Speyer Briefe an die Lokalredaktion:

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Genau richtig! Außer auf der Maximilianstraße könnte man meinen, es wird sonst nirgendwo gesäubert. In fast allen anderen Straßen/Wegen, die stark von Fußgängern frequentiert sind, gibt es zu wenig Mülleimer. Zum Beispiel von Halle 101/Feuerwehr bis zum Dom ist kein einziger Mülleimer vorhanden. Als unser Oberbürgermeister, Herr Eger, gewählt werden wollte, machte er sehr nette Hausbesuche, und es hatte den Anschein, dass er sich auch um die kleinen Anliegen der Bürger kümmern wollte. Auf die spezielle Situation nicht vorhandener Mülleimer zwischen Feuerwehr und Innenstadt habe ich ihn später angesprochen. Seine Antwort war, er wird sich mal darum kümmern. Er fragte mich, ob ich meine, die Jugendlichen würden, wenn Mülleimer vorhanden wären, ihren Dreck auch dort entsorgen. Ich denke schon, denn ich habe kein so ein schlechtes Bild von unserer Jugend. Ich zumindest und auch noch viele andere Eltern versuchten, ihre Kinder und Enkelkinder dahingehend zu erziehen, ihren Abfall in Mülleimer zu entsorgen, was natürlich schlecht möglich ist, wenn auf so einer langen Strecke kein einziger vorhanden ist. Nachdem in den letzten Jahren die Kommunalpolitik des Dorfes Schwegenheim weit über dessen Grenze hinaus zu zweifelhaftem Ruhm gelangt war, wollte ich mir bei der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates einen eigenen Eindruck davon verschaffen. Dazu hatte dieses Gremium auch alle interessierten Bürger eingeladen. Leider konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier der mündige Bürger doch nicht so gerne gesehen ist. Wie sonst lässt es sich erklären, dass bereits zehn Minuten vor Sitzungsbeginn der Sitzungssaal wegen Überfüllung nicht mehr betreten werden kann und ich mit geschätzten 30 Personen vor der Tür stehen musste? Bitten von Bürgern, den Sitzungsraum zu wechseln, so dass alle Anwesenden die Sitzung mitverfolgen könnten, wurden (wenn mir das im Nachhinein richtig erzählt wurde) abgelehnt, weil das (von wem auch immer) im Vorfeld so beschlossen worden war. So stand ich denn draußen vor der Tür und fragte mich (wie sich das auch die anderen fragten), was ich hier wohl tue. Warum disponiert man hier bei einem Tagungsprogramm, das ein immenses Interesse erwarten ließ, nicht so, dass auch wirklich alle Interessierten dem Geschehen folgen können? Schließlich hat man ja auch dazu eingeladen. Von der Kritik ausnehmen möchte ich den Verbandsbürgermeister, Herrn Leibeck, der auf Bitten der Anwesenden laut und deutlich sprach, so dass wir (Außenstehenden – und genau so kam ich mir auch vor) vieles akustisch verstehen konnten. Leider war dieses Bemühen wirklich nur bei ihm erkennbar. Die anderen Redner hatten leider wohl kein Interesse, gehört und/oder verstanden zu werden. Insgesamt verbleibt bei mir der Eindruck, dass (zumindest) diese öffentliche Sitzung nur eine Alibiveranstaltung war. Bürgereinbindung und Respekt sehen meines Erachtens anders aus. Es wäre wünschenswert, bei nächsten öffentlichen Sitzungen und zu erwartendem großem Interesse entsprechende Räumlichkeiten auszuwählen. Ansonsten wird sich der Eindruck, dass „die da oben“ sowieso tun, was und wie sie es wollen, und die Bürgerinteressen nicht wirklich interessieren, weiter verstärken. Das ist nicht meine Vorstellung von Demokratie. Frau Kempl ist offenbar noch nicht in der Realität angekommen. Herrn Nerding mit den großen Entdeckern der Weltgeschichte zu vergleichen, halte ich für weit hergeholt. Diese Visionäre haben akribisch vorbereitet und unter großen Strapazen ihre Reisen ins Ungewisse angetreten. Niemand vergönnt Herrn Nerding seine einmaligen Erlebnisse und Erfahrungen. Er möge auch die restlichen, noch nicht besuchten Länder der Welt kennenlernen. Sollte er einmal später nicht mehr in der Lage sein, seine Reisen durchzuführen, wird ihn unser soziales Netzwerk auffangen. Wenn Frau Kempl aus den pragmatischen Ausführungen von Herrn Rümenapf für ihn das Attribut „Couch-Potato“ ableitet, zeugt das eher von einer schwierigen Persönlichkeitsstruktur der Leserbriefschreiberin. Ein Bürger hat laut Verwaltung falsch geparkt. Nun stellt ein ordentliches Gericht fest, dass die Verwaltung einen Fehler gemacht hat – mit dem Ergebnis, dass derjenige, der die viel geforderte Zivilcourage aufbringt, letztlich als Verlierer aus der Sache geht, obwohl ihm recht gegeben wurde. Was ist das für ein Kasperletheater? Zunächst hätte vielleicht das Gericht demjenigen die Kosten auferlegen sollen, der Ursache und Verlierer des Verfahrens war. Wenn nun das Gericht keine Möglichkeit hat, dies so zu handhaben, weil der Bürger mit der Einstellung des Verfahrens einverstanden war, so ändert das nichts an der Tatsache, dass die Verbandsgemeinde im Unrecht war. Somit haben die Verantwortlichen in der Gemeinde etwas gelernt und könnten dem Bürger, der sie auf diesen Missstand hingewiesen hat, freiwillig die entstandenen Auslagen erstatten. Das wäre aus meiner Sicht nicht mehr als recht, und bürgerfreundlich wäre es auch.

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