Speyer Corona-Fälle in drei Kitas und Obdachlosenheim
„Schnellteststrategie geht auf: Infektionsgeschehen in städtischer Unterkunft und Kindertagesstätten entdeckt“ – so betitelt die Stadtverwaltung ihre Mitteilung zu den aktuellen Fällen. Demnach wurden am Dienstagabend zwei Bewohner der Stadt-Unterkunft für wohnungslose Menschen im Schlangenwühl im Schnelltestzentrum positiv auf das Virus getestet. „Eine unmittelbar danach erfolgte Reihenschnelltestung vor Ort ergab drei weitere positive Ergebnisse“, so die Stadt. Die fünf Betroffenen sowie sechs Familienangehörige und Kontaktpersonen seien unter häusliche Quarantäne gestellt. Da alle Familien im Schlangenwühl eigene Küchen und sanitäre Anlagen hätten, werde nicht die gesamte Unterkunft isoliert.
„Das Infektionsgeschehen in der Unterkunft ist auf Kontakte im privaten Bereich zurückzuführen, was uns allen noch einmal verdeutlicht, wie wichtig es ist, immer und in allen Bereichen darauf zu achten, dass Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden“, sagt Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD).
Weitere Tests laufen
Betroffen seien auch drei Kinderbetreuungseinrichtungen in Speyer: An der Kita Wola sei am Mittwoch mittels Schnelltest eine Erzieherin positiv getestet worden. Dort wurden für Mittwochnachmittag PCR-Tests angekündigt, um – ebenso wie im Schlangenwühl – verlässlichere Ergebnisse zu erhalten. Im Schlangenwühl seien 44 Personen untergebracht, in der Kita Wola neun Kinder als Kontaktpersonen eingestuft worden. Zudem würden Kontakten der Kategorie 2 Tests angeboten.
Für nicht Betroffene bleibt die Kita Wola geöffnet, „da der Kreis der Kontaktpersonen klar eingrenzbar ist und kein Kontakt der Gruppen untereinander bestand“, wie Stadt-Sprecherin Lisa Eschenbach auf Anfrage erklärt. Vorläufig geschlossen sind hingegen das städtische Spielhaus Sara Lehmann, wo ein Mitarbeiter mittels PCR-Test positiv getestet sei, und die katholische Kita Don Bosco. Beim Spielhaus wird laut Eschenbach das Ergebnis weiterer Tests und die Einschätzung des Gesundheitsamts abgewartet.
Kinder ohne Symptome
Komplizierter ist der Fall bei der Kita Don Bosco in Speyer-West. Dort waren es laut Stadt zwei positiv getestete Mitarbeiterinnen. Der zuständige Diakon Paul Nowicki hatte am Abend schon Kenntnis von einem dritten Fall und berichtete von drei weiteren Mitarbeiterinnen mit Symptomen, deren Testergebnisse noch ausstünden. Dabei seien beide hinsichtlich Kindern und Personal getrennten Einheiten betroffen. Eine Mitarbeiterin habe bereits die erste Corona-Schutzimpfung erhalten und sei nun trotzdem infiziert.
Es stehe nur noch eine Mitarbeiterin von zehn zur Verfügung, so Nowicki. Die 66 Kinder, von denen noch keines Symptome zeige, müssten somit voraussichtlich bis Ende nächster Woche zu Hause bleiben. Am Donnerstag gebe es ein Schnelltestangebot. In zwei Kita-Familien gebe es positiv getestete Elternteile, sagt Nowicki. „Es erschreckt mich schon, wie sich das Virus trotz aller Vorsichtsmaßnahmen verbreitet.“
Das Land meldete gestern für Speyer drei neue Infektionen. Seine Statistik kann verzögert sein. Die Inzidenz lag unverändert bei 45,5.