Oper bei den Festspielen in Halle in der Produktion der Berliner Lautten Compagney.
Quasi der Ritterschlag und Aufnahme in die erste Reihe seiner Zunft war 2012 die Mitwirkung bei der längst legendären Produktion der Oper „Artaserse“ von Leonardo Vinci, die wie bei der römischen Uraufführung 1730 nur mit Männern besetzt war und szenisch in Nancy und konzertant in ganz Europa gespielt wurde. Er singt eine der Frauenrollen und brilliert als eine der ganz hohen Stimmen an der Seite von Max Emanuel Cencic, Philippe Jaroussky, Franco Fagioli und Yuriy Mynenko.
Zahlreich und hier nicht wiederzugeben sind in der Folge seine bedeutenden Auftritte in großen Rollen an großen Häusern, zum Beispiel in Opern Händels. 2020 erhielt er denn auch den renommierten Händel-Preis in Halle.
Gerne unkonventionell und interkulturell
Breit ist auch sein Programm auf seinen vielen CDs, das bei englischen Lautenliedern beginnt. Aus Versailles gibt es eine köstliche Aufnahme mit drei Countertenören, bei denen er mit seinen Kollegen Filippo Mineccia und Samuel Marino singt. Am Ende singen sie das Liebesduett aus Monteverdis „Poppea“ als Terzett. Mit Terry Wey und Philipp Mathmann hat er ein solches Projekt auch mit dem Freiburger Barockorchester gemacht.
Doch kommen wir zu einem Auftritt von vor wenigen Wochen: Anfang Februar führte La Cetra Basel unter Andrea Marcon in Basel und dem Concertgebouw in Amsterdam Vivaldis Oper „Giustino“ auf. Er war eine sensationelle Wiedergabe, die an beiden Orten das Publikum in Begeisterung versetzte. Valer Sabadus war einer der Stars der Produktion. Er sang den Kaiser Anastasio – und dessen berühmte Arie „Vedrò con mio diletto“. Just die gibt es heute Abend in Speyer. Jetzt mit Spark in einer etwas anderen Weise.
Unkonventionelle, interdisziplinäre wie auch interkulturelle Kooperationen, die ein weites Spektrum seiner Interessengebiete abbilden, sind das Markenzeichen von Valer Sabadus. Dazu zählen neben „Closer to Paradise“ mit der klassischen Band Spark beispielsweise die Projekte „Händel goes wild“ mit L’Arpeggiata, „Music for the One God“ mit dem türkischen Pera-Ensemble, „Continuum“ mit dem deutschen Rapper Samy Deluxe oder „Love Songs“ mit der syrischen Sängerin Dima Orsho und dem Ensemble Musica Alta Ripa.
Voller Terminkalender
Wer „Closer to paradise“ noch einmal hören will: Es gibt unter anderem Konzerte am 23. Mai bei den Händel-Festspielen in Göttingen und im kommenden Jahr bei den Händel-Festspielen in Karlsruhe. Am 29. Juli singt Valer Sabadus beim Festival Europäische Kirchenmusik in Schwäbisch-Gmünd zusammen mit seinem Kollegen Terry Wey, der gerade im Speyerer Dom gesungen hat, das Stabat mater von Pergolesi. Und ein weiterer spannender Termin in seinem vollen Terminkalender ist am 8. September. Dann singt er beim Festival Bayreuth Baroque im Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus.
Termin
Das Programm „Closer to paradise“ mit Valer Sabadus und der klassischen Band Spark ist am Mittwoch, 22. März, um 19.30 Uhr am zweiten Abend der Speyer Resonanzen in der Dreifaltigkeitskirche zu erleben.