Speyer
Brezelfest: Emilia I. aus Speyer zur neuen Brezelkönigin gekrönt
Zum ersten Mal war der Name der neuen Hoheit bereits am Krönungsabend beschlossene Sache. Kein Applausometer, keine Abstimmung per QR-Code – allein eine mehrköpfige Jury, die vom Verkehrsverein Speyer (VVS) als Ausrichter des Brezelfests eingesetzt worden war, hatte im Vorfeld um eine Entscheidung gerungen.
„Am Schluss kamen zwei Kandidatinnen in die Stichwahl“, verriet Klaus Steckmann, der die Krönungsfeier moderierte. Den Umschlag, in dem der Name der Siegerin versteckt war, öffnete Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU) um 19.40 Uhr. Gut gefüllt hatte sich das Festzelt zu dem Zeitpunkt bereits. Der Auftritt der Band voXXclub am späteren Abend warf da schon seine Schatten voraus.
Begleitet vom Fanfarenzug Rot-Weiß marschierte Emilia I. ins Festzelt ein, hoheitlich winkend und die Kameras der Fotografen schon versiert im Blick. Ihr Puls? Bei 200, gab sie auf Nachfrage Steckmanns zu: „Ich bin wirklich sehr nervös.“ Was gar nicht notwendig war, denn Emilia I. erhielt von Anfang an gewaltige Unterstützung aus dem Publikum. Familie und Freunde hatten Transparente und Bilder vorbereitet, um der neuen Brezelkönigin einen gebührenden Empfang zu bereiten.
Freude an den kleinen Dingen
Lang war die Fanfare zum ersten Zuprosten mit dem Publikum, die DJ Seemann durch die Lautsprecher schickte. Deutlich kürzer und weniger festlich war hingegen der Krönungsablauf an sich. Schärpe und Krone wechselten schnell und plangemäß die Besitzerin. Einen guten Ratschlag gab die scheidende Lea I. ihrer Nachfolgerin aber doch mit auf den Weg: „Bleib authentisch, dann werden die Leute dich lieben.“
Lea I. muss es wissen, denn in den vergangenen zwei Jahren durfte sie eine enorme Anzahl schöner Erinnerungen beim Brezelfest und auch bei anderen städtischen Veranstaltungen sammeln. „Die Höhepunkte waren für mich die kleinen Momente“, sagte die Repräsentantin Speyers und des Volksfestes, nachdem sie ihrer Krone ledig war: „Wenn die Leute sich über ein gemeinsames Foto freuten oder ich ein Lächeln auf ihre Gesichter zaubern konnte.“
Lea I. tritt ab mit Wehmut
Wehmütig war Lea Leddin, doch die Freude über eine Nachfolgerin überwog. Dass das Amt sie verändert hat, bestätigte die Ex-Königin gegenüber Moderator Steckmann. „Ich bin offener geworden, habe gelernt, selbstbewusster aufzutreten“, sagte sie. Der Stolz auf ihre Heimatstadt sei ebenfalls noch größer geworden, denn: „Ich konnte spüren, wie sehr Tradition und Gemeinschaft die Menschen verbindet.“
Der VVS-Vorsitzende Uwe Wöhlert reimte zum Abschied: „Für mich ist einfach sonnenklar: Die Zeit mit dir war wunderbar.“ Er dankte nicht nur Lea I. für ihr Engagement, sondern auch dem Organisationsteam des Samstagabends. Dieser wurde nicht nur von einer neuen Brezelkönigin, sondern auch vom voXXclub-Auftritt gekrönt. Brechend voll war das Festzelt um 22 Uhr. Ungezählte T-Shirts verrieten, dass die Band durchaus eine riesige Fangemeinde zu verzeichnen hat. Die feierte die Band, wenngleich nur eine Stunde, bei schweißtreibendem Klima und freiem Eintritt, der dank eifriger Sponsoren gewährt werden konnte, wie Wöhlert anerkennend hervorhob.
