Speyer Briefe an die Lokalredaktion:

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Mit Freude las ich die „Odyssee“ der beiden Damen und freute mich über deren Glück mit einem hilfsbereiten und kompetenten Bahnmitarbeiter. Leider ging es bei mir am Montag, 23. Mai, total konträr zu. Fahrt nach Helmstedt, Umsteigen in Braunschweig: ’raus aus dem Zug und bemerke zu spät, dass meine Tasche mit sämtlichem Geld und Papieren im Abteil geblieben war. Dank der Hilfe einer jungen und sehr freundlichen Dame an der Information wurde ich nach zirka 30 Minuten erlöst, als sie mir mitteilte, dass meine Tasche in Sicherheit sei. Zu meinem Glück hatte ich den Rückfahrschein als Lesezeichen benutzt. In Speyer versuchte ich am nächsten Tag, mein Eigentum zurück zu erhalten. Dienstag konnte ich niemand erreichen. Am Mittwoch sagte man mir, dass meine Tasche in Berlin, Bahnhof Zoo, hinterlegt sei, die aber mittwochs nicht arbeiten. Am Donnerstag war Feiertag (den es in Berlin aber nicht gibt – war trotzdem niemand da). Am Freitag, 10.15 Uhr, hatte ich dann einen Beamten, dem ich alle Fragen nach Aussehen und Inhalt der Tasche zufriedenstellend beantworten konnte. „Dett wird heut’ aba nischt mehr, ick mach’ dett am Montag, denn hamse die Sachen spätestens Mittwoch.“ Sieben Tage ohne Geld, und keine Möglichkeit, welches abzuheben. Heute, am Dienstag, 31. Mai (auf die Post ist wenigstens Verlass), erhielt ich mein Eigentum zurück. Der Schreck ist natürlich groß, wenn man den Verlust von mindestens 410 Euro bemerkt. Den Verdacht muss sich die Bahn schon gefallen lassen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass einer von drei sich nicht kennenden Fahrgästen an eine fremde Tasche geht, einiges Geld herausnimmt und den Rest zurück lässt. Ich werde in Zukunft auf die Dienste der Bahn verzichten, da es mit dem Auto schneller, preiswerter und bequemer geht. Auch sind die Bistros nicht wegen einer Betriebsstörung geschlossen, und die Toiletten sind mehrheitlich zu benutzen. Schade drum, ich hätte liebend gerne die positive Erfahrung der beiden Damen bestätigt, aber Sie sehen, es geht leider nicht. Auch frage ich mich, ob es bei der Bahn Richtlinien für solche Fälle gibt, oder ob jeder machen kann, was er will. (...) Ich habe den Eindruck, dass hier Eiferer mit Scheuklappen ein Projekt verhindern wollen, das eigentlich nur im Interesse unserer Sport treibenden Jugend geplant ist. Bei ihrer Wortwahl sind diese Leute wahrlich nicht zimperlich: Einem Gemeinderat in diesem Zusammenhang „archaische“ Gesinnung vorzuwerfen, ist einfach grotesk. Archaisch sind für mich eher Leute, für die das Wohlergehen einer Fledermaus oder eines Spechtes einen höheren Stellenwert hat als die sportliche Betätigung unserer Jugend, zumal in diesem Fall den Waldbewohnern außer den zur Diskussion stehenden 13.000 Quadratmetern weitere 15 Millionen Quadratmeter Waldfläche zur Verfügung stehen. Unsere Jugend hat solche Alternativen nicht. Damit mich keiner falsch versteht: Ich liebe unseren Wald und bin fast täglich darin unterwegs. Als Schweiz-Fan freue ich mich sehr über das Open-Air-Konzert im Juli am Technik-Museum Speyer und den Auftritt von Beatrice Egli und anderen Stars. Endlich mal wieder Schlager in Speyer und hoffentlich gutes Wetter. Auch der Eintrittspreis ist super, das kann man sich von seinem Taschengeld leisten. Ich denke mir, dass viele einsame Herzen dem Livekonzert entgegenfiebern, aber am späten Abend mit schönem, luftigem Sommerkleid zurück mit dem Rad in die Wohnung ist unheimlich. Mittlerweile braucht man fast einen Neopren- Anzug, denn plötzliche Gewitter, tiefe Pfützen, Schlamm, Scherben, Schnaken, Insekten, freilaufende Hunde und manchmal Rehe findet man dort. Einen Konzertbeginn um 14 Uhr fände ich besser. Die Sparkasse Vorderpfalz schließt wegen veränderten Kundenverhaltens und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unter anderem die Geschäftsstelle in Mechtersheim. Die Nachbarn dürfte es mit Ausnahme der direkt benachbarten Bäckerei freuen – wird doch ab 11. Juni viel weniger wild dort geparkt. Wie passt es aber zusammen, dass die Geschäftsstelle Mechtersheim angeblich so wenig frequentiert wird, andererseits zu jeder Tageszeit dort keine Parkplätze, aber dafür zahlreiche Kunden an den Selbstbedienungs-Automaten zu finden sind? Ganz zu schweigen von den vielen Kindern (den Kunden von morgen), die am Weltspartag ab jetzt wohin gehen sollen? Die Sparkasse hat sich ja sehr viele Gedanken gemacht: Die nächste Geschäftsstelle erwartet die „abgefertigten Mechtersheimer Kunden“ in Berghausen. Die dortigen Anwohner werden hoch erfreut sein, gibt es doch jetzt schon jede Menge Parkplatzprobleme. Vor allem: Wo gibt es dort Parkmöglichkeiten für Rollstuhlfahrer? Ach, die braucht es ja nicht, denn welcher Rollstuhlfahrer oder Benutzer eines Rollators kommt schon sicher die kurvige und steile (und zudem noch holprig gepflasterte) Anhöhe hinauf? Aber: Die Sparkasse denkt ja auch an die weniger mobilen Kunden, denen eine Anfahrt der Geschäftsstelle Berghausen nicht möglich ist – die können sich auf Wunsch zweimal pro Woche Bargeld vom Konto nach Hause bringen lassen. Andere Bankgeschäfte haben weniger mobile Menschen ja nicht zu erledigen. Die Lösung mit Zukunftsperspektive liegt meines Erachtens in der Mitte: barrierefreier SB-Standort dort, wo zu jeder Tageszeit ausreichend und vor allem auch für Rollstuhlfahrer geeignete Parkmöglichkeiten oder Bushaltestellen vorhanden sind (...). Die Sparkasse ist zweifellos ein wichtiger Vermittler in vielen Geldangelegenheiten und eigentlich (schon immer gewesen) „die Bank für Herr und Frau Jedermann“. Da der bargeldlose Zahlungsverkehr immer mehr an Bedeutung gewinnt und so weniger Dienstleistungen vor Ort in Anspruch genommen werden, gleichzeitig inzwischen ein Rechtsanspruch auf ein Girokonto für jedermann besteht, ist eine Neuausrichtung im Servicebereich verständlich, und trotzdem sind ein umfängliches Service-Angebot und ein funktionierendes Bankwesen unverzichtbar. Trotz der Entwicklung hin zur Digitalisierung gibt es immer noch einen großen Teil der Bevölkerung, der nicht mit dem Internet vertraut ist und/oder auch gar keine entsprechende „Hardware“ besitzt (Seniorengeneration und/oder einkommensschwache Bevölkerung) – auch das sind aber teilweise Sparkassen-Kunden oder zumindest Inhaber eines Girokontos, die Anspruch auf eine Bankleistung haben. Im speziellen Fall Speyer ist noch zu bemerken, dass die Hauptstelle am Willy-Brandt-Platz von keiner Buslinie angefahren wird und somit vor allem von älteren und nicht selbstständig mobilen Kunden (ÖPNV-Benutzern) nur umständlich oder oftmals in Begleitung mobiler Angehöriger besucht werden kann. Gerade dieser Personenkreis besucht oftmals die Filiale „Alte Münze“ (Bushaltestelle Maximilianstraße), um Bankgeschäfte zu tätigen, Beratung in Anspruch zu nehmen und um den Geldautomat zu benutzen – dabei ist noch anzumerken, dass das Erreichen der Schalterräume oder Automaten nicht gerade „senioren- oder behindertenfreundlich“ ist, immerhin sind erst mal sechs Stufen zu überwinden. Bei geplanten Umstrukturierungs-Maßnahmen sollte die Sparkasse doch in ihre Überlegungen mit einbeziehen, ob sie für ÖPNV- und Nicht-Internet-Benutzer als zusätzliches Service-Angebot an den Haupt-Umsteigestellen des ÖPNV, im Bereich Busbahnhof beziehungsweise Postplatz oder anderen frequentierten Stellen zumindest Geldautomaten installieren sollte – viele Kunden wären dafür dankbar.

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