Speyer Chinchilla trifft Spürnase

Chinchillas sind possierliche kleine Nagetiere für die einen, aber Hassobjekte für andere – wie den „Chinchillakeuler“ aus Frank Beckers gerade erschienenem Krimi, der in Speyer, Dudenhofen, Otterstadt, Weingarten und Landau spielt.
Auf bizarre und sehr blutige Art und Weise werden Chinchillas von ihren eigenen Besitzern, meist jungen Damen, regelrecht massakriert. Es dauert eine Weile, bis Kommissar Ulli Happel erkennt, welches finstere Gemüt hinter diesen Taten steckt, doch seine heiße Spur scheint direkt in eine Sackgasse zu führen. Laut Aussage seines Autors ist dieser „Trash-Krimi“ aus einer Mittagspausenlaune heraus entstanden. Das Projekt „Chinchillakeuler“ sollte aber bis zur Vollendung drei Jahre beanspruchen. Frank Becker, ganz Techniker, ging sehr methodisch vor. Auf riesigen Excel-Tabellen „komponierte“ er die einzelnen Fälle und Handlungselemente. Dabei spielte auch die bereits erwähnte Mittagspause eine gewichtige Rolle. Denn bei der Entstehung der Fälle übernimmt das Brainstorming mit Freunden und Kollegen eine wichtige Rolle. Die Schauplätze der Handlung sind dann auch wenig überraschend – alle um Speyer und Weingarten angesiedelt, dem Wohnort des Autors und seiner Hauptfigur. Lediglich Kapellen-Drusweiler liegt etwas außerhalb der Jagdgründe Ulli Happels, aber der hemdsärmelige Kommissar und passionierte Moto-Guzzi-Fahrer schert sich herzlich wenig um Zuständigkeiten oder Hierarchien. Sobald seine Spürnase Witterung aufgenommen hat, geht er auf sein Ziel los. Dudenhofen, Otterstadt, Landau – so heißen die Tatorte, an denen der geheimnisvolle Keuler zuschlägt beziehungsweise zuschlagen lässt. Zum großen Finale geht es dann natürlich wieder zurück nach Weingarten. Vieles an seinem Helden hat der Autor einfach nach seinem Bilde modelliert, so zum Beispiel die Vorliebe für 50er Jahre Rockabilly-Stil, alte italienische Motorräder, Zigarillos, Pomade im Haar und natürlich Weingarten als Wohn- und Speyer als Arbeitsort. Lediglich im Sozialverhalten ist der Autor etwas weniger raubauzig als sein Krimiheld. Chinchillas hält Frank Becker aber im Gegensatz zum Kommissar keine. Er hegt auch keinerlei sadistische Absichten gegenüber den kleinen Nagern oder hätte zu Recherchezwecke ihnen ein Haar gekrümmt, wie er lachend anmerkt. Der nächste Regionalkrimi ist übrigens schon in der Mache und nach den Erfahrungen mit dem Debüt wird es diesmal schneller gehen. „Der Buchsbaumschänder“ wird wieder mit allerhand skurrilen Einfällen, derben Sprüchen und einer „strammen“ Story aufwarten. Lesezeichen Frank Becker, „Chinchillakeuler“, · ISBN-10 3743100231, ISBN-13 978-3743100237