Speyer Briefe an die Lokalredaktion:

Der Bericht war sehr interessant. Meine Tochter hat 2000 am „Niki“ ihr Abi gemacht. Die Eltern sorgten zum Großteil für den Caterer, nur das Fleisch wurde bestellt. Es war natürlich Arbeit für das Abi-Team und die Eltern, das zu organisieren. Aber dadurch fielen nicht so hohe Kosten für alle an. Der Abi-Ball war in Speyer in der Stadthalle. 2013 machte meine jüngste Tochter Abi, und wir feierten in Germersheim. Bei aller Liebe, aber das Essen war nicht berauschend. Gut, darauf kommt es nicht an, wird jetzt so mancher sagen, aber es hatte auch niemand Arbeit und Geld investieren müssen. Vielleicht ist das für jeden heute einfacher. Speyer ist eine Schulstadt und hat keine Räumlichkeiten, die für die Abi-Jahrgänge Platz bieten und zu bezahlen sind? Das ist sehr schade. Es sind so viele Veranstaltungen in der Stadthalle, was ist da mit Lärmbelästigung? Und ein Caterer? Das ist kein Argument. Speyer setzt sich in jeder Beziehung ins Rampenlicht, siehe zum Beispiel Tourismus. (...) Speyer sollte stolz darauf sein, wie viele junge Leute hier ihren Abschluss machen. Dann sollten sie auch zu guten Bedingungen ihre Feier in ihrer Schulstadt gestalten können. Aber Speyer (mit sehr vielen Schulden) macht nur Werbung, um sein Image nach außen aufzupolieren. Das ist sehr traurig und auch peinlich für eine Schulstadt. Seit fast 50 Jahren wohne ich in der Speyerer Straße in Dudenhofen. Die Position des Herrn Franke bezüglich Boligweg-Ausfahrt und Speyerer Straße überzeugt mich überhaupt nicht, und ihr muss widersprochen werden. Wir hatten ja seinen Vorschlag in den 60er bis in die 80er Jahre. Und es gab jede Woche einen Unfall und den damit verbundenen Lärm. Durch die jetzige Variante ist dieser Unfallschwerpunkt fast entschärft. Damals bretterten die Autos und Motorräder rücksichtslos mit Tempo 70 aus dem Boligweg. Ich kann mir das heute mit einigem Grausen vorstellen, wenn zum Beispiel Fußgänger die Speyerer Straße überqueren wollen, um im „Wasgau“ einzukaufen. Sie haben kaum eine Chance. Wo sich dörfliches Leben abspielt, sollten die schnellen Verkehrsmittel im Interesse der Schwächeren abgebremst werden. Das ist mit dem Ausbau der Ausfahrt Boligweg/Speyerer Straße geschehen. Auch Bäume und Pflanzkübel können Autofahrer daran erinnern, dass sie sich im Dorf und nicht auf der Autobahn befinden. Zu Frankes Aussage „Ein Auto kommt auf der Speyerer Straße gemütlich daher“ möchte ich eine Zahl zum Nachdenken geben: Im Schnitt fährt am Tag alle drei Sekunden ein Auto auf der Speyerer Straße. Wenn diese etwas gemütlicher fahren würden (Tempo 30 ), gäbe es erwiesenermaßen weniger Lärm und Abgase. Auch wir hatten in den letzten 15 Jahren Schäden in Höhe von 10.000 Euro (unter anderem nächtliche Fahrerflucht). Deshalb schließe ich mich Herrn Löfflers Vorschlag an. Tempo 30 für die Speyerer und Neustadter Straße, und jeder hätte die Möglichkeit, ohne teure, scheußliche Kreisel aus seiner Straße beziehungsweise seinem Hof rauszufahren. (...) Es ist, wie Sie schreiben, einfach nur noch peinlich, mit ansehen zu müssen, wie unsere Gemeinde in der Öffentlichkeit in Erscheinung tritt. Nahezu jede Woche gibt es Negativ-Schlagzeilen. Erst das vom Bürgermeister angeordnete Ballspielverbot auf einer Wiese im „Oberen Waldacker“, dann der Versuch des Bürgermeisters, sich extrem überteuerte Büromöbel für sein Büro zu verschaffen („Rumpelkammeraffäre“), und jetzt die extrem kurzfristige und offenbar auch unnötige Ausladung der Bundeswehr zur geplanten Gelöbnisfeier am 3. Juni in unserer Gemeinde. Ist diese Anhäufung von kritikwürdigem Verhalten Zufall? Oder ist es einfach so, dass unser langjähriger Bürgermeister Goldschmidt die Gelöbnisfeier zwar durchführen wollte, aber einfach nicht in der Lage war, diese durchführen zu lassen? Die Vielzahl merkwürdiger Entscheidungen in letzter Zeit legt den Verdacht nahe, dass Herr Goldschmidt nun an einem Punkt angelangt ist, an dem er den Anforderungen, die das Bürgermeisteramt an ihn stellt, einfach nicht (mehr) gewachsen ist. Es wird Zeit, dass er abtritt. Aber es wird sein wie so oft in der Politik: Der Amtsinhaber klammert sich, gestützt auf „seine“ Partei, so lange an die Macht, bis er sich selbst und sein Lebenswerk komplett beschädigt hat und völlig untragbar geworden ist. Ich bin mir sicher, auch in den Reihen der Schwegenheimer SPD gibt es Leute, die ihren „Spitzenmann“ nur noch schwer mitragen können und die es begrüßen würden, wenn er jetzt geht. Es wird Zeit, dass sich jemand traut, ihm das auch zu sagen.