Speyer Briefwahl-Spitzenreiter im Wahlkreis 208
Die letzten Vorbereitungen für die Bundestagswahl am Sonntag haben die Verwaltungen im Speyerer Umland erledigt. Dabei wird der Prozentsatz der Wähler, die persönlich im Wahllokal erscheinen, wohl wieder sinken, denn der Trend zur Briefwahl setzt sich fort.
Besonders fleißige Briefwähler wohnen in Waldsee und Otterstadt. Hier hatten bis gestern Vormittag 2842 von 7148 Wahlberechtigten bereits ihre Stimme abgegeben: Das entspricht knapp 40 Prozent – Spitzenwert im gesamten Wahlkreis 208 und „noch mal mehr als beim letzten Mal“, wie Büroleiter Detlef Schneider berichtet. Etwas geringer ist der Anteil der Briefwähler in der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen: 5305 von 16.382 Wahlberechtigten – gut 32 Prozent – hatten bis Freitagvormittag auf diesem Weg ihre Stimme abgegeben. Der dortige Büroleiter Stefan Schall verzeichnet damit gegenüber der Bundestagswahl vor vier Jahren einen Zuwachs um gut zwei Prozentpunkte. In der Verbandsgemeinde Lingenfeld ist der Anteil der Briefwähler noch nicht ganz so hoch: 3766 von 12.334 Wahlberechtigten hatten bis Freitagvormittag laut Büroleiter Jens Hinderberger von dieser Art zu wählen Gebrauch gemacht: rund 30,5 Prozent. Wer ganz klassisch im Wahllokal seine Stimme abgeben will, der kann dies im Speyerer Umland überall barrierefrei tun. In Otterstadt und Waldsee gibt es je zwei Stimmbezirke, aber jeweils eine zentrale Anlaufstelle für die Bürger: das Remigiushaus und die Kulturhalle. In der gesamten Verbandsgemeinde sind rund 120 Wahlhelfer im Einsatz. In Dudenhofen wird im Bürgerhaus und im Feuerwehrgerätehaus gewählt, in Hanhofen im Haus Marientraut und in der Kulturscheune und in Harthausen in der Schule. Die Berghausener müssen in die ehemalige Realschule plus, die Mechtersheimer und die Heiligensteiner in die jeweiligen Schulturnhallen. Verbandsgemeindeweit gibt es 140 Wahlhelfer. 262 Männer und Frauen sind in der Verbandsgemeinde Lingenfeld im Einsatz. In Lingenfeld gibt es Wahllokale im katholischen Pfarrheim, in der Grundschule, und den Kitas St. Martinus und Am Hirschgraben. In Schwegenheim wählen alle im Bürgerhaus. Wie Jens Hinderberger informiert hat sich ein Student angekündigt, der für seine Masterarbeit in Lingenfeld und Schwegenheim Wähler befragt. In Lustadt erhebt außerdem Infratest Daten. Wie überall, sind die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Detlef Schneider rechnet damit, dass vielerorts zur Auszählung Bürger als Wahlbeobachter hinzukommen. Das sei demokratisches Recht und kein Problem, sagt Schneider. Nicht erlaubt sei allerdings, Fotos zu machen, anders als dies der Verein „Wahlmission“, der die Wahl flächendeckend in Deutschland beobachten will, behaupte. „Zuschauen ja, aber es gilt, einen gewissen Abstand zu halten“, sagt Schneider.