Speyer Brauchbarer Sperrmüll geht an den Warenkorb
Im Jahr 2020 haben die Entsorgungsbetriebe im Stadtgebiet rund 2780 Megagramm, also fast drei Millionen Kilogramm, Sperrmüll im Stadtgebiet erfasst und entsorgt. Mehr als 6000 Mal wurden in diesem Zeitraum angemeldeter Schrott, Abfall, aber auch noch brauchbare Gegenstände bei Speyerer Haushalten abgeholt.
Um Abfall zu vermeiden und gleichzeitig gut erhaltene und damit brauchbare Gegenstände weiterzuverwenden, sollen in Zukunft passende Sperrmüll-Produkte nach Prüfung auf Tauglichkeit im Warenkorb der Caritas in Speyer-West zum Kauf angeboten werden. Nach Einschätzung von Caritas-Pressesprecherin Melanie Müller-von-Klingspor ist das Modell ein optimaler Schritt. Der Warenkorb habe seit Pandemie-Ausbruch zahlreiche Ehrenamtliche verloren, erklärt sie auf Anfrage. Deshalb habe der Hol- und Bringservice vorübergehend aufgegeben werden müssen, was vor allem einen Rückgang an Möbelspenden für das Sozialkaufhaus zur Folge gehabt habe. „Da die Entsorgungsbetriebe den Transport übernehmen, sind wieder Möbelspenden möglich“, betont die Sprecherin. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.“
Qualitätskontrolle vorab
Künftig können Sperrmüllanmelder laut Kooperationsvereinbarung über noch brauchbare Gegenstände informieren und die Warenkorb-Mitarbeiter nach einer Qualitätskontrolle über den Transport in das Sozialkaufhaus entscheiden. Unbrauchbarer Sperrmüll wird wie bisher bei den Anmeldern abgeholt und entsorgt.
Der Erfolg der Kooperation sei nicht abschätzbar, so Beigeordnete Irmgard Münch-Weinmann (Grüne). Erst belegbare Daten könnten Auskunft geben über den Umfang weiter verwendeter Gegenstände und die daraus resultierende Reduzierung von Entsorgungskosten. Ziel ist es demnach, innerhalb der nächsten drei Jahre die Entscheidungsgrundlage zur Fortführung beziehungsweise Einstellung des Projekts zu schaffen. Der Werkausschuss stimmte einstimmig zu.