Kapitänsehre RHEINPFALZ Plus Artikel Christoph Spoor führt den ASV Waldsee aufs Feld

Hält den Kopf hin: Christoph Spoor (links in Grün) trifft zum 2:1 für ASV Waldsee gegen TuS Maikammer.
Hält den Kopf hin: Christoph Spoor (links in Grün) trifft zum 2:1 für ASV Waldsee gegen TuS Maikammer.

Christoph Spoor ist Kapitän von Fußball-A-Klassist ASV Waldsee. Von seiner Rolle hat er klare Vorstellungen und nennt prominente Beispiele aus dem Profibereich.

Spoor kickt seit 2018 in Waldsee und trägt die Binde seit 2021. Mit seiner Mannschaft stieg er in der vergangenen Saison aus der B-Klasse auf und festigte sich mit dem ASV im oberen Mittelfeld der Tabelle. Im Auswahlprozess bestimmte ihn sein Trainer Eduard Fahrad. Die Mannschaft bestätigte diese Wahl dann.

Organisator Spoor

Im Großen und Ganzen sieht er sich vor allem auch in der Rolle des Organisators neben dem Platz und erklärt: „Ich trete als Sprecher der Mannschaft bei Sponsoren auf, organisiere Veranstaltungen und Feiern und fungiere als Ansprechpartner für Mitspieler.“ Sportlich führt er die Mannschaft aufs Feld und ist Teil des Mannschaftsrats.

Für Spoor ist dennoch wichtig, dass er nicht alleine mit der Verantwortung da steht, vor allem am Wochenende auf dem Platz. „Es ist wichtig, dass sie auf mehrere Schultern verteilt ist. Das ist bei einer jungen Mannschaft wie unserer nicht immer so einfach“, spricht er über Schwierigkeiten bei der Aufteilung.

Gute Idee

In der Kommunikation mit dem Referee spricht sich der Kapitän für den Vorschlag aus, der in letzter Zeit immer wieder aufkam: Dass nur der Spieler mit der Binde am Arm sich mit dem Unparteiischen austauscht und Diskussionen führt. „Das ist eine sehr gute Idee. Das bringt sicher etwas Ruhe rein und schützt die Schiedsrichter sowie den einen oder anderen Spieler“, meint Spoor.

Neben den Aufgaben des Kapitäns sieht der Waldseer wichtige Qualitäten: „Ich denke, man muss eine gute Mischung zwischen Spaß, Lockerheit und die Zügel anziehen finden. Das gilt sowohl im Umgang innerhalb der Mannschaft als auch mit den Verantwortlichen und Angehörigen des Vereins.“ Der Kapitän gilt als verlängerter Arm des Trainers auf dem Platz, so auch zwischen Spoor und Coach Fahrad: „Der Austausch könnte manchmal etwas größer sein. Da ist aber jeder Typ unterschiedlich, und ich weiß, was er verlangt, und er weiß, was er bekommt. Unser Verhältnis ist gut, und wir gehen offen miteinander um. Ich kann jederzeit Dinge ansprechen, die mich oder die Mannschaft betreffen“, erklärt er.

Auf dem Platz gelte es jedenfalls, mit positiver Körpersprache vorangehen. Schaut er in den professionellen Bereich, so gibt es für ihn zwei Vorzeige-Spielführer: „So weit ich das beim Zuschauen beurteilen kann, sind es für mich Typen wie Oliver Kahn oder Sergio Ramos. Wegen der Ausstrahlung, der Kommunikation und der Lautstärke. Aber auch Wille und Ehrgeiz sind immer deutlich erkennbar.“

Die Serie

Einer der erfolgreichsten Trainer im Weltfußball, José Mourinho, sagte 2019: „Nicht jeder Kapitän ist ein Anführer.“ Wir schauen genauer hin und befragen Kapitäne und Kapitäninnen aus verschiedenen Sportarten über ihr Rollenverständnis. Muss der Spieler oder die Spielerin mit der Binde lautstark voran gehen, oder sind andere Fähigkeiten wichtiger? Kennen Sie jemanden, der er verdient hätte, porträtiert zu werden? Vorschläge nimmt die Redaktion unter E-Mail an martin.erbacher@rheinpfalz.de entgegen.

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